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Borna „Oxydation“ zum Internationalen Museumstag
Region Borna „Oxydation“ zum Internationalen Museumstag
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15:42 10.05.2010
Dieses Bild von Ingrid Sperrle ist im Museum zu sehen. Quelle: privat
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Borna

Zu sehen sind Arbeiten mit Rost auf Textil und Papier, wie es in der Ankündigung heißt. Gewiss eine sehenswerte Schau, die aber deutlich macht, dass der Sparzwang auch im Bornaer Museum durchschlägt. Die Vernissage beginnt 14 Uhr. Ingrid Sperrle ist die Künstlerin, die sich ab Sonntag in Borna präsentiert. Die Frau mit Wohnsitz in Leipzig stammt aus Freiburg im Breisgau. Seit zwei Jahrzehnten beschäftigt sich die Mittfünzigerin mit Rost als farb- und formengebendem Gestaltungsmittel. Zugleich experimentiert sie mit Wasser und Metall oder verwendet Textilien, Papier und Folie als Malgrund. Der Rost, der sich auf den Metallplatten bildet, erzeuge ein reiches Farbenspektrum, erläutert Museologin Annett Börner, und das reiche vom hellen Orange bis zu dunklem Blau und führe zu geometrischen oder auch pflanzenartigen Strukturen, die von den Metallplatten aufgenommen würden.Allerdings sei es so, dass die Künstlerin nur den Rahmen vorgebe, in dem der Rost dann ebenso frei wie unwillkürlich Formen und Farben entstehen lasse. Im Werk von Sperrle, so heißt es weiter, verbinden sich klare Vorstellung und Experiment.Sicher eine durchaus sehenswerte Ausstellung, bei der neben einem Galeriegespräch auch Musik und ein gemeinsamer Ausklang vorgesehen sind. Allerdings kein Vergleich mit den Angeboten, die das Museum und seine engagierten Mitarbeiter in früheren Jahren gemacht haben. Etwa vor Jahresfrist, als im Rahmen eines „Geologischen Nachmittags“ Gesteine, Fossilien und natürlich die Braunkohle im Mittelpunkt standen. Damals wurde auch das Minifestival „Kultursprünge“ mit dem Museumstag in Borna eröffnet. Oder vor zwei Jahren, als es anlässlich der Gründung des Christlichen Umweltseminars Rötha ein Vierteljahrhundert zuvor eine spannende Ausstellung gab. Im Jahr 2007 wurde die Ausstellung „Forward to the river Mulde“ am Internationalen Museumstag eröffnet, in der das Kriegsende im Süden von Leipzig beleuchtet wurde. Und vor nunmehr sechs Jahren stand im Rahmen einer „Spätschicht“ genannten Veranstaltung die mittelalterliche Gerichtsbarkeit in Borna im Mittelpunkt.Veranstaltungen in Größenordnungen, von denen Museumsleiterin Gabriele Kämpfner mittlerweile sagt, dass derartige Dinge heute nicht mehr zeitgemäß seien. Selbst bei ambitionierten Projekten wie der „Spätschicht“ habe sich das Besucherinteresse in Grenzen gehalten. Was sie nicht sagt: Auch das Museum hat – eine Konsequenz aus dem städtischen Sparkurs – weniger Geld zur Verfügung als bisher. Zwar liegen die Mittel des Hauses mit nahezu 58 000 Euro um 14 000 Euro über denen des letzten Jahres. Weil darin aber auch die Gelder für die Bibliothek eingeschlossen sind, lasse sich das nicht eins zu eins gegeneinander ins Verhältnis setzen, so Oberbürgermeisterin Simone Luedtke – und der etwas geringere Aufwand anlässlich des Museumstages dürfte auch eine Folge der Suche nach Einsparpotenzialen in der Stadt sein.

Nikos Natsidis

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