Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Ortschaftsräte machen mobil gegen Pläne für Busverkehr östlich von Rötha
Region Borna Ortschaftsräte machen mobil gegen Pläne für Busverkehr östlich von Rötha
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:03 19.03.2018
Verlässt der Bus Oelzschau für immer? In den Orten östlich von Rötha befürchten Anwohner Nachteile durch die aktuellen Nahverkehrspläne. Quelle: Jens Paul Taubert
Rötha/Espenhain

In mehreren Orten östlich von Rötha und Espenhain greifen Befürchtungen um sich, die Dörfer könnten künftig vom öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) abgekoppelt werden. Hintergrund ist das ÖPNV-Konzept „Südliches Leipziger Neuseenland“, welches voraussichtlich bis Ende 2018 umgesetzt werden soll.

Frist für Beteiligung nur bis Ende des Monats

Der Ortsvorsteher von Pötzschau, Waldemar Przynos, befürchtet Pötzschau und Mölbis und weitere Dörfer östlich von Rötha könnten zu „schwarzen Löchern“ auf der künftigen Landkarte der Buslinien werden. Mit dieser Ansicht steht er nicht allein da. Deswegen machen Ortschafts- und Gemeinderäte jetzt in den Röthaer Ortsteilen Oelzschau, Pötzschau, Mölbis, und Kömmlitz mobil. Angesprochen sind auch die Bewohner der zu Kitzscher gehörenden Ortsteile Trages und Hainichen. Möglichst viele, so die Absicht der Autoren eines öffentlich verbreiteten Briefes, sollen beim Landratsamt ihre Unzufriedenheit mit den vorliegenden Plänen äußern sowie Hinweise, Wünsche und Alternativvorschläge nennen. Das Problem dabei: Die Frist für die öffentliche Beteiligung endet schon am 31. Januar.

Auf der Internetseite www.nahverkehr-neuseenland.de ist das Konzept zwar schon seit Monaten einsehbar, doch erst jetzt sind Bürger und Ortschaftsräte in den betroffenen Orten darauf aufmerksam geworden. Um zu retten, was zu retten ist, wird jetzt mobil gemacht. In den Orten wird ein ausführlicher Informationsbrief in alle Briefkästen gesteckt. Beim Tannenbaumverbrennen am vergangenen Sonnabend lagen in Oelzschau Unterschriftenlisten aus, auf denen sich rund 200 Bürger eintrugen. Laut Ortsvorsteherin Brigitte Engelmann seien noch weitere Listen im Umlauf. Erste Bürger haben Eingaben ans Landratsamt gerichtet. Und im Namen des Ortschaftsrates von Mölbis hat Ortsvorsteher Tobias Thieme Röthas Bürgermeister Stephan Eichhorn (parteilos) in einem Brief gebeten, sich für bessere Busverbindungen für die östlichen Ortsteile einzusetzen.

Keine direkte Verbindung nach Espenhain, Rötha und Leipzig

Der Grund für die Befürchtungen lässt sich kurz zusammenfassen: Mit den dann noch vorhandenen beiden Buslinien 641 und 145 haben die Orte keine direkte Verbindung nach Espenhain und in den Hauptort Rötha, keinen direkten Anschluss an den Bahnhof Böhlen und auch nicht nach Leipzig. Zu all diesen Zielen ist zum Teil mehrfaches Umsteigen nötig. Neidvoll schaut man auf die Nachbarorte Dreiskau-Muckern und Störmthal, die werden über die Buslinie 141, die verändert werden soll, direkt mit Espenhain und Borna sowie mit Leipzig verbunden sein.

Zwar werde es, heißt es in dem Schreiben an die Bürger, zusätzliche Busse für den Schülerverkehr in Richtung Espenhain geben. Allerdings sei noch unklar, ob die auch nachmittags nach der Hortbetreuungszeit fahren.

„Unbestreitbar ist das eine Veränderung, die uns viele Nachteile einbringen wird“, sind die Ortschafträte überzeugt. sie befürchten Benachteiligungen für Kinder und Jugendliche wie auch für ältere Mitbürger und solche ohne eigenen Pkw. „Schreiben Sie Mails oder Briefe an die zuständige Stelle“, appellieren die Autoren des Briefes an die Bürger. Darin sollten konkrete und realistische Wünsche zur Anbindung und Taktung der Busse geäußert werden.

Hintergrund zu den Veränderungen

Das ÖPNV-Konzept „Südliches Leipziger Neuseenland“ will die touristische Erschließung der Seenlandschaft mit dem Alltagsbedarf verbinden. Unter den Zielen des Konzeptes wird die Ver­bes­se­rung der tou­ris­ti­sche Er­schlie­ßung des süd­li­chen Leip­zi­ger Neu­se­en­lan­des an erster Stelle genannt. Zugleich soll der ÖPNV für alle Zwecke wie Schu­le und Aus­bil­dung, Ar­beit, Ein­kauf und Be­sor­gung sowie Frei­zeit und Tou­ris­mus besser genutzt werden können.

Neben der Si­cher­stel­lung des Schü­ler­ver­kehrs und einer verbesserten Erschließung wird auch eine stärkere Zubringerfunktion zum Schienenverkehr als Ziel genannt. Außerdem soll sichergestellt werden, dass auch mobilitätseingeschränkte Menschen „Einrichtungen der Daseinsfürsorge“ erreichen können.

Seit Januar 2016 arbeiten ein Verkehrsplanungsbüro aus Dresden und der Lehr­stuhl für Tou­ris­mus­wirt­schaft an der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Dres­den an dem Konzept. Im Oktober 2017 wurden die Ergebnisse abschließend präsentiert, bis Ende Januar können noch Einsprüche, Hinweise und Vorschläge eingereicht werden an: Landratsamt Landkreis Leipzig, Liegenschafts- und Kultusamt, SG Schülerbeförderung/ÖPNV, zu Händen Frau Stenker, 04550 Borna, E-Mail: martina.stenker@lk-l.de

Von André Neumann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Eine genaue Bilanz zu den Schäden, die Tief Friederike im Landkreis Leipzig hinterlassen hat, gibt es noch nicht. Fest steht – die Auswirkungen sind verheerender als zu Herwart. Neben unzähligen umgestürzten Bäumen sind auch viele Gebäude und Infrastruktur zum Teil massiv beschädigt worden.

27.04.2018

Die Galerie „Blaues Haus“ in Pegau zeigt bis zum 11. März die neue Ausstellung „Poesie nicht ausgeschlossen“ von Annette Henatsch. Zur Vernissage wird am Sonnabend eingeladen. Die Leipzigerin mag die Kunst in jeglicher Form, braucht sie wie die Luft zum Atmen und hat auch immer den Kopf voller Ideen.

19.01.2018

Am Sonntag wird Jenny Rettschlag mit Robert Limp als Mickymäuse durchs Programm beim Kinderfasching des Groitzscher Carneval Clubs führen. „Das wird sicherlich wieder eine lustige Veranstaltung“, ist die 26-Jährige voller Vorfreude. „Unter unserem Motto ,Kinderparty‘ ist ja vieles möglich“, will sie aber nicht alles verraten.

19.01.2018