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Ortsteile sehen sich als letztes Rad am Wagen

Ortsteile sehen sich als letztes Rad am Wagen

Die Bornaer Ortsteile fühlen sich wie das letzte Rad am Wagen. Anders jedenfalls waren die Einlassungen von Vertretern der Ortschaftsräte Wyhratal und Eula auf der letzten Stadtratssitzung nicht zu verstehen, als es um den städtischen Haushalt 2013 ging.

Borna. Tenor: Weder in den Dörfern im Norden noch im Süden wird viel getan. Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) weist die Vorwürfe zurück.

Maic Staudacher, früher für die "Bürger für Borna" (BfB) im Stadtrat und aktuell stellvertretender Ortschaftsratsvorsitzender in Wyhratal, sprach von "atemberaubenden 9800 Euro", die im ehemaligen Wyhratal in den letzten zwei Jahren von der Stadt investiert wurden. "Ansonsten steht bei uns an dieser Stelle eine große Null". Dabei gebe es in Wyhratal auch Wünsche, die die Ortschaftratsvertreter auch gern artikulieren würden: "Aber es hält niemand von der Stadt für nötig, unseren Einladungen nachzukommen." In Borna werde der Wiederaufbau des Freibades geplant, "aber es gibt wichtigere Investitionen", so Staudacher mit Blick auf die Straßen. Und weiter: "Auch die Ortsteile sind ein Teil von Borna." Sie fühlten sich aber wie das letzte Rad am Wagen.

Während Staudacher namens der Wyhrataler Ortschaftsratsmehrheit den Haushalt 2013 in Gänze ablehnte, ging sein Kollege aus Eula, Frank Romeike, nicht ganz so weit. Er würdigte die Investitionen der Stadt in Bezug auf die Schwimmhalle, die Grundschule Nord und die Dreifelderhalle. Die seien auch für Eula und seine Ortschaften von Bedeutung. Zugleich habe deren Bau aber zur Folge gehabt, dass "notwendige Maßnahmen nicht realisiert werden konnten" - in Eula. Der Eulaer Ortschaftsrat habe für die mittelfristige Haushaltsplanung bis 2016 eine Prioritätenliste erstellt. Sie enthalte "dringend notwendige Maßnahmen", für die Geld eingeplant werden müsse, so Romeike weiter.

In den letzten acht Jahren sei in Eula lediglich der Gehweg der Kirschallee ausgebaut worden. Kosten dafür: 32 000 Euro. Der mittelfristigen Investitionsplanung verweigerte der Ortschaftsrat deshalb seine Zustimmung. Für ihn, so Romeike, sei es ebenso wenig nachvollziebar wie für einen Großteil der Eulaer, dass "wir uns den Luxus eines Freibades leisten können, wenn die finanziellen Mittel nicht einmal ausreichend sind, um die laufenden notwendigen Maßnahmen in den Ortsteilen" zu finanzieren.

Ganz so stehen lassen wollte Kämmerin Petra Schröder das nicht. In Eula sei jedenfalls in den Jahren zuvor viel passiert, erklärte sie mit Blick auf das Vereinshaus. Oberbürgermeisterin Luedtke schob gegenüber der LVZ nach, dass sie die Kritik der Ortschaftsräte nicht nachvollziehen könne. Gerade im Norden, in Eula, Gestewitz und Haubitz seien die Straßen im Vergleich zur Kernstadt "in einem sehr guten Zustand". Die Trassen seien im Jahr 2005 alle fertig gewesen. Im Jahr 2009 sei in Eula der Spielplatz gemacht worden. "Wenn es vereinzelt Wünsche aus Eula gibt, dann schieben wir die in den Haushalt ein", so Luedtke. Das gelte für die Reparatur in der Kindertagesstätte "Am Rehgarten", wo eine Gebäudewand einen Riss habe.

Auch Wyhratal werde von der Stadt keineswegs vergessen. So sei der Bau von Banketten in der Raupenhainer Straße 36 000 Euro vorgesehen, sagte die Rathauschefin. Die Eschefeler Straße sei entsprechend den Wünschen des Ortschaftsrates instand gesetzt worden. Was weitere Forderungen wie die nach einem touristischen Wanderweg oder den Erhalt der alten Wassermühle im Gebäude der vormaligen Wyhraer Gemeindeverwaltung anbelange, so sei die Stadt in diesen Fällen nicht zuständig. Die Wanderwege führten über Bergbaugelände und seien Sache der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwaltung (LMBV), während es sich bei der Mühle um ein Gebäude in Privatbesitz handle.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.09.2013

Nikos Natsidis

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