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Borna Oberleitungen in Böhlens Glück-Auf-Straße bleiben
Region Borna Oberleitungen in Böhlens Glück-Auf-Straße bleiben
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09:00 28.02.2019
Für Anwohner und Stadt ist es unverständlich, dass die Oberleitungen bleiben. Quelle: Julia Tonne
Böhlen

Etwas Geduld noch, dann geht es mit dem grundhaften Ausbau der Glück-Auf-Straße in Böhlen los. Lange mussten die Anwohner darauf warten, immer wieder war das Vorhaben verschoben worden. Nun soll Baubeginn im April sein, wie Böhlens Bürgermeister Dietmar Berndt (parteilos) erklärte.

Ein Wermutstropfen bleibt aber, wenn die ersten Bagger anrücken: Die bestehenden Oberleitungen werden aller Voraussicht nach erhalten bleiben. Erst kürzlich hatte Anwohner Eckhard Meier im Stadtrat nachgehakt, ob denn mit den Bauarbeiten auch die Kabel unterirdisch verlegt werden sollen.

Doch daraus wird nichts. „Schon bei der ersten Ankündigung, dass wir die Straße sanieren wollen, hatten wir die Telekom gebeten, hier tätig zu werden und ihre Kabel in die Erde zu verlegen“, erzählt der Rathauschef. Das Anliegen sei damals abgelehnt worden.

Böhlens Bürgermeister Dietmar Berndt erklärt, dass die Telecom ihre Oberleitungen in der Glück-Auf-Straße behalten will. Quelle: Jens Paul Taubert

Ablehnung von Seiten der Telekom für Böhlen nicht nachvollziehbar

„Und auch die zweite Anfrage vor einigen Monaten brachte kein neues Ergebnis“, so Berndt weiter. Dabei seien die Oberleitungen – fast die letzten auf Böhlener Flur – auch ihm „ein Dorn im Auge“. Für Meier ist die Ablehnung von Seiten der Telekom in keiner Weise nachvollziehbar. „Jetzt wird die Straße schon einmal aufgemacht, und die Telekom bleibt stur“, kritisiert er. Auch Berndt ist alles andere als glücklich, „die Telekom soll dann nicht in zwei Jahren kommen und die Kabel unterirdisch verlegen wollen“, macht er deutlich.

Die Stadt will dennoch im Zuge des grundhaften Ausbaus der Glück-Auf-Straße ein Leerrohr mit in die Erde bringen, um später gerüstet zu sein, sollte die Deutsche Glasfaser hier aktiv werden.

Stadt wartet auf Vertrag der Deutschen Glasfaser mit Böhlen

Das Unternehmen hatte im Herbst seine Zustimmung signalisiert, in Böhlen das Verfahren „Fiber to the home“ (FTTH, Glasfaser bis ins Haus / bis in die Wohnung) umsetzen zu wollen. Allerdings warte die Stadt nach Aussage des Bürgermeisters noch auf den entsprechenden Vertrag zwischen Böhlen und der Deutschen Glasfaser. „Wir haben schon unterschrieben, bislang aber warten wir noch auf die Unterschrift durch das Unternehmen.“

Wenn die Bauarbeiten in der Glück-Auf-Straße beginnen, kommt zunächst der Abwasserzweckverband (AZV) Espenhain zum Zuge. Dieser will die Schmutz- und Regenwasserleitungen erneuern sowie neue Hausanschlüsse herstellen. Der AZV investiert 210.000 Euro.

Die Stadt selbst kümmert sich um den grundhaften Ausbau, saniert Fahrbahn und Gehwege und erneuert die Beleuchtung. Rund 250.000 Euro lässt sich Böhlen das Vorhaben kosten. Da die Maßnahme gemeinsam von beiden bestritten wird, soll sich auch das Zeitfenster im Rahmen halten. Berndt und AZV rechnen mit einer Bauzeit bis September.

Kommentar: Straßenbau gleich nutzen

Es dauert und dauert. Ob Videos runterladen, Bilder verschicken oder Musik hören: Familie Meier in der Glück-Auf-Straße in Böhlen braucht Geduld. Das Internet ist nicht das schnellste. Kein Wunder also, dass sich sowohl Meiers als auch deren Nachbarn eine Verbesserung wünschen.

Die wäre auch durchaus im Bereich des Machbaren: Mit der Verlegung der Telekomkabel in die Erde wären wohl höhere Geschwindigkeiten realisierbar. Doch genau an der Stelle hapert es. Die Telekom weigert sich, ihre bislang oberirdisch verlaufenden Leitungen ins Erdreich zu verlegen. Dabei bietet die Stadt selbst – gemeinsam mit dem Abwasserzweckverband Espenhain – die beste Möglichkeit, um hier gleich tätig zu werden.Ab April wird in der Glück-Auf-Straße gebaut, was das Zeug hält. Mit anderen Worten: Jetzt wäre die Chance, die offene Straße zu nutzen.

Und eben, weil sich das Unternehmen in der Hinsicht nicht erweichen lässt, tut die Stadt gut daran, ein Leerrohr mit einzubauen, das künftig für schnelles Internet genutzt werden könnte. Denn es ist in der Tat alles andere als sinnvoll und effizient, wenn in zwei, drei Jahren die Telekom auf die Idee käme, nun doch die oberirdisch verlaufenden Leitungen abzumontieren und als Kabel in die Erde zu bringen.

Wenn schnelles Internet nicht schon bis zu jeder Milchkanne kommen soll, so doch wenigstens an und in die Wohnhäuser.

Von Julia Tonne

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