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OBM: Bisher sind alle Kinder untergekommen

OBM: Bisher sind alle Kinder untergekommen

Es gibt viele Unterschiede zwischen der Großstadt Leipzig und dem vergleichsweise überschaubaren Borna. Und selbst die größten Bornaer Lokalpatrioten mit extrem stark rosaroter Brille müssen einräumen, dass der Vergleich der beiden ungleichen Kommunen zumindest nicht immer zugunsten von Borna ausfällt.

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oelzschau / kugel /u. wolf
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Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke, Zweite von links) übergibt mit Thomas Voigt (SPD, links), Zweiter Beigeordneter im Landratsamt, BHGS-Geschäftsführer Michael Niessen die offizielle Baugenehmigung für die neue Krippe in der Pawlowstraße.

Quelle: Thomas Kube

Borna. Aber es gibt sie, die Aspekte, bei denen Borna um Längen besser abschneidet. Zum Beispiel bei der Kinderbetreuung. Während die Situation in Leipzig diesbezüglich fast schon dramatisch scheint, gibt es dabei "im Großen und Ganzen bei uns keine Probleme". Sagt Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) mit Blick auf die Lage in der Stadt gut ein Jahr nach Einführung eines Rechtsanspruchs auf Kinderbetreuung.

"So, wie es angekündigt war, ist es jedenfalls nicht gekommen." Im Prinzip habe jeder, der eine Betreuung für seinen Sprössling brauche, auch einen Betreuungsplatz erhalten. Dabei würden Leute, die einen Arbeitsplatz habe, bevorzugt. Konkret sieht die Lage nach Angaben der Rathauschefin so aus, dass es für Kinder unter drei Jahren 216 Betreuungsplätze gibt, einschließlich Tagespflege. Davon seien bis zum Sommer 2015 alle belegt beziehungsweise es lägen Anmeldungen vor. Von den insgesamt 577 Betreuungsplätzen für Kinder zwischen drei Jahren und Einschulung sind bis zum Sommer nächsten Jahres 556 belegt oder reserviert. In Borna gibt es zudem aktuell 532 Hortplätze, von denen binnen Jahresfrist 490 belegt sind. Freie Plätze gebe es nur noch im Hort der Clemens-Thieme-Grundschule, so Luedtke weiter.

Es gebe Bornaer, die ihr Geld außerhalb der Bornaer Stadtgrenzen verdienen und ihr Kind auch dort in eine Krippe oder einen Kindergarten schaffen. Umgekehrt würden in den Bornaer Kindertagesstätten auch Kinder von außerhalb betreut.

Bisher seine jedenfalls alle Kinder, untergekommen. Dazu gehört nach Angaben von Luedtke auch der Nachwuchs von Asylbewerbern, die in der Stadt wohnen.

Auf absehbare Zeit auf der sicheren Seite sei die Stadt dann, wenn die neue Kinderkrippe in der Pawlowstraße stehe. Dafür übergab die Oberbürgermeisterin gestern dem Geschäftsführer der Bornaer Haus- und Grundstücksservice (BHGS), Michael Niessen, die Baugenehmigung. In der neuen Krippe sollen 60 Kinder unterkommen. Gebraucht werde die neue Einrichtung auch deshalb, weil die Zahl der Geburten im Klinikum Borna weiter steige, so Luedtke. Im ersten Halbjahr 2014 seine dort mehr als 600 Geburten gezählt worden. Die Oberbürgermeisterin: "Vielleicht kommen wir dieses Jahr über die 1000er Grenze", was auch Folgen für die Kinderbetreuung in Borna habe, obwohl natürlich keineswegs sämtliche Neugeborenen im Klinikum Borna auch in Borna wohnen.

Wann die Arbeiten an der neuen Krippe in der Pawlowstraße - Kostenpunkt insgesamt 1,7 Millionen Euro, wovon die Stadt 680 000 Euro beisteuert - beginnen, ist allerdings noch unklar. Vielleicht in vier Wochen, sagt die Oberbürgermeisterin. Mit der Fertigstellung der neuen Einrichtung sei dann Anfang nächsten Jahres zu rechnen, was allerdings ein durchaus ziemlich dehnbarer Begriff ist. Möglich sei die Beendigung des Projekts erst zu diesem Zeitpunkt, weil die Gelder aus den Töpfen des Freistaates und des Landratsamtes sowie aus dem Stadtsäckel anteilig auch im nächsten Jahr noch verbaut werden können, sagt Oberbürgermeisterin Luedtke weiter dazu.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.08.2014
Nikos Natsidis

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