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Oberschule Groitzsch: Verzögerung beim Chemiekabinett bis Ferienende

Fehlendes Teil Oberschule Groitzsch: Verzögerung beim Chemiekabinett bis Ferienende

Das Ende des Projekts „neues Chemiekabinett“ ist abzusehen, das hofft zumindest die Oberschule Groitzsch. Ein fehlendes Teil des Deckensystems mit Energieträger hat zu wochenlangen Verzögerungen geführt. Jetzt wird die Fertigstellung zum Ende der Herbstferien erwartet.

Oliver Sommerwerk von der Firma Sylatec aus Weißenfels montiert am Deckensystem mit Energieträger im neuen Chemiekabinett der Oberschule Groitzsch.

Quelle: Jens Paul Taubert

Groitzsch. Die Groitzscher Oberschüler erfreuen sich an den Herbstferien, Lehrerin Ina Drbal freut sich auf die Zeit danach. Dann endlich kann sie ihr Chemiekabinett wieder nutzen – hoffentlich. In den Wochen seit Schuljahresbeginn mussten sie sowie ihre Schützlinge ab der 8. Klasse darauf verzichten, weil sich die Sanierung und Umrüstung des Fachraums verzögerte. Immerhin rund 100 000 Euro investiert die Stadt Groitzsch in dieses Vorhaben.

Vom beliebten Schülerspruch „Chemie ist das, was knallt und stinkt...“ konnten sich die Mädchen und Jungen daher zuletzt kaum überzeugen. „Frau Drbal musste viel improvisieren, und das hat sie gut gemacht“, sagt Schulleiterin Gudrun Meier. „Natürlich waren aus Sicherheitsgründen keine Experimente für die Schüler möglich. Aber Frau Drbal hat viel demonstriert – wenn es nicht mit Gefahrenstoffen zu tun hatte.“ Schließlich mussten andere, nicht dazu hergerichtete Schulräume für den Unterricht genutzt werden. Immerhin sei aufgrund des fehlenden Kabinetts keine Stunde in Chemie ausgefallen. „Nun wird es aber Zeit, dass die Schüler selbst ausprobieren können, was das Fach eigentlich ausmacht. Gerade bei den Achtklässlern, die erstmals Chemie haben, muss doch die Motivation dafür geweckt werden.“

Vorgesehen war, dass die neue Einrichtung bereits ab Mitte August betriebsbereit ist. Dazu war der Raum zum Ende des vergangenen Schuljahres leergeräumt worden. Und die baulichen (Vor-)Arbeiten an Wasser- und Abwasserleitungen, Fußbodenbelag und dem Abzugssystem (Digestorium) sowie die Renovierung waren erfolgt. Sogar die Installation des neuen Deckensystems mit Energieträger, über das sämtliche Medien wie Wasser und auch Gas an die Schülerarbeitsplätze gebracht wird, hatte in der Vorbereitungswoche vor Schuljahresstart begonnen. „Bis festgestellt wurde, dass eine Art Führungsschiene für eine der zwei Seiten des Deckensystems fehlte“, erklärt Schulleiterin Meier. „Die war nicht mit bestellt worden. Und sie musste nachproduziert werden, weil der Hersteller schon auf andere Produkte umgerüstet hatte. Ein Riesenaufwand, hieß es.“

Dadurch stockte das Projekt, konnten die Monteure nicht weiter. Warten war angesagt. Schließlich machte Bürgermeister Maik Kunze (CDU) den Vorgang zur Chefsache, zumal Informationen über den weiteren Zeitablauf ausblieben. Inzwischen hatte er schon für den Mittwoch dieser Woche einen Termin beim Anwalt der Stadt vereinbart. „Doch am Montag teilte uns die Schule mit, dass der Hausmeister schon ganz früh gerufen wurde, damit die Monteure ins Haus können“, so Kunze. „Das Rathaus war nicht in Kenntnis gesetzt worden.“

Nun hoffen er, Drbal und Meier, dass es keine weiteren Verzögerungen gibt. In den Ferien, also im Laufe der nächsten Woche, soll die Installation komplettiert werden. „Auch die interaktive Schultafel für das Chemiekabinett ist dann angekündigt. Und die Lehrerin muss noch eingewiesen werden“, erklärt die Schulleiterin. „Wir sitzen jedenfalls in den Startlöchern.“ Sie erwartet nun, dass der Fachraum ab etwa Mitte Oktober zur Verfügung steht. An den 30 Schülerarbeitsplätzen, deren Tische zu Gruppen zusammengestellt werden können, weil Wasser und Gas ja von der Decke zugeführt werden, kann es dann tatsächlich knallen und stinken.

Von Olaf Krenz

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