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Borna Ökostation Borna päppelt zahlreiche Igel auf – Spenden und Helfer gesucht
Region Borna Ökostation Borna päppelt zahlreiche Igel auf – Spenden und Helfer gesucht
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00:18 05.11.2016
Marica Wigger absolviert ein Freiwilliges ökologisches Jahr in der Ökostation und versorgt die stachligen Patienten. Quelle: Julia Tonne
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Borna

Nummer 0136 wiegt mittlerweile mehrere hundert Gramm, frisst wieder und ist nachts ständig auf Achse. Dabei stand es zunächst nicht gut um das kleine Igelkind, das gefunden und anschließend in der Pflegestation der Ökologischen Station Borna-Birkenhain abgegeben wurde. Doch Katja Tölg, Leiterin der Pflegestation, und Marica Wigger, die ein freiwilliges ökologisches Jahr hier absolviert, haben alles getan, um den Kleinen wieder aufzupäppeln. Nummer 0136 ist allerdings bei weitem nicht der einzige Schützling. Mehr als 20 Igel werden hier neben vielen anderen Wildtieren rund um die Uhr versorgt und medizinisch betreut. Denn der Herbst ist die Zeit, in der auf der Krankenstation Hochsaison herrscht. Demzufolge wird es in der Ökostation langsam voll.

Dabei, sagt Tölg, könnte fast jeder, der einen hilfsbedürftigen Igel findet, ihn selbst pflegen, bis er wieder in die Wildnis entlassen werden kann. Wichtig ist, das Tier erst zu beobachten, bevor man es einsammelt und sich telefonisch Rat bei einer Igelstation holt. Rollt er sich nicht ein, ist abgemagert oder schwirren bereits Fliegen über dem Stacheltier, sollte man den Igel in Obhut nehmen. Hilfreich ist es, wenn Fundort und Datum notiert werden. Etwas Futter kann dann bereits über den ersten Tag helfen. „Viele mache allerdings den Fehler und füttern Äpfel oder Katzenmilch“, sagt Tölg. Das sei vollkommen falsch, schließlich ernähren sich Igel von kleinen Insekten, Schnecken und Würmern. Am besten sei es, kranken Tieren Katzen- oder Hundefutter, kurz angebratenes Rinderhack oder Rührei ohne jegliche Gewürze zu geben. Dazu ein kleines Schälchen mit Wasser – „niemals Milch“!

Igel vertragen den Milchzucker nicht, sie bekommen davon schwere Durchfälle, in der Folge Darminfektionen. Das kann tödlich enden. Spezielles Igelfutter, das es im Handel gibt, sei nicht notwendig. Fühlt sich der Igel zudem kalt an, brauche er dringend Wärme – am besten mit Hilfe einer Wärmflasche.

Tölg rät außerdem dazu, mit dem Findelkind die nächst gelegene Igelstation aufzusuchen. Die gibt es nicht nur in Borna, sondern auch in Altenburg und in Leipzig. „Entweder schaut sich ein Tierarzt, der vor Ort ist, den Patienten an oder die Pflegekräfte untersuchen ihn“, erklärt die Leiterin der Bornaer Pflegestation. Ist das Bündel auf besonders aufwendige Hilfe angewiesen, bleibe es auf der Krankenstation. Kräftigere Igel können von Pflege-Eltern weiter versorgt werden. Haben sie jedoch ein entsprechendes Gewicht und sind auch sonst fit, dürfen sie bis Ende Oktober dort ausgesetzt werden, wo sie gefunden worden sind. Danach müssen sie in menschlicher Obhut überwintern.

Zieht der Schützling beim Finder ein, ist ein Heim für den Igel unerlässlich. Da die Tiere sehr agil und viel unterwegs sind, ist ein mit Zeitungspapier ausgelegter großer Karton die beste Wahl. Zum Schlafen eignet sich ein kleineres Exemplar, das ebenfalls mit Zeitungen ausgepolstert wird. „Der Patient braucht zudem viel Ruhe, denn die Tiere sind äußerst stressanfällig“, sagt Wigger, die seit einigen Monaten in der Ökostation aushilft. Überwintern sollten Igel, die wieder aufgepäppelt worden sind, aber wegen des einbrechenden Winters nicht mehr freigelassen werden können, an einem kühlen Ort, der möglichst auch katzensicher ist. In das Winterquartier gehören, auch wenn Igel Winterschlaf halten, etwas Trockenfutter und immer frisches Wasser.

Wer sich all das nicht zutraut, kann seinen Findling getrost in der Ökostation lassen. Und wer der Krankenstation etwas Gutes tun möchte, kann einige Spenden da lassen, um Futter und Medikamente für die Tiere zu besorgen. Auch ehrenamtliche Helfer sind gerne gesehen, die Nist- und Igelkästen bauen oder gern einen Freiwilligendienst leisten möchten. Namen geben die Mitarbeiter den Patienten übrigens nicht, „es sind schließlich Wildtiere, die wieder in die Freiheit entlassen werden“, begründet Tölg.

Von Julia Tonne

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