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Borna Obertitz weiht Gedenkstein für Gefallene ein
Region Borna Obertitz weiht Gedenkstein für Gefallene ein
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19:36 12.10.2018
Das Denkmal für die aus Obertitz stammenden Gefallenen beider Weltkriege wird nach der Sanierung wieder eingeweiht. Dazu wird eine Trauerweide gepflanzt. Quelle: Olaf Krenz
Groitzsch/Obertitz

 Fast die Hälfte der rund 50 Obertitzer ließ sich die Wieder-Einweihung des Gefallenendenkmals in ihrem Dorf nicht entgehen. Der Groitzscher Bürgermeister Maik Kunze (CDU) legte dazu am Donnerstagnachmittag im Ortsteil einen Kranz nieder. Tatkräftige Einwohner und der zuständige Großstolpener Ortsvorsteher Steffen Sokolowski (Freie Wählergemeinschaft) pflanzten mit ihm zudem eine Trauerweide.

Im Sturm: Baum zerstörte Gedenkstein

„Der Gedenkstein war in die Jahre gekommen und wohl auch unvollständig“, sagte Kunze. Wann er aufgestellt worden war, ist unklar, wohl in den 1920er-Jahren. Schließlich war die Stätte im August 2017 Opfer eines Sturms geworden, als sie ein umfallender Baum getroffen und in die Einzelteile zerlegt hatte. Vor allem auf das Drängen von Christina Hoffmann hin habe die Stadt die Sanierung in Angriff genommen. Steinmetz Danny Schellenberger hatte die Arbeiten ausgeführt, auch eine neue Einfassung geschaffen. Die Instandsetzung kostete 3500 Euro.

Das Gefallenendenkmal in Obertitz ist beim kurzen Unwetter im August 2017 von einem umfallenden Baum zerstört worden. Quelle: Stadtverwaltung

„Ich hoffe, dass es für Sie, liebe Obertitzer, jetzt ein würdiger Gedenkort für die Erinnerung an Ihre Verwandten ist“, so der Stadtchef. „Außerdem hoffe ich, dass er möglichst lange erhalten bleibt“, fügte er hinzu. Ein Seitenhieb gegen die Erweiterungspläne des Braunkohleförderers Mibrag, die das Dorf bedrohen. Mit der Baumpflanzung komme Groitzsch ebenfalls einem Wunsch aus dem Ort nach.

Obertitzerin forschte nach Namen der Gefallenen

„Es hat mich interessiert“, sagte Christina Hoffmann zunächst zurückhaltend über ihren Einsatz. Ehemann Manfred erklärte den Grund: Ihr Bruder Vinus Wagner gehörte zu den Gefallenen und Vermissten des 2. Weltkriegs aus dem Dorf. Dann erzählte die 81-Jährige, dass sie in der Vergangenheit schon selbst eine Gedenktafel hatte anfertigen lassen, weil sie „das Loch gestört“ hatte; die ursprüngliche Tafel war vor langer Zeit entfernt worden.

Als die aktuelle Sanierung zugesagt worden war, hatte sie Archive in Kirche und Rathaus nach Namen durchforstet – unterstützt von der Stadtverwaltung – und andere Hinterbliebene befragt. Jetzt sind drei Männer, die aus dem 1. Weltkrieg nicht zurückgekommen waren, und sieben vom 2. Weltkrieg verewigt.

Die Denkmalstafel zeigt jetzt die Namen der Gefallenen und Vermissten aus Obertitz. Quelle: Olaf Krenz

Einweihung mit selbst gebackenem Kuchen

Die Einweihung nutzten die Obertitzer auch zu einem Schwatz mit Hauptamtsleiterin Silke Große sowie den SPD-Stadträten Lothar Gläser, Jörg Kipping und Jörg Großkopf. Dazu ließen sie sich den Kuchen schmecken, den Frauen aus dem Dorf gebacken hatten.

Von Olaf Krenz

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