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Ocker statt gelb: Regiser Rathaus soll äußerlich wieder aussehen wie vor gut 100 Jahren

Sanierung Ocker statt gelb: Regiser Rathaus soll äußerlich wieder aussehen wie vor gut 100 Jahren

Wer ins Rathaus von Regis-Breitingen möchte, muss sich derzeit unter einem Baugerüst hindurchschlängeln. Der Grund: Das über 100 Jahre alte Gebäude von 1909 wird derzeit von außen saniert.

Das Rathaus von Regis-Breitingen wird derzeit saniert.

Quelle: André Neumann

Regis-Breitingen. Wer ins Rathaus von Regis-Breitingen möchte, muss sich derzeit unter einem Baugerüst hindurchschlängeln. Der Grund: Das über 100 Jahre alte Gebäude von 1909 wird derzeit von außen saniert. Die Nord- und Westseite, also die Straßenseiten werden neu verputzt und gemalert. Zuvor werden Verzierungen und Porphyrsimse ausgebessert beziehungsweise neu angebracht. Die Rückseiten werden weniger aufwendig ausgebessert und nur gestrichen.

Zu den denkmalgerechten Restaurierungen gehört das Anbringen sogenannter Bossen an Fenstern im Obergeschoss. Die vorstehenden Tafeln rechts und links der Fenster waren zuletzt nicht mehr vorhanden, wurden aber auf alten Fotos entdeckt. Andreas Schulz von der Malermeisterfirma Hendrik Baumgärtel aus Thräna bringt dazu Schalungen an der Wand an und trägt zwischen den Leisten eine reichlich daumendicke Putzschicht auf, die später noch verfeinert wird.

Überhaupt würden laut Bürgermeister Wolfram Lenk (Linke) bei der Sanierung zahlreiche Forderungen des Denkmalschutzes umgesetzt. Wegen langer Diskussionen um die Gestaltung hätte sich der Beginn der Arbeiten verzögert, so der Bürgermeister, denn eigentlich sollte das Rathaus schon im vorigen Jahr saniert werden.

Auch die vertraute Farbe wird sich ändern. Anstelle des in den 90er-Jahren auf die Fassade gekommenen gelben Anstrichs werden die Wände jetzt dunkler und ockerfarben, so, wie sie früher ausgesehen haben sollen.

Unangetastet bleibt im Moment noch die einer Putte ähnelnde Figur an der Ecke des Eingangserkers. Die Fassadenfigur ist derzeit verhüllt, sie soll später restauriert werden. Es gebe, sagt, Lenk, von Experten unterschiedliche Auffassung darüber, was es mit dieser Figur auf sich habe. Einige würden von einem allgemeinen Schutzpatron sprechen, andere sähen eine Bedeutung im Zusammenhang mit dem Bergbau, weil die Putte eine Grubenlampe trägt. Die Figur kam erst später ans Rathaus. Warum und in welcher Bedeutung ist unbekannt.

Rund 50 000 Euro seien laut Lenk für die Sanierung veranschlagt. Geld, das die Stadt aus eigener Tasche aufbringt und womit eine Auflage aus der zurückliegenden Regiser Altstadtsanierung erfüllt wird. Weil die Stadt nach Ablauf des Sanierungszeitraumes darauf verzichtete, von den Grundstückseigentümern einen Ausgleich für die im Sanierungsgebiet erzielte Wertsteigerung zu erheben, musste sie den zu erwartenden Betrag in weitere Sanierungsprojekte fließen lassen. Die Rathaussanierung ist das letzte davon.

Von André Neumann

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