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Oelzschauer ist 60 Jahre bei der Feuerwehr – erster Einsatz liegt noch länger zurück

Ehrung Oelzschauer ist 60 Jahre bei der Feuerwehr – erster Einsatz liegt noch länger zurück

Bei Familie Weber liegt das Feuerwehrdasein im Blut. Der Oelzschauer Wolfgang Weber spricht schmunzelnd sogar von einem Virus, der die Seinen seit mehreren Generationen befallen hat. Auf der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr von Oelzschau erhielt der 76-Jährige das Ehrenkreuz für 60 Jahre treue Dienste in der Feuerwehr verliehen.

Wolfgang Weber ist stolz auf die Urkunde zum Orden für 60 Jahre treue Dienste bei der Feuerwehr. Das kleine Foto zeigt ihn in Uniform.

Quelle: André Neumann

Rötha/Oelzschau. Bei Familie Weber liegt das Feuerwehrdasein im Blut. Der Oelzschauer Wolfgang Weber spricht schmunzelnd sogar von einem Virus, der die Seinen seit mehreren Generationen befallen hat. Und das hatte jetzt Folgen. Auf der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr von Oelzschau erhielt der 76-Jährige kürzlich das Ehrenkreuz für 60 Jahre treue Dienste in der Feuerwehr verliehen.

Das eigentliche Dienstjubiläum lag da freilich schon mehr als ein halbes Jahr zurück, denn Weber war im Mai 1955 in Rötha Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr geworden. In der war sein Vater Richard Weber damals stellvertretender Vorsitzender. Und auch Großvater Max gehörte seinerzeit der Feuerwehr an.

Als Sohn und Enkel von Feuerwehrmännern fand auch Wolfgang Weber schon in jungen Jahren Gefallen an der Sache. 1946, da war er sieben, fuhr er schon mit zu einem Waldbrand bei Rötha raus, ein Jahr später zu einem Kohlebunkerbrand bei Großzössen. Freilich nur als Zuschauer. Was sich aber bald ändern sollte. Im Jahr 1954 beteiligte sich der 15-Jährige schon an Einsätzen beim damaligen Hochwasser. Weber erinnert sich an einen Sonnabend. Weil die Erwachsenen abends zum Feuerwehrball wollten, stand er mit anderen jungen Männern zwischen Lobstädt und Neukieritzsch am Kohlebahngraben und überwachte die Pumpen. Dafür bekam er später seine erste Auszeichnung, noch bevor er im Jahr darauf überhaupt ein regulärer Feuerwehrmann wurde. Den Besteckkasten besitzt Familie Weber noch heute.

Wolfgang Weber blieb nicht nur über Jahrzehnte der Freiwilligen Feuerwehr treu, erst in Rötha, dann in Oelzschau, wo er 1966 hinzog. Er stieg 1961 auch bei der Berufsfeuerwehr in Espenhain ein. Wo er gleich bei einem der ersten Einsätze hätte ums Leben kommen können. Damals brannte eine Bandfilteranlage im Braunkohlewerk, die Hitze ließ die Anlage schließlich einstürzen. Mit seinem Partner kam er gerade noch rechtzeitig heraus.

Auch die Freiwillige Feuerwehr hatte spektakuläre Einsätze. An einen brennenden Kuhstall in Hainichen erinnert er sich beispielsweise und an einen Scheunenbrand. Von seiner Wohnung in Oelzschau hatte es Wolfgang Weber bis zum Gerätehaus nicht weit. „Eine Minute mit dem Fahrrad“, erzählt er. Als er älter war und nicht mehr aktiv an den Einsätzen teilnahm, beeilte Wolfgang Weber sich trotzdem, zum Geräthaus zu kommen, wo er den Telefondienst und andere „rückwärtige Dienste“ übernahm. In der Alters- und Ehrenabteilung sorgen Weber und seine Mitstreiter auch heute noch mit dafür, dass im Ernstfall alles reibungslos läuft. Bei den Diensten alle 14 Tage waschen und rollen sie beispielsweise die Schläuche.

Der Feuerwehrvirus hat die Webers derweil immer noch nicht verlassen. Sohn Udo Weber (44) spielte ebenfalls als Kind mit dem Gartenschlauch Feuerwehr, trat mit 16 in die Freiwillige Wehr Rötha ein und ist jetzt bei der Berufsfeuerwehr Leipzig im gehobenen Dienst tätig.

Von André Neumann

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