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Oberbürgermeisterin: Wir können stolz sein - Borna hat sein Image geändert

Oberbürgermeisterin: Wir können stolz sein - Borna hat sein Image geändert

Borna. Es ließ aufhorchen, was Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) jetzt bei einer Informationsveranstaltung über die Zukunft des Bockwitzer Sees verkündete.

Borna habe "sein Image geändert", verkündete die Rathauschefin im Goldenen Stern und verwies auf den Zuspruch zum Lutherfest im Sommer und den Zwiebellauf. "Da kommen die Leute mittlerweile von weit her." Was die Frage aufwirft, ob Borna tatsächlich ein Stück weit weggekommen ist von den verbreiteten Assoziationen, die in Bezug auf die einstige Bergbaustadt bisher eher an Kohle, Dreck und schlechte Luft denken ließen.

Ist es, sagt Regina Heinze. Sie ist jemand, der es wissen muss. Schließlich ist sie als Geschäftsstellenleiterin des Fremdenverkehrsverbandes Kohrener Land vom Fach, wenn es um Tourismus etc, geht. "Leute, die Borna besuchen, sind immer wieder positiv überrascht", sagt die Fachfrau, die auf Touristik-Messen immer wieder auch für Borna Werbung macht. "Die Leute sagen dann oft, dass sie das nicht so gedacht hätten", und damit sei die Entwicklung vom Borna gemeint. Regina Heinze hat beobachtet, dass gerade Leute, die lange nicht in Borna waren, einen gewissen Aha-Effekt hätten. "Etwa, wenn sie wegen eines Klassentreffens herkommen." Für sie seht fest: "Borna hat einen Image-Wandel vollzogen." Die Industriebauten gebe es seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr, die Stadt sei sauber und die Luft ebenfalls. Die Häuser sähen anders aus als vor 25 Jahren, und die Innenstadt sei ansehnlich. Wenn sie potenzielle Besucher auf die Stadt anspreche, dann bekommt die Frau vom Fremdenverkehrsverband oftmals zu hören: "Zwibbelborne."

Es gehe jetzt darum, die Leute zu animieren, nach Borna zu kommen. Dabei könnte das mittlerweile gut ausgebaute Radwegenetz südlich von Leipzig helfen. Die verbesserte Bahnverbindung durch den Leipziger Citytunnel gehöre ebenfalls dazu. Veranstaltungen wie das Stadtfest rund um den 3. Oktober und das Lutherfest oder auch sportliche Ereignisse hätten den Ruf der Stadt verändert.

Natürlich sei eine Stadt wie Borna nicht mit Grimma, der Perle an der Mulde, zu vergleichen, wo es schon immer Tourismus gegeben habe und das landschaftlich bevorzugt sei. Es gehe auch nicht mehr darum, ob sich Borna eher als Hauptstadt des Neuseenlandes verstehe oder als Tor zum Kohrener Land. "Außerdem gibt es einen Bruch im Bornaer Stadtgebiet", sagt Fremdenverkehrsfrau Heinze mit Blick auf das Volkskundemuseum Wyhra im eher ländlich geprägten Raum und die eigentliche Stadt Borna.

Aber die Stadt habe natürlich ihre Defizite. "Es fehlt ein größeres Objekt zur Beherbergung." Ein Mittelklassehotel, in dem 30, 40 Leute übernachten könnten. Die Stadt liege am Lutherweg, da gebe es Pauschalangebote, die sich allerdings noch nicht in einer grundlegenden Wertschöpfung durch Touristen in Borna niederschlagen. Das sei nur möglich mit einem Hotel entsprechender Größe, was auch Gastronomie mit sich bringe. Derzeit sei aber eher so, dass Besucher aus Leipzig für zwei Stunden einen Abstecher nach Borna machen, um dann in Leipzig oder Markkleeberg zu übernachten. Das müsse in jedem Fall gedreht werden, so Regina Heinze weiter.

Und noch etwas sei wichtig: dass das geplante Bergbau-Dokumentationszentrum unbedingt nach Borna kommt. Klar, sei, dass das kein besseres Heimatmuseum sein dürfe, sondern Multivisionseffekte und ähnliches bieten müsse. Das Dokumentationszentrum sei für die touristische Entwicklung der Stadt jedenfalls nahezu unverzichtbar. "Darum muss gekämpft werden."

Dann würde sich sicher fortsetzen, was Oberbürgermeisterin Luedtke bereits im Goldenen Stern verkündet hat. Borna sei auf einem guten Weg. Und weiter. "Wir können auf unsere Stadt stolz sein."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.10.2014
Nikos Natsidis

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