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Borna Nur 50 im Mai – so wenig neue Asylbewerber wie lange nicht im Kreis
Region Borna Nur 50 im Mai – so wenig neue Asylbewerber wie lange nicht im Kreis
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10:04 07.06.2016
Hoffen auf ein besseres Leben in Deutschland. Quelle: Andreas Döring
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Borna/Grimma

Der Zugzug hat stark abgenommen. Kamen im November 392 Asylbewerber in den Landkreis Leipzig und im Dezember gar 433, so sind die Zahlen mittlerweile drastisch gesunken. „Im Juni erwarten wir zweimal 25 Leute“, sagt Landrat Henry Graichen (CDU). Also 50, so viele wie dem Kreis auch im Mai zugewiesen wurden. Dennoch bleibt die gerechte Verteilung der Migranten auf die Kommunen eine Herausforderung.

Zum Stichtag 31. Mai waren im Landkreis 2708 Asylbewerber registriert. Damit ging die Zahl der Flüchtlinge seit dem Höchststand vom Februar (2922) kontinuierlich zurück. Das hat zur Folge, dass die insgesamt 13 Gemeinschaftsunterkünfte im Schnitt zu 76 Prozent belegt sind. Allerdings gibt es zwischen den einzelnen Einrichtungen erhebliche Unterschiede. So ist das Domizil in Rötha mit 97 Prozent nahezu vollständig belegt. Über dem Belegungsdurchschnnitt liegen auch die Unterkünfte in Beucha (Stadt Brandis, 86 Prozent), Markranstädt und Grimma (jeweils 84 Prozent) sowie in Naunhof (81 Prozent). Den meisten Platz gibt es in Frohburg, wo lediglich jeder zweite Platz genutzt wird (52 Prozent).

Landrat Graichen macht klar, dass es durchaus gut ist, wenn etwa ein Viertel der Gemeinschaftsunterkünfte nicht belegt ist. Das sei ein Puffer. „Auf diese Weise haben wir Kapazitäten, um im Bedarfsfall reagieren zu können.“ Nach wie vor hält der Landkreis Leipzig an der Maßgabe fest, die Mehrzahl der Asylbewerber dezentral in Wohnungen unterzubringen. Von den 2708 Flüchtlingen lebten im Mai 1506Menschen in Wohnungen, was einem Anteil von 56 Prozent entspricht. In Grimma sind 85 Wohnungen mit Asylbewerbern belegt, in Borna 80. Insgesamt werden im Landkreis 548 Wohnungen von Asylbewerbern genutzt. Dagegen gibt es in Belgershain, Kohren-Sahlis, Lossatal und Narsdorf sowie Parthenstein, Thallwitz und Trebsen keine Asylbewerber.

Angesichts der sinkenden Zahlen könne der Kreis wieder Wohnungen kündigen, so Graichen. Das sei schon finanziell sinnvoll, „weil wir ja keine Plätze bezahlt bekommen, sondern nur Geld pro Asylbewerber erhalten“. Zudem bleibe es eine Aufgabe, die Flüchtlinge gerechter über den Landkreis zu verteilen. Als ein Schritt dazu gilt das Ende der Nutzung der einstigen Berufsschule in Regis-Breitingen, deren zwischenzeitliche Bewohner jetzt in Borsdorf untergebracht sind. Tendenziell sollten mehr Asylbewerber auch in den Leipzig-nahen Kommunen unterkommen, sagt der Landrat.

Die meisten der registrierten Asylbewerber stammen aus Syrien (732). 518 kamen aus Afghanistan und 303 aus dem Irak. Zudem gehören 186 Pakistani, 111 Palästinenser und 99 Libanesen dazu. Jeweils ein Flüchtling kam aus Griechenland und der Bundesrepublik.

Im Mai gab es sieben Abschiebungen aus dem Landkreis. Im Monat zuvor waren es 20. Seit November wurden 50 Asylbewerber in ihre Herkunftsländer zurückgeschickt.

Von den 2708 Asylbewerbern, die Ende des letzten Monats aktenkundig waren, erhielten 304 Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II, bekamen also Hartz IV. Geduldet wurden 495 Personen.

Von Nikos Natsidis

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