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Öffentliches Gelöbnis von über 200 Bundeswehrrekruten in Geithain

Öffentliches Gelöbnis von über 200 Bundeswehrrekruten in Geithain

Geithain. 211 Rekruten der Panzergrenadierbrigade 37 „Freistaat Sachsen" gelobten Donnerstagabend in Geithain öffentlich, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen.

. Das war das vorerst letzte Gelöbnis Wehrpflichtiger in Sachsen, künftig sollen nur noch Freiwillige bei der Bundeswehr dienen. Zahlreiche Angehörige und Zuschauer verfolgten die Zeremonie auf dem Marktplatz.

Die jungen Männer sind schon mit 20 Kilo Gepäck zum Geländedienst marschiert, haben Grundkenntnisse an der Waffe, in der Sanitäts- und Wachausbildung erworben. „Das ist hart, anders als im zivilen Leben", sagte Tim Eichhorn. Er absolviert seine Grundausbildung im Fernmeldebataillon 701 in Frankenberg, andere Rekruten beim Panzergrenadierbataillon 371 in Marienberg oder beim Panzerpionierbataillon 701 in Gera. Der Großteil der Rekruten kommt aus Mitteldeutschland, Tim Eichhorn ist aus Ilmenau. Er habe sich nicht geärgert, zu den letzten zu gehören, die am 3. Januar eingezogen wurden. „Ich wollte meine sechs Monate ableisten", so der 22-Jährige. Das Gelöbnis fand er „bewegend in diesem großen Rahmen".

„Ich bin stolz darauf, einer der letzten Wehrpflichtigen zu sein", erklärte gestern Jan Höfer. Der 20-jährige Chemnitzer will freiwillig zwölf Monate bei der Bundeswehr bleiben, um auch an Auslandseinsätzen teilnehmen zu können. Dieses Ziel hat auch Dimitrios Addo aus Berlin, deshalb will sich der 19-jährige Rekrut für zwölf Jahre verpflichten.

Sascha Wetzig aus Neukirchen im Erzgebirge hob das „beeindruckende Ambiente" hervor, das die Stadt Geithain als Kulisse des Gelöbnisappells biete. Der 23-jährige empfand es als große Ehre, gestern für alle Rekruten öffentlich das Wort zu ergreifen. Dabei bezeichnete der Funker den Wehrdienst als Zeit der Herausforderung und neuer Erfahrungen. „Jeder von uns weiß nun mehr denn je seine Familie zu schätzen", sagte er.

Vor ihm hatte Georg Ludwig von Breitenbuch, CDU-Landtagsabgeordneter für die Region, das Wort ergriffen. Die Veranstaltung finde in aller Öffentlichkeit statt. Mitten im Leben, „weil die Bundeswehr mitten in unser Leben gehört. Weil unsere Soldaten zu uns gehören. Die vielen Gäste und Besucher zeigen, dass das bei uns so ist", hob der Politiker hervor.

Oberstleutnant Ralf Unkelbach, Kommandeur des Fernmeldebataillons 701 in Frankenberg, betonte, er freue sich sehr, „dass es möglich war, herzukommen und im Herzen der Stadt, umrahmt von dieser schönen Kulisse das Gelöbnis durchzuführen." Die Bundeswehr müsse sich angesichts des Aussetzens der Wehrpflicht einer tiefgreifenden Reform stellen, kleiner und professioneller werden, so der 45-Jährige. Er bat um einen Moment der Stille für die jüngst in Afghanistan gefallenen Bundeswehrsoldaten. Oberst Maier, der stellvertretende Kommandeur der Panzergrenadierbrigade 37, zeichnete Hauptfeldwebel Enrico Hommel für dessen Teilnahme an einem Gefecht 2009 in Afghanistan mit der Einsatzmedaille der Bundeswehr aus. Ab 2012 wird auch die Panzergrenadierbrigade „Freistaat Sachsen" wieder in den Auslandseinsatz gehen.

Dem vom Wehrbereichsmusikkorbs III aus Erfurt umrahmten Gelöbnisappell schloss sich ein Empfang für Eltern der Rekruten und geladene Gäste im Bürgerhaus der Stadt an. Nach 2004 und 2005 gelobten Rekruten gestern zum dritten Mal in Geithain, denn bereits seit sieben Jahren besteht eine Patenschaft zwischen einer Kompanie des Fernmeldebataillons 701 und der Stadt Geithain. Ein „Höhepunkt im öffentlichen Leben der Stadt und eine gute Möglichkeit für die Kommune, sich in der breiten Öffentlichkeit zu präsentieren", ist das Gelöbnis für Geithains Bürgermeisterin Romy Bauer (CDU).

Inge Engelhardt

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