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Borna Oberschule Kitzscher steht vor Generationswechsel
Region Borna Oberschule Kitzscher steht vor Generationswechsel
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11:00 16.02.2017
Rainer Reichenbach (vorn li.) mit Schülern und Kitzschers Bürgermeister Maik Schramm bei der Verleihung des Sächsischen Schulpreises 2014. Quelle: André Neumann
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Kitzscher

Schulleiter Rainer Reichenbach (62) geht im Sommer von Bord. Das ist wahrscheinlich die bedeutsamste, längst aber nicht die einzige Personalie, welche die Oberschule Kitzscher in den kommenden anderthalb Jahren verkraften muss. Von den derzeit 17 Lehrerinnen und Lehrern an der Schule werden am Ende des jetzigen Schuljahres insgesamt drei, zum Halbjahr des nächsten Schuljahres zwei und im Sommer 2018 noch einmal zwei in den Ruhestand gehen.

Reichenbach spricht in dem Zusammenhang von einem Generationswechsel und sagt: „In zwei Jahren wird es an unserer Schule keinen Lehrer mehr geben, der schon vor 1990 hier war.“ Gleichzeitig befürchtet er, dass das vielfache Ausscheiden angesichts der Lehrerknappheit in Sachsen auch zu einem Mangel an Kollegen an der Oberschule Kitzscher führen könnte.

Deren Schülerzahl ist von 450 im Jahre 2002 immer weiter gesunken. Dadurch habe es nie ein Problem, keinen Mangel gegeben, wenn Lehrer aufhörten. Jetzt sei das anders, denn die Schülerzahl stabilisiere sich bei 200 bis 250, somit müssten ausscheidende Kollegen ersetzt werden. Und das scheint momentan schwierig, auch an der Oberschule Kitzscher gibt es schon so genannte Seiteneinsteiger. Jetzt falle den Schulen auf die Füße, was der Freistaat Sachsen in den vergangenen Jahren in der Personalpolitik versäumt habe, nimmt der Schulleiter kein Blatt vor den Mund.

Reichenbach und seine Stellvertreterin Dagmar Schulz setzen auf die für Kitzscher zuständige Schulreferentin. „Sie kennt unsere Situation und kümmert sich um uns“, sagt Schulz. Die zugleich eine Werbebotschaft an den angehenden pädagogischen Nachwuchs sendet: „Für Berufseinsteiger bietet eine ländliche Schule eine Reihe von Chancen“, sagt sie, um schmunzelnd hinzuzufügen: „Wer zu uns kommt, wird von den Kollegen auf Händen getragen.“

Was die Zukunft der Schule angeht, bleibt Rainer Reichenbach angesichts des bevorstehenden personellen Umbruchs gelassen. Schon in zurückliegenden Jahren haben neue Kollegen an der Schule angefangen. „Die haben frischen Wind und neue Sichtweisen mitgebracht, das ist gut für die Schule“, ist der Schulleiter überzeugt. Der weit davon entfernt ist, unbedingt an allem festhalten zu wollen, was die scheidende Lehrergeneration an der Schule aufgebaut hat. „Wenn etwas geht, geht auch etwas verloren“, sagt er. Doch dann komme auch Neues dazu. „Wichtig für die Schule ist, dass es mit neuen Akzenten kontinuierlich weitergeht“, schaut der Schulleiter voraus.

Rainer Reichenbachs Tätigkeit an der Oberschule Kitzscher begann 1979. Die Schulleiterstelle ist ausgeschrieben worden. Er macht keinen Hehl daraus, dass er seine jetzige Stellvertreterin für eine gute Nachfolgerin halten würde. „Sie hat neue, positive Dinge in die Schule hineingebracht“, sagt Reichenbach über Schulz. Vorerst will der 62-Jährige seine Arbeit noch ein halbes Jahr lang so erledigen, wie er das bisher getan hat: „Ich habe das immer gern gemacht, ich mache das jetzt auch noch gern.“

Von André Neumann

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