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Online-Votum für Abschaffung der Kita-Gebühren in Borna

560 Teilnehmer Online-Votum für Abschaffung der Kita-Gebühren in Borna

Für Wirbel sorgen die Pläne des Bornaer Stadtrates, die Kita-Gebühren abzuschaffen. So verschieden die Meinungen, so eindeutig das Urteil der Online-Umfrage auf LVZ.de: 78 Prozent der 560 Teilnehmer plädierten ebenfalls für eine Abschaffung der Kita-Gebühren, 22 stimmten dagegen.

Mädchen und Jungen in der Kindertagesstätte Rehgarten in Eula.

Quelle: Jens Paul Taubert

Borna. Paukenschlag in Borna, Wirbel im Internet: Die vom Stadtrat am Donnerstag gefällte Entscheidung, künftig eine kostenlose Betreuung für den Kita-Nachwuchs anbieten zu wollen, hat auf den Facebook-Seiten der Leipziger Volkszeitung und auf LVZ.de für viel Freude und genauso viel Unverständnis gesorgt. Die Elternbeiträge für die Betreuung in Kindertageseinrichtungen sollen abgeschafft werden? „Das glaube ich erst, wenn es entschieden ist“, sagt Cathrin Schönrock. „Der Stadtrat ist bestimmt nicht von dieser Welt“, witzelt Joachim Meinicke.

In Windeseile hatte sich die Kunde vom sagenhaften Entschluss des Bornaer Gremiums am Freitag im Netz verbreitet. Bis Wochenbeginn zählte der auf Facebook geteilte Beitrag rund 60 Kommentare, wurde 130-mal geteilt. „Endlich mal eine gute Idee“, schrieb Anett Karow. Mike Wetzig bleibt skeptisch: „Wer zahlt das dann, der Stadtrat aus seiner eigenen Tasche? Oder wird dann noch mehr an Personal gespart?“ Ähnlich sieht es Carla Meyer: „Die Kitagebühren abschaffen, aber Qualität erwarten? Wovon sollen denn dann die Bildung und die Versorgung unserer Kinder bezahlt werden? Immer größere Gruppen mit immer mehr Kindern und weniger Erziehern. So sieht’s aus.“

„Keine Kommune in Sachsen wird das machen, weil es nicht mit der sächsischen Verfassung vereinbar ist. Auch in Borna wird die Aufsichtsbehörde den möglichen Beschluss wieder einfangen“, erklärte Ronny Radke. Und Thomas Zittier schrieb: „Jeder, der nur einen Hauch einer Ahnung von der miserablen Haushaltssituation von Städten der Größe Bornas hat, weiß um die Tragweite solch einer Entscheidung.“ Sina Linke erklärte: „Ich würde mich schon drüber freuen, wenn die Beiträge etwas sinken würden.“

Der User Pffifig schreibt unter Pseudonym: „Was für eine Meinung – oh weh. Der Stadtrat hat einen Mehrheitsbeschluss gefasst – der jedoch rechtswidrig war/ist. Damit ist die Oberbürgermeisterin rechtlich verpflichtet, Widerspruch einzulegen, was sie tun wird. Man kann als Bornaer Stadtrat auch mehrheitlich beschließen, dass in Borna auch dann über die Straße gegangen werden darf, wenn die Ampeln ‚rot’ anzeigen. In Borna ist alles möglich.“

So verschieden die Meinungen, so eindeutig das Urteil unserer Online-Umfrage auf LVZ.de: 78 Prozent der 560 Teilnehmer schlossen sich dem Mehrheitsvotum des Bornaer Stadtrates an und plädierten ebenfalls für eine Abschaffung der Kita-Gebühren, 22 stimmten dagegen, so der Stand Montagmittag.

Genau entgegengesetzt war das Votum beim Telefon-Ted zur selben Frage ausgefallen, an der sich 80 Anrufer beteiligt hatten. Nein, Borna sollte die Kita-Gebühren nicht abschaffen, entschieden 72 Prozent. Für die Abschaffung stimmten 28 Prozent.

Von Benjamin Winkler

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