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Orgelbauer statt Reformator: Borna sucht nach neuem Profil für Lutherfest

Veranstaltung Orgelbauer statt Reformator: Borna sucht nach neuem Profil für Lutherfest

Ursprünglich sollte das Bornaer Lutherfest nur bis zum Jahr des Reformationsjubiläums stattfinden. Nach dem Erfolg auch am letzten August-Wochenende mehren sich aber die Stimmen, die eine Fortsetzung der Veranstaltung wollen.

Finale beim Lutherfest in Borna im August 2017.

Quelle: Julia Tonne

Borna. Nach dem Lutherfest ist vor dem Lutherfest? Das ist jetzt, kurz nach der diesjährigen Auflage der Bornaer Traditionsveranstaltung am letzten August-Wochenende zumindest unklar. Denn die thematisch gebundene Drei-Tages-Veranstaltung war ursprünglich nur bis zum Reformationsjubiläum 2017 geplant. Dennoch mehren sich die Stimmen, die das Lutherfest nicht sterben lassen wollen.

Etwa die von Thomas Claus. Der Mann, gelernter Berufsschullehrer und einst stadtbekannter Händler, gehört zu den Protagonisten in den Lutherstücken aus der Feder von Michael Potkownik, in denen er Michael von der Straßen spielte, den Bornaer Freund und Geleitsmann des Reformators. Allerdings plädiert Claus dafür, das bisherige Lutherfest in einem neuen Turnus durchzuführen - „in einem Zwei-Jahres-Rhythmus, vielleicht mit dem Lutherlauf als einen Luthertag“. Das hat auch mit dem Umständen der allseits gelobten Theaterstücke vor der Stadtkirche am Martin-Luther-Platz zu tun. Denen gehen Proben voraus, die in der Regel ein halbes Jahr vorher beginnen. Es versteht sich, dass von in früheren Jahren 60 Mitwirkenden längst nicht jeder bei der Stange geblieben ist. Claus: „Wir sind auf einen Stamm zusammengeschrumpft.“ Und weiter: „Ich würde auch in der Zukunft zur Verfügung stehen“ – natürlich am liebsten in seiner Paraderolle als Michael von der Straßen, in die er zudem bisweilen als Stadterklärer zu sehen und hören ist.

Auch Tino Johne würde gern weiter mitmachen. Als Narr oder Teufel wie geschehen oder auch in einer ganz anderen Rolle, aber auch mit dem Lutherfest. „Es wäre schade, wenn wir mit dem Lutherfest ganz aufhören würden.“ De Bornaer Lutherstücke hätten sich immer eines sehr guten Besuchs erfreut, und zwar von Bornaern ebenso wie von Auswärtigen, sagt der Mann, der für die Linken im Stadtrat sitzt. Und schön wäre es auch, wenn es weiterhin den Lutherlauf geben würde.

Falk Opelt blickt etwas globaler auf das Lutherfest. Nicht, weil er im ehrenamtlichen Nebenjob Vorsitzender des Volksplatzvereins ist. Er ist studierter Touristiker und davon überzeugt, „dass das Potenzial noch nicht erschöpft ist“. Jeder Besucher lobe das Lutherfest. Das Lutherstück sei ein Alleinstellungsmerkmal. Allerdings brauche es für eine Fortsetzung des Lutherfestes jemanden, „der für eine Initialzündung sorgt“. Es gehe darum, die Bürgerschaft entsprechend zu ermutigen. Opelt könnte sich ein Theaterstück vorstellen, das auf dem Volksplatz aufgeführt wird. In jedem Fall müsse sich eine neue Veranstaltung vom alljährlichen Stadtfest unterscheiden. Opelt: „Das ist austauschbar.“

Superintendent Matthias Weismann, einer der Schöpfer des Lutherfestes, findet, „wir sollten Luther erst einmal in Ruhe lassen“. Der scheidende Pfarrer lobt den Umstand, dass beim Lutherfest Kirche und Stadt an einem Strang gezogen haben. Auch in Zukunft würde Borna ein inhaltsbezogenes Fest gut bekommen. „das nicht mit jedem Dorffest vergleichbar ist“. Eine Idee fürs nächste Jahr gebe es jedenfalls, so der Superintendent: Im Jahr 2018 jährt sich der Todestag des bekannten Bornaer Orgelbauers Urban Kreutzbach zum 150. Mal.

Von Nikos Natsidis

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