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Borna Nur ein Kühlturm unter Dampf: Revision im Kraftwerk Lippendorf
Region Borna Nur ein Kühlturm unter Dampf: Revision im Kraftwerk Lippendorf
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00:19 09.06.2017
Revision im Kraftwerk Lippendorf. Aus dem Kühlturm von Block R wird erst Mitte Juni wieder Dampf aufsteigen. Quelle: Andreas Döring
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Neukieritzsch/Lippendorf

Schon seit Anfang Mai dampft es im Leag-Kraftwerk in Lippendorf nur aus einem der beiden knapp 175 Meter hohen Kühltürme. Das liegt diesmal nicht am Strombedarf beziehungsweise am hohen Angebot von Wind- und Sonnenstrom, weswegen das Kraftwerk immer wieder in seiner Leistung gedrosselt wird. Derzeit befindet sich das Kraftwerk in einer Revision. Die Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten am Block R dauern voraussichtlich noch bis Mitte Juni.

Nachdem im vorigen Jahr der Block S einer Revision unterzogen worden war, der dem Energiekonzern EnBW gehört, ist diesmal der Leag-eigene Block an der Reihe. Der erlebt die erste Revision seit dem Eigentümerwechsel am 1. Oktober 2016. Der schwedische Staatskonzern Vattenfall hatte sein Braunkohlegeschäft verkauft. Betreiber des Kraftwerkes Lippendorf und Eigentümer des einen der beiden 920-Megawatt-Blöcke wurde die Leag mit ihrer Sparte Lausitz Energie Kraftwerke AG.

Die jetzige Abschaltung war als so genannte Kurzrevision vorgesehen, dauert aber mit über 40 Tagen etwas länger, weil sich schon im Laufe der unmittelbaren Planungen ein etwas größerer Instandhaltungsbedarf angedeutet hatte.

Neben dem Dampferzeuger, in dem Verschleißschichten aufgetragen und endlos viele Rohre und Verbindungen nachgeschweißt werden, ist in diesem Jahr auch die Turbine einer der Schwerpunkte der Arbeiten, wie Kraftwerksleiter Christian Rosin sagt. Das von Druck und Temperaturen am stärksten belastete Hochdruckteil hatte Schäden aufgewiesen, die jetzt repariert wurden. Dazu wurde die rund 35 Tonnen schwere Hochdruckturbine von Spezialisten der Firma GE (General Electric) ausgebaut, zur Reparatur nach Berlin gebracht und hier wieder eingebaut. Rosin lobt die Arbeit der Kollegen vor allem vor dem Hintergrund, dass die einen ähnlichen Umstrukturierungsprozess durchgemacht hätten, wie die Lippendorfer Kraftwerker. GE hatte 2015 die Energiesparte des Unternehmens Allstom übernommen.

Neben der Stammbelegschaft von 260 Mitarbeitern gingen und gehen während der Revision insgesamt rund 1350 zusätzliche Arbeitskräfte von Fremd- und Servicefirmen im Kraftwerk Lippendorf ein und aus. Die hohe Zahl, sagt Rosin, spiegele das straffe Programm wieder. Und stellt hohe Anforderungen an die Arbeitssicherheit. Die ist nach einigen Arbeitsunfällen in den vergangenen Jahren derzeit ein großes Thema im Kraftwerk. Unter Leitung einer externen Arbeitssicherheitspsychologin arbeitete ein zehnköpfiges Team aus der eigenen Belegschaft an einem Projekt welches vor allem zur Stärkung der persönlichen Konzentration und Aufmerksamkeit führen soll. Defizite in dem Bereich waren nämlich als Ursache einiger teils schwerer Unfälle ausgemacht worden. Mit unkonventionellen Mitteln werden die Mitarbeiter jetzt an verschiedenen Stellen im Werk daran erinnert, auch bei routinemäßigen Handlungen nachzudenken und Umsicht walten zu lassen. Motto: „Wir bleiben sicher.“

Bis jetzt könnten sich die Anstrengungen schon gelohnt haben. Bisher habe es, sagt Rosin, während der laufenden Revision noch keinen Arbeitsunfall gegeben. „Ich hoffe, dass das auch während der letzten Tage so bleibt“, sagt der Kraftwerksleiter.

Von André Neumann

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