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Ökostation Borna darf derzeit nicht auswildern und plant Bau von Volieren

Projektvorhaben Ökostation Borna darf derzeit nicht auswildern und plant Bau von Volieren

Zwei Projekte wollen die Mitarbeiter, die ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr bei der Bornaer Ökostation absolvieren, im April in Angriff nehmen: zum einen den Bau von Volieren, zum anderen das Anlegen einer Streuobstwiese. Währenddessen steht die Ökostation vor dem Problem, einen Bussard nicht auswildern zu dürfen.

„108“ heißt der Mäusebussard, der seit August in der Ökostation aufgepäppelt wurde. Doch ausgewildert werden darf er noch nicht.

Quelle: Julia Tonne

Borna. Seit fast sieben Monaten ist die Ökologische Station Borna-Birkenhain das Zuhause für „108“. Der Mäusebussard ist nach einer Verletzung durch einen Stromschlag zwar längst genesen, doch in die Freiheit darf er noch nicht zurück, obwohl der Frühling im Anmarsch ist und in der großen weiten Welt Paarungspartner warten. Der Ausbruch der Vogelgrippe und die Ausweitung des Sperrbezirks machen den Mitarbeitern der Ökostation derzeit einen Strich durch die Rechnung.

„Wir dürfen im Moment weder Vögel aufnehmen noch auswildern“, macht Geschäftsführer Martin Graichen deutlich. Dabei beginne jetzt die Zeit der Brut – und damit auch die Zeit, in der häufig aus dem Nest gefallene Jungtiere gebracht würden. Für den Bussard bedeuten die strengen Auflagen, dass die Voliere zunächst seine Unterkunft bleibt. Und zwar noch bis mindestens Ende April. Dann aber müsste er spätestens raus. „In den ersten Tagen und Wochen muss er sich wieder daran gewöhnen, seine Beute selbst zu jagen. Dann erst gelingt es auch, sich der Brut zu widmen“, begründet Graichen.

Von den strengen Regelungen ist auch ein Uhu betroffen, den die Ökostation an einen Falkner in Moritzburg abgeben will. Einst war der Kerl als Partner für eine Uhu-Dame nach Borna gezogen, weil diese nach einer schweren Verletzung nicht wieder ausgewildert werden konnte. Mittlerweile ist das Weibchen tot, so dass das Männchen wieder Gesellschaft braucht. „Und bei dem Falkner wäre er wirklich gut aufgehoben“, betont Graichen.

Marika Wigger, die ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) hier absolviert, hofft, dass der Bussard wenigstens bald nach draußen kann. Allerdings sind die Kapazitäten der Volieren begrenzt. Doch wenigstens da ist Besserung in Sicht. Denn sämtliche FÖJler, die die Ökostation als Träger betreut, haben zwei Projekte anlässlich einer Landesaktionswoche Ende April fest im Blick. Eines davon ist der Bau von zwei weiteren großen Volieren auf dem Gelände der Ökostation. Das Grundgerüst steht bereits, allerdings fehlen noch blickdichte Seitenteile sowie ein Maschendrahtgeflecht als Dach.

Das Grundgerüst steht, im April sollen die Volieren komplett fertig gebaut werden

Das Grundgerüst steht, im April sollen die Volieren komplett fertig gebaut werden.

Quelle: Julia Tonne

Dafür wiederum suchen die Naturschützer noch Sponsoren, die mit Geld oder Materialien aushelfen können. Benötigt würden Metallgitter und vor allem Siebdruckplatten. Diese sollen später als Seitenteile dienen. Blickdicht müssen sie deshalb sein, damit sich die tierischen Patienten nicht jedes Mal erschrecken, wenn ein Mitarbeiter an der Voliere vorbeiläuft. Hilfe kommt bei dem Unterfangen von einem Tischler, der die Volierenbauer unterstützt. Dennoch sind die Kosten nicht ganz gering, mehrere tausend Euro kostet dieser Projektteil.

Das zweite Projekt, dass die FÖJler angehen, ist eine umfangreiche Pflanzung auf dem Gnadenhof Lossa, auch eine Einsatzstelle der Ökostation. Die Finanzierung der kleinen Bäumchen übernimmt der Hof, die Arbeit erledigen die jungen Leute selbst. „Die dortige große Freifläche eignet sich hervorragend als Streuobstwiese“, erklärt Wigger. Vor allem sei eine solche unverzichtbar für Brutvogelarten. „Die Form allerdings geht zunehmend verloren“, sagt Graichen. Umso wichtiger sei es, neue Streuobstwiesen anzulegen, immerhin bräuchten sie etwa zwölf Jahre, bis sie ihrer Funktion voll gerecht werden könnten.

Wer für die beiden Projekte spenden möchte, kann sich jederzeit an die Ökostation wenden.

Von Julia Tonne

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