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Borna "Oxydation" im Bornaer Museum
Region Borna "Oxydation" im Bornaer Museum
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19:02 16.05.2010
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Borna

Ganz im Gegenteil - wurde der Lebensweg der Leipziger Künstlerin, die sich seit Sonntag mit der Ausstellung „Oxydationen" in der Galerie im Goldenen Stern und dem Museum einem kunstinteressierten Publikum präsentiert, von einer solchen geografischen Konstellation maßgeblich geprägt. „Mein Atelier lag in unmittelbarer Nähe eines Schrottplatzes, und als Metallbildhauerin war ich vom Facettenreichtum des Rostes fasziniert."

Eine Faszination, die sie seit mittlerweile gut 17 Jahren nicht mehr los lässt. Denn so lange schon ist die Mittfünfzigerin dem Rost künstlerisch auf der Spur, hält ihn wahlweise auf Büttenpapier, Leinwand, Folie und Stoff fest. „Mein Anliegen ist es dabei", so die gebürtige Breisgauerin, „den Rost von seinem ursprünglichen Material zu lösen und ihn auf eine Materie zu bannen, auf der er dauerhaft darstellbar ist."

Auf eine Art darstellbar, die bei Museumsleiterin Gabriele Kämpfner nach eigenem Bekunden einen „Wow-Effekt" beim Betreten der Ausstellung ausgelöst hat. „Ich habe einen solchen Effekt im Rahmen einer Ausstellung noch nie erlebt, und ein Erklärungsansatz dafür könnte sein, dass die Bilder in gewisser Weise Produkt eines natürlichen Prozesses sind", so die Bornaer Chef-Museologin, die die Ausstellung gestern Nachmittag anlässlich des weltweiten 33. Museumstages eröffnete. Dass dafür in Borna ausgerechnet das Kunst-Genre ausgewählt wurde, sei laut Kämpfner kein Zufall. „Wir wollten in diesem Jahr den künstlerischen Aspekt in den Mittelpunkt stellen, weil die zeitgenössische Kunst seit eh und je Bestandteil der Museumsarbeit in Borna ist, was in der Eröffnung der Galerie vor 17 Jahren seinen Niederschlag fand."

Diese ist für Ingrid Sperrle, die derzeit parallel im Leipziger St. Georg-Krankenhaus ihre Bilder zeigt, gleichzeitig der erste Ausstellungsort außerhalb der Leipziger Stadtgrenzen. „Ich habe die Absicht, zukünftig verstärkt im Umland präsent zu sein", so die gelernte Emailleurin, der zufolge die ausschließliche künstlerische Beschäftigung mit dem Rost ein Prozess gewesen sei. „Rost hat für mich etwas unglaublich Schönes, das man in seiner Abneigung dieses chemischen Prozesses geneigt ist, grundsätzlichen abzulehnen. Zudem betrachte ich Rost und die künstlerische Arbeit mit ihm als Antiprogramm zum schönen Schein."

Allein es bedürfe jeder Menge Geduld, ein solches Kunstwerk entstehen zu lassen, lägen doch die jeweiligen Materialien wochen- und bisweilen sogar monatelang auf Eisenplatten, bis sich ein Ergebnis abzeichne. „Die Beschäftigung mit dem Rost ist zweifellos eine Entdeckung der Langsamkeit", so die Leipziger Künstlerin.

Roger Dietze

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