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Borna Orchesterfinanzen wieder auf der Kippe – Torgauer Kreistag verschiebt Rettung
Region Borna Orchesterfinanzen wieder auf der Kippe – Torgauer Kreistag verschiebt Rettung
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16:06 07.06.2016
Das Leipziger Symphonieorchester. Quelle: Andreas Döring
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Borna/Grimma

Die Finanzierung der beiden Kulturraumorchester steht wieder in Frage. Zwar hatte der Kreistag des Landkreises Leipzig auf seiner Sitzung am 11. Mai einen Beschluss gefasst, demzufolge die Sächsische Bläserphilharmonie (Sitz Bad Lausick) und das Leipziger Symphonieorchester (LSO, Sitz Böhlen) künftig eine Million Euro mehr im Jahr – und damit 4,2 Millionen Euro – bekommen sollen und die Musikschulen „Ottmar Gerster“ und „Theodor Uhlig“ mit Mitteln aus dem Kreishaushalt finanziert werden. Im Landkreis Nordsachsen, mit dem der hiesige Kreis den Kulturraum Leipziger Raum bildet, wird ein gleichlautender Beschluss aber verschoben. Ursprünglich sollte der Torgauer Kreistag auf seiner Sitzung am 15. Juni die Weichen für die künftige Orchesterfinanzierung stellen. Das passiert jetzt frühestens im September. Wenn überhaupt.

Der Kreisausschuss in Torgau hat diese Beschlussvorlage, die zudem die Finanzierung auch der nordsächsischen Musikschule aus dem Kulturraum herausnimmt und dem Landkreis zuschlägt, zurück in den Ausschuss für Kultur und Schule verwiesen, erklärte Raik Bergner, Pressesprecher des Torgauer Landratsamtes auf LVZ-Anfrage. „Es wird händeringend nach einer Lösung gesucht.“ Es fehle am Geld, die Orchester zu finanzieren. Es gehe darum, die entsprechenden Mittel im Haushalt aufzuzeigen. Bergner: „Es gibt aber noch gar keinen Haushalt für 2017.“ Dabei hatte es zuletzt geheißen, dass in Nordsachsen die benötigte Summe dadurch zusammenkommen könnte, dass die Gelder für nicht verbrauchte Brennstoffe umgeleitet werden. Die waren in Nordsachsen angesichts des milden Winters übrig geblieben. Eine diesbezügliche Nachfrage will Sprecher Bergner jedoch nicht bestätigen.

Der Bornaer Landrat Henry Graichen (CDU) verweist darauf, dass er und die Vorsitzenden der Kreistagsfraktionen im Landkreis Leipzig erneut das Gespräch mit seinem Torgauer Amtskollegen Kai Emanuel (parteilos, CDU-Mandat) und den nordsächsischen Kreistagsfraktionsspitzen suchen wird. Konkret noch im Juni, was allerdings auch bedeutet, dass es auf der turnusmäßigen Beratung des Kulturkonvents am 16. Juni nicht wie geplant um die Finanzierung von LSO und Bläserphilharmonie gehen wird. Und Graichen räumt ein, dass der Beschluss des Kreistages am 11. Mai in Borna am Ende Makulatur sein könnte, wenn sich der Kreistag in Torgau einer adäquaten Aussage verweigern würde. Dort hatten bisher lediglich die Linken signalisiert, dass sie mit den Absprachen in Sachen Orchesterfinanzierung zwischen den beiden Landkreisen leben könnten. Aus allen anderen politischen Lagern gab es dagegen Widerstand.

Deshalb gilt es im Bornaer Landratsamt nicht mehr als ausgeschlossen, dass die Situation für die Orchester am Ende so unbefriedigend bleibt wie bisher. Das würde bedeuten, dass die Musiker wie seit den 90er-Jahren schon weiter nur 57 Prozent des Tarifs der untersten Einstufungsgruppe für Orchestermusiker gezahlt bekommen würden.

Von Nikos Natsidis

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