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Oldtimerfreunde aus Kitzen kümmern sich um Automobile mit Geschichte und Seele

Arbeitsgemeinschaft Oldtimerfreunde aus Kitzen kümmern sich um Automobile mit Geschichte und Seele

Für die zehn Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Oldtimer in Kitzen sind Automobile mit Geschichte und Seele die wahren Ritter der Landstraße. In mühevoller Kleinarbeit und mit Liebe zum Detail setzen sie verwahrloste alte Schinken wieder instand und besuchen damit Oldtimertreffen oder Rallys. Seit mittlerweile 18 Jahren pflegen sie ihr Hobby. Angefangen hatte alles mit einem Feuerwehrjubiläum in Kitzen.

Blick in die Werkstatt der Kitzener Oldtimerfreunde. Zurzeit haben sie ein Fahrrad aus den 50er-Jahren aufgebockt, das sie mit einem Außenmotor versehen wollen.

Quelle: Kathrin Haase

Pegau/Kitzen. Neue, schnelle und technisch ausgefeilte Autos gibt es wie Sand am Meer. Doch das wirkliche Vergnügen liegt für viele Freunde der Landstraße in Automobilen mit Geschichte und Seele, die sie selbst wieder flott machen. Für die zehn Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Oldtimer in Kitzen ist das seit 18 Jahren ein liebgewordenes Hobby.

Begonnen hatte alles mit einem Jubiläum. 1996 feierte die Freiwillige Feuerwehr Kitzen ihr 60-jähriges Bestehen mit einem Festumzug, und eine der Attraktionen war ein Kraftspritzen-Anhänger, Baujahr 1936, aus der Feuerwehrgerätefabrik München. Rudi Pfeiffer, Feuerwehrmann und Oldtimerfreund aus Kitzen, hatte den verwahrlosten Anhänger eines Tages „irgendwo in der Prärie entdeckt“ und sich seiner angenommen, erinnert sich der Kfz-Schlosser und Lackierer Bodo Götze (61). Zusammen mit Frank und Herbert Morenz setzten die Männer mit den goldenen Händen das gute Stück instand und präsentierten es zum Jubiläum.

Jetzt waren sie auf den Geschmack gekommen. Zwei Jahre später, 1998, feierte die ehemals eigenständige Gemeinde Kitzen das 925. Jubiläum ihrer Ersterwähnung – ebenfalls mit einem Festumzug. Neben dem schmucken Feuerwehranhänger wurde nun auch ein gut 60 Jahre alter Opel Blitz vorgeführt, der einst im Auftrag des Reichsluftfahrtministeriums gebaut wurde und viele Jahre in Diensten der Gemeinde Eythra stand. 1970 wechselte das 4,80 Meter lange Gefährt in den Fuhrpark der Ortsfeuerwehr Scheidens. „Nach so vielen Jahren war es fast verschlissen, hatte einen gewaltigen Motorschaden und war auf die Schnelle nicht zu reparieren“, weiß Bodo Götze noch heute. „Deshalb haben wir ihn beim Umzug mit einer Lanz durch Kitzen gezogen.“

Doch den Technikfreunden juckte es in den Fingern, ihr Ehrgeiz war geweckt. „Wir wollten den Opel unbedingt aufbauen“, sagt Dieter Arndt (62), Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Oldtimer. In der alten Schroterei auf dem Gelände des einstigen Rittergutes fanden die Gleichgesinnten schnell einen geeigneten Platz für ihr Hobby und gründeten noch im gleichen Jahr einen Verein. Mehrmals in der Woche und an den Wochenenden trafen sie sich hier, um dem Fahrzeug-Opa wieder Leben einzuhauchen. 1700 Arbeitsstunden benötigten sie dafür.

Dank einiger privater Sponsoren und mit viel Improvisationstalent gesellten sich im Laufe der Jahre weitere Fahrzeuge wie der DKW 8 (“Das kleine Wunder“) von 1936 dazu. „Wir haben außerdem alles Mögliche aus der ländlichen Region gesammelt, alte Haushaltgeräte und landwirtschaftliche Utensilien, sogar eine Pferdezug-Anhängeleiter von 1927 oder eine Tabakfädelmaschine. Wenn man einmal damit anfängt...“ Heute lagern die Oldtimerfreunde sogar Reste aus der alten Kitzener Schule in ihrem Domizil, Tafeln und verschiedene Lehrutensilien. „Da kommt fast eine kleine Ausstellung zusammen“, freuen sie sich. Zurzeit steht ein Fahrrad aus den 50er-Jahren in ihrer Werkstatt, das sie mit einem Anbaumotor versehen möchten. Bis zum 80. Jubiläum der Feuerwehr Kitzen im September möchten sie das Gefährt wieder in Gang zu bringen.

Auf Jubiläen, Oldtimer-Rallys und -treffen, zum Beispiel in Markranstädt, Pegau oder Elstertrebnitz, sind die Kitzener immer gern gesehen. „Man kennt sich und hilft sich untereinander aus“, erzählt Dieter Arndt. Hin und wieder übernehmen die Oldtimerfreunde auch besondere Fahrdienste bei privaten Feierlichkeiten von Vereinsmitgliedern oder guten Bekannten. Erst vor wenigen Tagen chauffierten sie die frisch Vermählten Francis Günther vom Karnevalklub Pegau und ihren Mann Mike Köhler, Sprecher des Kreisfeuerwehrverbandes.

Von Kathrin Haase

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