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Borna Nun feste Anlaufstelle für Zeitzeugen
Region Borna Nun feste Anlaufstelle für Zeitzeugen
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13:21 11.06.2018
Diplom-Museologin Ariane Zabel und Historiker Christian Schmidt wollen Bergbaugeschichte festhalten, die Zeitzeugen erzählen. Hier sind die beiden im Schaufelrad eines gleichnamigen Baggers. Quelle: Jens Paul Taubert
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Borna

Die Aufarbeitung der Industriegeschichte in und um Borna soll künftig intensiver betrieben werden. Gemeint ist dabei konkret die Befragung ehemaliger Mitarbeiter aus dem Bergbau sowie dem Energie- und Chemiesektor im Leipziger Südraum, die bereits im vorigen Jahr angelaufen ist.

Anlaufpunkt in der Brauhausstraße

Dabei handelt es sich um ein Projekt in Form von Oral History, der Sammlung erzählter Geschichte, mit der die Erlebnisse und Erfahrungen vor allem vor und während der Wendezeit festgehalten werden sollen. Seit dieser Woche gibt es dafür einen festen Anlaufpunkt in der Bornaer Brauhausstraße 8.

Das Büro im früheren Finanzamt ist mit der Diplom-Museologin Ariane Zabel und dem Historiker Christian Schmidt jeweils Montag und Dienstag in der Zeit von 10 bis 15 Uhr besetzt, so dass sich Zeitzeugen dort melden und zum Gespräch kommen können.

Dieses Jahr sollen weitere 40 Interviews stattfinden

Sie werden damit Teil eines Projekts, das der Förderverein zum Aufbau eines Dokumentationszentrums IndustrieKulturlandschaft Mitteldeutschland (DokMitt) bereits im letzten Jahr initiiert hat. Deshalb hat Fachfrau Zabel bereits eine Reihe von Zeitzeugen-Gesprächen geführt. Jetzt wird sie dabei von Schmidt, Mitbegründer der Ausstellungsagentur „Zeitläufe“ unterstützt. Geplant ist, dass in diesem Jahr noch etwa 40 weitere Zeitzeugen-Interviews geführt werden.

Dabei geht es nach Angaben von Holger Schmahl, seines Zeichens Koordinator des Projekts, keineswegs darum, nur Veteranen zu befragen. Es gehe auch um Leute, die zur Zeit von Wende und Mauerfall 25 oder 30 Jahre waren. „Auch bei denen hat diese Zeit Spuren hinterlassen“, auch wenn die nach ihrer Zeit in der Kohle oder in der Chemie noch in Lohn und Brot stünden.

Vergleichbares Projekt in Sachsen-Anhalt geplant

Unterstützt wird das Projekt vom sächsischen Integrationsministerium, das Gelder über das Landesprogramm, „Weltoffenes Sachsen – für Demokratie und Toleranz“ bereitstellt. Ein vergleichbares Projekt ist auch in Sachsen-Anhalt geplant, sagt Ulrike Kalteich vom DokMitt-Vorstand und Leiterin der Geschäftsstelle der Kulturstiftung Hohenmölsen.

Für Veronique Töpel, DokMitt-Vorstand und Geschäftsführerin des Sächsischen Wirtschaftsarchivs Leipzig, geht es den befragten Zeitzeugen oftmals um die Anerkennung ihrer Lebensleistung. Immerhin, so Historiker Schmidt, handle es sich bei der gesellschaftlichen Wende 1989/90 um einen einschneidenden Umbruch, der durchaus mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs vergleichbar ist.

Das Büro in der Brauhausstraße 8, Zimmer 301b, ist Montag und Dienstag 10 bis 15 Uhr geöffnet. Telefon 0152/57458721.

Von Nikos Natsidis

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