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Borna Online-Umfrage zur Kita-Betreuung endet am 1. Mai
Region Borna Online-Umfrage zur Kita-Betreuung endet am 1. Mai
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19:03 27.04.2018
Quelle: dpa
Landkreis Leipzig

Zu viele Kinder, zu wenige Erzieher. Der Wunsch nach einer Verbesserung der Betreuungssituation in sächsischen Kitas ist allgegenwärtig. Noch bis 1. Mai haben Erzieher und Eltern die Möglichkeit, dem Freistaat die Meinung zu sagen. Doch die Umfrage von Kultusminister Christian Piwarz (CDU) scheint vielerorts ins Leere zu laufen.

Logo zur Kita-Umfrage in Sachsen Quelle: Kita.Sachsen.de

Großer Ansturm auf Umfrage blieb bislang aus

Alle sächsischen Eltern sowie rund 33 000 Erzieher in Krippen, Kindergärten und Horten sind aufgerufen, sich zu konkreten Vorschlägen der Landesregierung zu äußern. Bis kurz vor Ende der Befragung blieb der große Ansturm von Interessenten allerdings aus, bedauert die Staatsregierung.

Jeder kann teilnehmen. Wer im Internet nach dem Stichwort „Kita-Umfrage Sachsen“ googelt, landet schnell auf der entsprechenden Seite. Hier werden nach kurzer Einführung vier Vorschläge unterbreitet, die die Betreuung verbessern sollen. Die Teilnehmer haben die Wahl: Sprechen sie sich für eine Verbesserung des Betreuungsschlüssels oder lieber für ein frei verwendbares Finanzbudget für jede Einrichtung aus? Wird der Schwerpunkt eher auf einer zusätzlichen Unterstützung für Schwerpunkt- und Sprachkitas gesehen? Oder wünschen sich die Betroffenen mehr Zeit für Fortbildung, Teambesprechungen oder Elterngespräche? Jeder der vier Komplexe kann in einer Skala beantwortet werden, die von „sehr sinnvoll“ bis „gar nicht sinnvoll“ reicht.

Verbesserung des Betreuungsschlüssels hat Priorität

„Die Umfrage bietet schon die Möglichkeit, Wünsche zu äußern“, erklärt beispielsweise Steffi Pöge, Leiterin der Kita Käferparadies in Thammenhain (Gemeinde Lossatal). „Andererseits müsste die Politik aus unzähligen Diskussionen eigentlich wissen, wo der Schuh drückt“, so die Kita-Chefin. „Wenn wir uns etwas wünschen könnten, wäre es auf jeden Fall eine Verbesserung des Betreuungsschlüssel“, gibt Steffi Pöge zu Protokoll. Keine Option sei in ihren Augen, kostenfreie Kita- oder Krippenplätze anzubieten. „Da sind wir uns im Team auch einig. Das würde eher in die Kategorie fallen: Was nichts kostet, ist nichts wert.“

Auch in der Panitzscher Kindereinrichtung Parthenflöhe wird die Umfrage begrüßt: „Man fühlt sich in der Diskussion um eine Verbesserung der frühkindlichen Bildung mitgenommen“, erklärt Birgit Kaden, Leiterin der größten Kindereinrichtung auf Borsdorfer Gemeindegebiet. Leichte Zweifel, ob sich das Ankreuzen der Lieblingsoption lohnt, lässt die Fachfrau durchklingen. „Spürbar wird durch die Umfrage auf jeden Fall, dass im Thema Bewegung drin ist.“ Die Aktion sei vom Kultus auch mit großem Aufwand, Info-Paketen und Plakaten begleitet worden. Auch an Eltern habe sie teilweise codierte Unterlagen ausgehändigt. „Wenn es nach uns ginge, würden sich die Mitarbeiter natürlich mehr Personal, aber auch mehr Zeit für Vor- und Nachbereitung wünschen.“ In einem Feld für Sonderwünsche brachte Birgit Kaden einen weiteren Vorschlag ein: „Die Qualität der Erzieher-Ausbildung muss auf jeden Fall auf den Prüfstand. Besonders vor dem Hintergrund, dass in nächster Zeit viele Kolleginnen in den Ruhestand wechseln und damit viel Wissen und Erfahrung nicht mehr zur Verfügung steht.“

Umfrage-Ergebnis mit Spannung erwartet

Im Bad Lausicker Hort „Riff-Piraten“ hatte man sich sogar die Mühe gemacht, die Eltern zu einer Info-Veranstaltung in Sachen Kita-Umfrage einzuladen. „Für unseren Hort würden geänderter Betreuungsschlüssel sowie anerkannte Vor- und Nachbereitungszeiten einen Zuwachs von 13 Prozent Personalstunden, also eine zusätzliche Kollegin bedeuten, welche den bisherigen Mitarbeitern Freiräume schaffen könnte“, erläuterte Hortleiter Mike Schüssler. Das Gesprächs-Angebot sei unter den Eltern aber kaum auf Resonanz gestoßen. „Erst nach Auswertung der Befragung wird man sehen, wie hoch die Beteiligung in Sachsen generell war“, vermutet der Hortleiter.

Noch bis 1. Mai, 24 Uhr, kann abgestimmt werden. Es sei das erste Mal, dass die Landesregierung vor einer wichtigen Haushaltsentscheidung direkt Betroffene nach ihrer Meinung befragt, hatte Kultusminister Piwarz dieser Tage betont und noch einmal ausdrücklich zur Teilnahme aufgerufen.

Diese Vorschläge unterbreitet Sachsen

Vier Vorschläge, die die Landesregierung Eltern und Erziehern macht, können im Rahmen der Kita-Umfrage in einer Skala bewertet werden:

1. Verbesserung des Personalschlüssels in der Krippe von 1:5 auf 1:4,8, im Kindergarten von bisher 1:12 auf 1:11,5, im Hort von bisher 0,9:20 auf künftig 0,9:18,5

2. Zusätzliche Unterstützung von Einrichtungen mit besonderem Bedarf, zum Beispiel Sprachkitas

3. Gewährung eines frei verwendbaren Finanzbudgets für jede Kindereinrichtung, um zusätzliche pädagogische Angebote zu bezahlen

4. Gewährung von zusätzlich zwei Stunden Zeit wöchentlich für Vor- und Nachbereitung

Außerdem werden die Betroffenen nach ihrer Meinung zur Absenkung der Elternbeiträge befragt.

Von Simone Prenzel

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