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Oldtimerfreunde in Groitzsch präsentieren sich im September auf dem Markt

Historische Fahrzeuge Oldtimerfreunde in Groitzsch präsentieren sich im September auf dem Markt

Vor elf Jahren haben sich in Groitzsch ein Dutzend Oldtimer- und Technikfreunde unter dem Dach des Bürgervereins „Stadtmühle“ zusammengetan. Seitdem verhalfen sie schon manchem Fahrzeug-Opi auf die Beine – ob Dieselameise, B 1000 oder Wartburg und Bastei-Wohnwagen. Auf Oldtimertreffen sind sie gern gesehene Gäste.

Blick ins Heiligtum der Sektion „Historische Fahrzeuge und Technik“: der Garagen- und Werkstattraum in der Altenburger Straße in Groitzsch.

Quelle: Kathrin Haase

Groitzsch. Sobald die Sonne etwas höher steht, kribbelt es nicht nur Motorradfahrern und Gärtnern in den Fingern, sondern auch vielen Oldtimerfreunden. Mit originellen, blitzenden Karossen tuckern sie dann stolz über Land und haben Freude an ihren hochbetagten Pferdestärken. Doch vor dem Vergnügen liegen oft monatelange Garagenarbeit, Ersatzteil-Management und Internet-Recherche. Davon können die 13 Männer und zwei Frauen der Sektion „Historische Fahrzeuge und Technik“ beim Bürgerverein „Stadtmühle“ ein Lied singen, hervorgegangen aus der Groitzscher Feuerwehr.

Vor mehr als elf Jahren haben sie sich die Restauration, Pflege und den Erhalt alter Fahrzeuge und Technik auf die Fahnen geschrieben und seitdem schon manchem Gaul wieder das Springen beigebracht: unter anderem zwei S 4000-Löschfahrzeugen, einem B 1000, einem Wartburg, der Dieselameise DK 2003, einem Trabant 500, einer Gulaschkanone, dem P 70 – einem Vorgänger des Trabant aus den 50er Jahren, einem Opel Blitz, dem legendären Traktor „Pionier“ oder einem Bastei-Wohnwagen, den die Groitzscher feuerwehrrot spritzten, sowie unzähligen Mopeds und Motorrädern.

Jeden Freitagabend ist Bastelzeit in einer Werkstatt in der Altenburger Straße. Mit schmutzigen, öligen Fingern und leuchtenden Augen träumen die Oldtimerfreunde ihren Kleinjungentraum weiter. Für den Sektionsvorsitzenden Henry Rother (57), ein gelernter Kfz-Schlosser, ist der Freitagabend mit Gleichgesinnten deshalb ein Heiligtum: „Die Arbeit macht mir unheimlich viel Spaß, da kann man richtig abschalten und auf andere Gedanken kommen.“ Auch Busfahrer Werner Fehre, mit 77 Jahren der Älteste im Bunde, schwärmt von den Erfolgserlebnissen in der Garage, „wenn die Dinger plötzlich wieder funktionieren. Die alten Fahrzeuge haben einen tollen Sound, der ist wie Musik in den Ohren. Und erst der Geruch...“

Eine ihrer größten Herausforderungen ist zurzeit der Traktor Pionier des einstigen Fuhrunternehmers Heinz Bieler aus Groitzsch. Während das Fahrerhaus wieder steht wie eine Eins und Erich Taubert die Sitze neu gepolstert hat, müssen als nächstes der Tank, Batterien und die Motorhaube ins Verjüngungsbecken. Zuguterletzt braucht es neue Scheiben und dringend frische Farbe. „Es gibt noch ordentlich zu tun und wir können jede helfende Hand gebrauchen“, stellt Henry Rother mit Blick auf den Traktor-Opa fest. „Wir suchen jederzeit junge Mitstreiter für unsere Sektion, vor allem auch Lkw-Fahrer.“ „Solche wie Michael Bücheler, der wirklich sehr geschickt ist und goldene Hände hat. Ein Bastler sondersgleichen“, schwärmt Werner Fehre. Elektromechaniker Bücheler ist mit 45 Jahren der Jüngste innerhalb der Sektion und sein Motto steht stellvertretend für alle Oldtimerfreunde: „Geht nicht, gibts nicht.“

Doch die Groitzscher arbeiten nicht nur im stillen Kämmerlein – während der Wintermonate verlegen sie ihre Treffen ins Vereinshaus Stadtmühle – sondern zeigen sich gerne auch auf regionalen Oldtimertreffen und Festlichkeiten. Beim Mühlradfest übernehmen sie jedes Jahr einen festen Part und sind darüber hinaus gern gesehene Gäste in Espenhain, Werdau, Hartmannsdorf, Pegau oder Elstertrebnitz. Außerdem präsentieren sie im September wieder ihre Fahrzeuge und Technik auf dem Groitzscher Markt. „Da haben wir den Platz wieder voll“, erinnert sich der Sektionsleiter noch gut an den Auflauf im vergangenen Jahr.

Von Kathrin Haase

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