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Oberschüler aus Regis-Breitingen und Kitzscher besuchen Mibrag-Ausbildungszentrum

Zeitungsprojekt Oberschüler aus Regis-Breitingen und Kitzscher besuchen Mibrag-Ausbildungszentrum

Wer in Profen ein Handwerk erlernt, muss nicht unbedingt Bergmann werden. Die Berufe, die dort gelehrt werden, sind in allen Industriezweigen deutschlandweit anerkannt. Das und vieles mehr haben die Achtklässler bei einer exklusiven Entdeckungstour vor Ort erfahren.

Haben sich auf die Spuren der Bergmänner und anderer Berufen begeben: Schüler der achten Klasse von der Oberschule Kitzscher.

Quelle: Matthias Klöppel

Profen/Regis-Breitingen/Kitzscher. Ein Ausflug nach Profen stand in den vergangenen Tagen auf dem Stundenplan der Oberschulen Regis-Breitingen und Kitzscher. Achtklässler beider Einrichtungen besuchten getrennt voneinander das Mibrag-Ausbildungszentrum und informierten sich dort über die Möglichkeiten einer Ausbildung beim Braunkohleunternehmen. Die Exkursionen fanden ebenfalls im Rahmen der LVZ-Aktion „Schüler lesen Zeitung“ statt.

„Habt ihr eine Vorstellung“, fragt Jürgen Walther, Leiter der Ausbildungsstätte, „womit wir unser Geld verdienen?“ Die 14-Jährige Marie hebt sofort Hand: „Sie fördern Braunkohle mit riesigen Baggern, transportieren diese über Bänder aus dem Tagebau und erzeugen damit Strom.“ Die Achtklässlerin von der Oberschule Kitzscher ist sehr interessiert, kennt sich durch ihren Vater gut im Kohleabbau aus, stellt selbst mehrere Fragen.

Ihre Mitschüler erkundigen sich unter anderem nach der Firmengeschichte, wollen über Arbeitszeiten und Bezahlung Bescheid wissen, haken bei den Schulnoten nach, die für einen Ausbildungsplatz erforderlich sind. Dass sie schon über eine konkrete Zukunft in der Ausbildungsstätte nachdenken, ist aber bei den wenigsten der Fall. Zwei melden sich auf die Frage, wer denn nach der Schule in der Region bleiben möchte.

Die Berufe, die junge Leute binnen zwei bis dreieinhalb Jahren in Profen erlernen können, heißen Elektroniker, Maschinen- und Anlagenführer, Industriemechaniker, Bürokaufmann, Chemielaborant und Zerspanungsmechaniker. „Jedes Jahr stellen wir um die 40 Azubis ein und bilden bis zu 20 weitere für andere Firmen der Region aus“, sagt Ausbildungschef Walther.

Dass sich eine Lehre am Standort lohne, darin sind sich die zwei Auszubildenden Tom Kunert (17) und Michael Gersten (26) einig. Letzterer stammt aus einer Handwerkerfamilie, trat nach dem Abitur der Bundeswehr bei und bekommt nun Kenntnisse und Fertigkeiten für eine Arbeit als Elektroniker vermittelt. „Den Beruf gab es in meiner Familie bislang noch nicht“, erzählt er mit einem Lächeln.

Nach der Frage-Antwort-Runde unternehmen die Jugendlichen zusammen mit den Ausbildern Steffen Bartholomäi und Uwe Diekmann einen Streifzug durch das Ausbildungszentrum und die nahe gelegenen Montagehallen. Der 13-Jährige Ben möchte wissen, welches Gewicht ein Portalkran tragen kann – die geschätzten mehreren Dutzend Tonnen beeindrucken ihn. Navin (14) schaut sich einen ausgestellten Stromabnehmer genauer an. „Das Gerät überträgt elektrische Energie von einer Oberleitung auf Züge“, erzählt er einem Klassenkameraden.

Die Lehrerinnen Annett Schiller und Bianca Wagner sprechen von einer gelungenen Exkursion: „Die Mibrag hat alles sehr gut vorbereitet und den Schülern viele wichtige Hinweise für das Berufsleben gegeben.“ Sie halten es allerdings für sinnvoll, die Tour künftig an den Anfang der neunten Klasse zu verlegen. So könnten die Jungen und Mädchen mehr von ihren Kenntnissen in Physik und Chemie profitieren. Auch sei das Thema Ausbildung für viele ihrer Zöglinge „noch zu weit weg“.

Dankbar für den Blick hinter die Kulissen sind zumindest die wissbegierige Marie und ihre Freundin Olivia (13). Beide haben viel für sich selbst mitgenommen, sagen sie. Ihr Fazit: „Ein schöner Ausflug – gerne wieder.“

Von Matthias Klöppel

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