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"Nur Fenster im Kopf"

"Nur Fenster im Kopf"


Rötha. Der Maschinenpark wurde in den letzten vier Jahren erneuert – eine Investition von rund 800 000 Euro.

. Momentan werden gerade die Büros hergerichtet. Peter Morlok, Chef der gleichnamigen Fensterfabrik in Rötha, hat gut zu tun. Im nächsten Jahr sind es zwei Jahrzehnte, seit der Schwabe in der alten Halle, in der früher Pferdemist getrocknet wurde, durchstartete.

Fenster sind offensichtlich krisensicher. „Sie gehen immer. Wer wohnt schon im Kalten?", sinniert Geschäftsmann Morlok. Als Junge stand er bereits in der Fabrik des Vaters, der sein Lebenswerk 1995 an die drei Söhne weitergab. Bernd und Jürgen arbeiten am Stammsitz in Baiersbronn und Herrlisheim (Frankreich), den Mittleren verschlug es nach Sachsen. Hierzulande sind Kunststofffenster gefragt, im Westen eher die aus Holz und Aluminium.

Nach fast 20 Jahren ist Peter Morlok angekommen, fühlt sich trotz seines ausgeprägten Dialekts in Rötha zu Hause. „Das Schwäbische wird akzeptiert", sagt er. Den letzten Beweis dafür tritt er in der kommenden Woche an: auf politischer Ebene. „Ich sitze dann wieder im Stadtrat", erzählt der Christdemokrat. Er rückt für Heiko Große nach, den es beruflich in die Schweiz verschlagen hat. Unternehmer Morlok ist ein positiv denkender Mensch, und so wird er sich auch für die Kommunalpolitik etwas Zeit nehmen und „gucken, was wir für die Gemeinde tun können". Es gehe immer weiter, auch wenn kein Geld da sei.

Immer weiter geht es offenbar auch in seiner Firma, in der 14 Mitarbeiter beschäftigt sind, vorwiegend Maschinenschlosser und Holztechniker. Sie müssen mit moderner Technik umgehen können, die in der Branche Einzug gehalten hat. Die Steuerung werde vom Server in Baiersbronn übernommen, erzählt der 50-Jährige. Die Frage, ob er modernisieren soll, stellte sich irgendwann nicht mehr: Für die Rente war er zu jung, seine alte Technik aber hätte weitere 15 Jahre nicht mehr durchgehalten. Und so rüstete Morlok sukzessive auf, um die einzelnen Arbeitsschritte für ein Fenster – Zuschnitt, Bearbeitung, Verschweißen und Verputzen – auf den neuesten Stand zu bringen. 30 bis 40 Minuten Arbeit stecken in einem Fenster, einiges muss per Hand erledigt werden.

Maschinenarbeiter Siegfried Hölzel (52) ist im Sommer 15 Jahre dabei. Früher baute der Leipziger Autokühler und Abgasanlagen für Trabant und Wartburg, heute ist er im Zuschnitt und in der Bearbeitung tätig. Auch Kollege Daniel Neumann (34) aus Böhlen ist beruflicher Seiteneinsteiger. Der gelernte Parkettleger arbeitet seit sieben Jahren bei Morlok: schraubt Bänder an, befestigt Sockel und hängt Flügel ein. Die Belegschaft sei stabil geblieben, resümiert der Chef. Wenngleich das Bestehen am Markt nicht einfacher werde. „Wir müssen ein Drittel mehr arbeiten, um das Gleiche zu erwirtschaften", sagt er. Dennoch arbeite er gern. Früh ab 6.30 Uhr ist der Boss in der Fabrik, oft werden es zwölf Stunden. Er kennt die alljährliche Flaute im Frühjahr und das Hoch im Herbst. Das sei schon immer so gewesen, erzählt ein Mann, der „nur Fenster im Kopf" habe.

Saskia Grätz

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