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Borna Notstand bei Klärschlamm: Lager bei Kahnsdorf bleibt länger
Region Borna Notstand bei Klärschlamm: Lager bei Kahnsdorf bleibt länger
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00:22 10.02.2018
Die Entsorgungsfirma LAV betreibt ihr Klärschlammlager in Kahnsdorf länger als vorgesehen. Quelle: Jens Paul Taubert
Neukieritzsch/Kahnsdorf

Bei Kahnsdorf wird voraussichtlich noch drei Monate länger Klärschlamm gelagert, als vorgesehen. Eigentlich sollten die vom Entsorgungsunternehmen LAV aus Markranstädt genutzten Silos am Weg zur Holzbrücke über die Pleiße bis Ende Dezember geräumt sein. Wie Bürgermeister Thomas Hellriegel (CDU) jetzt auf eine Bürgeranfrage in der jüngsten Gemeinderatssitzung erläuterte, habe der Vertrag mit dem Eigentümer der Silos nur bis Ende Dezember gegolten. Dann aber habe die LAV mit dem Eigentümer der Silos, einem Unternehmen der Osterland-Gruppe, eine Vertragsverlängerung vereinbart.

Der Vorgang ist Ausdruck einer derzeit offenbar bundesweit bestehenden Notlage bei der Lagerung von Gülle und Klärschlamm. Verantwortlich dafür ist eine neue Düngeverordnung, die 2017 in Kraft trat. Die regelt unter anderem die Menge und den Gehalt an Düngemitteln, die auf Ackerflächen ausgebracht werden dürfen, und legt dafür die Zeiten fest. Laut LAV-Geschäftsführer Matthias Hoger seien die zulässigen Frachten verringert und die Sperrzeiten verlängert worden. Das habe erstmals im Herbst vorigen Jahres gegriffen. Viele Landwirte seien davon überrascht gewesen.

Das führt nun bundesweit dazu, dass nach der letzten Düngeperiode im Herbst jede Menge organische Düngestoffe, dazu gehört neben der Gülle auch Klärschlamm aus Kläranlagen, übrig geblieben sind und gelagert werden müssen.

Das Markranstädter Unternehmen ist vor allem in Sachsen und Sachsen-Anhalt als Entsorgungsunternehmen für Klärschlamm tätig. Der wird bei den Klärwerken abgeholt, gelagert und zum Teil als Düngemittel auf Feldern verstreut. Andere Entsorgungswege sind Kompostierung, Trocknung und Verbrennung in Industrieanlagen. Im Moment kann sich das Unternehmen vor Anfragen zur Lagerung von Klärschlamm kaum retten.

Das aus zwei Kammern bestehende Silo bei Kahnsdorf ist eine von 26 Anlagen, die die Markranstädter betreibt. Hoger bestätigt, dass der Vertrag mit dem Osterland-Unternehmen Ende Dezember auslief. Das Lager sei im Herbst sogar schon leer und gereinigt gewesen. Das Landwirtschaftsunternehmen will das Silo künftig selbst nutzen.

Wegen der dringend benötigten Lagerkapazitäten habe LAV mit dem Eigentümer gesprochen. Da der das Silo nicht gleich brauche, habe man eine Verlängerung bis Ende März aushandeln können. Bis dahin sollte der gelagerte Klärschlamm auf Feldern aufgebracht werden. Das aktuelle Problem sieht Hoger damit noch nicht gelöst, noch immer würden zusätzliche Lagerkapazitäten gesucht.

Die Belästigungen, die vom Silo ausgehen, halten sich in zeitlichen Grenzen. In der Regel stinkt es nur dann für ein paar Tage, wenn der Schlamm eingebracht oder herausgeholt wird, berichten Bewohner. Dann aber ist der unangenehme Geruch je nach Windrichtung in Kahnsdorf und in Neukieritzsch wahrnehmbar.

Von André Neumann

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