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Opfer brutal zusammengeschlagen

Opfer brutal zusammengeschlagen

Borna/Leipzig. Fortsetzung des Prozesses wegen schweren Raubs und gefährlicher Körperverletzung gegen drei Männer aus Borna: Dabei wurde gestern vor dem Landgericht Leipzig trotz widersprüchlicher Aussagen deutlich, dass die Angeklagten am 1. September gegen ihre beiden Opfer brutal vorgingen.

. Die Verhandlung, zu der ein Zeuge nicht erschienen war, wird am 16. März fortgeführt.

Der Vorsitzende Richter Rüdiger Harr ließ zu Beginn der Verhandlung keinen Zweifel: Angesichts des weiteren Anstiegs von Straftaten insbesondere in und um Leipzig (die LVZ berichtete) habe er „die Absicht, dem entgegenzuwirken" Und weiter: „Bei Gewalt verstehe ich keinen Spaß." Die Angeklagten sollten sich deshalb keine Hoffnungen auf Bewährungsstrafen machen. „Sie werden Jahre hinter Gittern verbringen." Er wolle Signale setzen. Sollten sie aber geständig sein, könne sich das dennoch vorteilhaft für sie auswirken.

Zwei von ihnen, Stephan E. und René M., hatten am 1. September 2011 Daniel D. im Park am Netto-Markt in der Deutzener Straße geschlagen, so dass der stürzte. In der Folge fehlte die Gürteltasche von Daniel D., die zwar später wiedergefunden wurde – allerdings ohne reichlich 100 Euro. Kurze Zeit später wurde es noch brutaler, als E. und M., diesmal gemeinsam mit dem dritten Angeklagten Jens N., in der Mühlgasse Enrico R. zusammenschlugen und ihm 300 Euro abnahmen. Das Opfer wurde bewusstlos und trug ein Schädelhirntrauma, einen Trümmerbruch der Nase und einen Bruch des Unterkiefers sowie Prellungen am gesamten Körper davon.

Taten, deren Aufklärung alles andere als einfach ist, zumal sich die Versionen der Angeklagten widersprechen. So erklärte E., er habe mit einem Bier am Tatort gestanden, als M. das Opfer auf den Boden gedrückt und ihm die Gürteltasche abgenommen habe. Die Tasche sei dann zu ihm geflogen, so dass er sie aufgefangen habe. M. habe zudem die Geldbörse geleert, bevor sie beide – E. und M. – verschwunden seien. Er habe das Opfer nicht geschlagen, D. indes schon. Eine massive Belastung von M., dessen Anwalt für seinen Mandanten erklärte, der sei stark betrunken gewesen. Die Rede ist von acht Bieren sowie einem knappen halben Liter Boonekamp. Was das Opfer, das ihn beleidigt habe, genau gesagt hat, weiß der Angeklagte nicht mehr. Er behauptete, E. habe die Gürteltasche genommen. Ein Umstand, der sich auch durch die Einlassung des Opfers, das als Zeuge geladen war, nicht eindeutig aufklären ließ. Daniel D. sagte aus, er sei von M. zu Boden gestoßen worden, bevor der auf seinem Schulterbereich gekniet habe. Wer ihm dann letztlich die Gürteltasche abnahm, sah Daniel D., auch er alles andere als nüchtern, nicht.

Kurze Zeit später trafen E. und M. am sogenannten Schwarzen Netto-Markt auf ihr nächstes Opfer, Enrico R.. Der befand sich dort mit dem dritten Angeklagten Jens N., der gleichfalls schon ordentlich Alkohol intus hatte. Wie N. sagte, habe er Streit mit R. gehabt, der allerdings beim Eintreffen von E. und M. bereits beigelegt gewesen sei. Er habe am Abend noch eine Party besuchen wollen und habe sich einmal kurz vom Tatort entfernt. Als er wiederkam, habe R., das Opfer, hinter einer Bank gelegen, weshalb er ihm aufgeholfen habe. Später sei er dann zu einer Bekannten gegangen, wo er seinen Rausch ausschlief. Von Blutspuren, wie sie im Polizeiprotokoll über den Vorfall vermerkt sind, will er nichts bemerkt haben. Bei der Polizei hatte N. allerdings zugegeben, auch auf das Opfer eingeschlagen zu haben.

Das kann der Angeklagte M. ohnehin nicht bestreiten, der für die fragliche Zeit einen alkoholbedingten Filmriss hatte, sprich: keinerlei Erinnerungen mehr, wie sein Verteidiger zu Protokoll gab. Der dritte Angeklagte, E., konnte gleichfalls nicht bestreiten, das Opfer mit dem Knie und mit der Faust traktiert zu haben.

Unklar blieb, wer dem Opfer Enrico R. das Geld – 300 Euro –gestohlen hat. R. selbst war trotz Ladung nicht vor Gericht erschienen. Die Verhandlung, in der gestern auch noch die Gerichtsmediziner zu Wort kamen, wird am 16. März fortgesetzt.

Nikos Natsidis

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