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Borna Niedriger Schuldenstand bald passé – Böhlen baut Sporthalle
Region Borna Niedriger Schuldenstand bald passé – Böhlen baut Sporthalle
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00:39 26.02.2018
Der beschlossene Haushalt bildet die Arbeitsgrundlage für die Stadtverwaltung Böhlen. Quelle: Jens Paul Taubert
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Böhlen

Passt, wackelt und hat Luft: Das Böhlener Haushaltspaket für 2018 ist nach mehreren Vorberatungen fest verschnürt und hat am Donnerstag mit einer Gegenstimme den Stradtrat passiert. „Wir brauchen uns nicht zu verstecken, auch wenn die Kreditaufnahme von einer Million Euro erst einmal abschreckt“, sagt Kornelia Hanisch, Amtsleiterin für Finanzwesen. Bürgermeister Dietmar Berndt (parteilos) sieht durch das Zahlenwerk keinen Anlass zur Beunruhigung: „Die Aufgaben einer Kommune werden immer mehr und immer größer und gerade im Baubereich sind die Preise gerade jenseits von Gut und Böse.“ Böhlen könne gut mit dem Etat leben, auch wenn es keine sichtbaren Einsparungen in diesem Jahr gibt.

Verbindlichkeiten steigen auf über zwei Millionen

Mit ihrem aktuellen Schuldenstand von 264 000 Euro (38 Euro pro Kopf) ist die Chemiestadt im Vergleich zu anderen sächsischen Kommunen ein Fliegengewicht. Doch die Leichtigkeit ist bald passé. Für den Neubau der Zweifeldsporthalle auf dem Schulgelände sind mehrere Kreditaufnahmen vorgesehen, womit sich die Verbindlichkeiten bis Ende 2021 auf 2,22 Millionen Euro hochschrauben. Das entspreche dann einer Verschuldung von 327 Euro je Einwohner – und liege immer noch unter dem Maximalwert von 850 Euro im Freistaat Sachsen, so Hanisch.

Eckzahlen Haushalt

Erträge Ergebnishaushalt: 10,44 Millionen Euro

Aufwendungen Ergebnishaushalt: 11,22 Millionen Euro

Einnahmen Finanzhaushalt: 9,96 Millionen Euro

Ausgaben Finanzhaushalt: 9,74 Millionen Euro

Liquide Mittel: 1,66 Millionen Euro

Kreisumlage: 2,2 Millionen Euro

Personalkosten: 3,72 Millionen Euro

Hebesätze für die Grundsteuer A: 320 Prozent, B: 415 Prozent, Gewerbesteuer: 400 Prozent

Schuldenstand: 264 776 Euro Anfang 2018

Pro-Kopf-Verschuldung: 38,91 Euro

Tilgung von Krediten: 74 550 Euro

Kreditaufnahme: eine Million Euro

Ausgewählte Investitionen: Neubau Zweifeldsporthalle 1,8 Millionen Euro, Neubau Archiv und Aufzug Haus I der Stadtverwaltung 200 000 Euro, Neubau Garagen Haus I 48 700 Euro, Erneuerung Straßenbeleuchtung 14 000 Euro, Sanierung Goethestraße 65 000 Euro, Sanierung Schillerstraße 125 000 Euro, Ausbau Fußweg Kirchstraße 25 000 Euro, Vorplanung für Radwegbau Böhlen-Zwenkau 15 000 Euro, Neubau Regenabflussrinne Grundschule 10 000 Euro, Einsatzleitwagen Feuerwehr Böhlen 48 000 Euro.

Straßen und Radwege auf der Agenda

Neben dem Sporthallenbau plant die Kommune 2018 eine Reihe von Investitionen: Sanierung der Goethe- und Schillerstraße, Vorplanung für den Radwegbau Böhlen-Zwenkau, Ausbau des Fußweges in der Kirchstraße und Erneuerung der Straßenbeleuchtung. Außerdem steht der Anbau an das Rathaus auf der Agenda, der nicht nur das Archiv beherbergen soll, sondern auch einen Aufzug erhält. In den nächsten beiden Jahren stellt die Kommune dafür jeweils 200 000 Euro bereit, 2020 dann noch einmal 100 000 Euro. Allerdings muss Böhlen die Investition nicht aus eigener Tasche stemmen, sie wird vollständig aus dem Programm „Brücken in die Zukunft“ finanziert.

Gute Nachrichten gibt es für alle Landwirte, Gewerbetreibende und Grundstücksbesitzer: Die Hebesätze bleiben unverändert bei 320 Prozent für die Grundsteuer A für land- und forstwirtschaftliche Betriebe, 415 Prozent für die Grundsteuer B für bebaute und unbebaute Grundstücke sowie bei 400 Prozent für die Gewerbesteuer.

Von Kathrin Haase

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