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Borna PVM kauft Betriebshof Zwenkau
Region Borna PVM kauft Betriebshof Zwenkau
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15:31 19.05.2015

Die letzten Hürden räumte der Kreistag in seiner jüngsten Sitzung aus dem Weg. Er fasste - jeweils einstimmig - die notwendigen Beschlüsse, damit die kreiseigene Firma PVM (Personenverkehrsgesellschaft Muldental mbH) den Leobus-Betriebshof in Zwenkau erwerben und übernehmen kann.

Ende dieses Jahres laufen die Buskonzessionen aus. Der Landkreis hatte sich schon im Dezember 2012 daz bekannt, die Leistungen nicht europaweit auszuschreiben, sondern per Direktvergabe die bisherigen Busunternehmen zum Zuge kommen zu las- sen - um die Jobs vor Ort nicht zu gefährden. Weil das nach EU-Recht aber nur geht, wenn der Landkreis entscheidende Anteile an den Unternehmen hält, gab es hinter den Kulissen ein kräftiges Tauziehen.

Am einfachsten war es bei der PVM. Die 100-prozentige Tochter des Landkreises erhielt fürs Muldental wieder die Konzession. Für die Thüsac, die auch im Borna-Geithainer Raum verkehrt, gingen die Landkreise Leipzig und Altenburger Land eine Zweckvereinbarung ein, wonach der Altenburger Kreis mit seinen Mehrheitsanteilen die Vergabe managt.

Kompliziert wurde es bei Leobus, einer Tochter der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB). Leobus bedient seit Jahr und Tag vom Betriebshof Zwenkau aus mehrere Linien im Leipziger Land, darunter im Groitzsch-Pegauer Raum. Nach zähem Ringen wurde vereinbart, dass die PVM ab 2014 auch diese Linien bedienen soll. Aber unter welcher betriebsrechtlichen Form? Die Idee: Eine zu gründende Regionalverkehr Landkreis Leipzig GmbH (RVL) sollte als Scharnier zwischen LVB und PVM dienen.

Dabei wäre ein kompliziertes Firmengeflecht entstanden, das jetzt aber vom Tisch ist. Denn Landrat Gerhard Gey (CDU) und der Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) machten Anfang Juli in einem Spitzengespräch den Weg dafür frei, dass die PVM den Betriebsteil Zwenkau von Leobus übernehmen kann und auf diesem Weg auch die Konzession für die von Zwenkau aus bedienten Linien erhält. Erst im September lag das Verhandlungsergebnis zwischen Leipzig, Landkreis, LVB und PVM auf dem Tisch. Schließlich geht es um Millionenwerte, Anteile und Mitarbeiter.

Beigeordneter Thomas Voigt spricht von einem "direkten Weg des Ressourcenübergangs". Die PVM übernehme auch das Personal, es handele sich um rund 60 Mitarbeiter - Busfahrer ebenso wie Werkstatt- und andere Mitarbeiter.

Alles in allem sind 4,16 Millionen Euro aufzubringen. Müsste die PVM diese Summe per Kredit allein stemmen, würde sie sich überschulden, erklärte Voigt. Damit die Muldentaler Busfirma aber nicht ins Trudeln gerät, entschied man sich für eine sogenannte Mischfinanzierung. Dabei greift der Landkreis seiner Firma unter die Arme. Er finanziert den Kaufpreis für den Zwenkauer Betriebshof (eine Million Euro) und die aus 37 Fahrzeugen bestehende Busflotte (1,15 Millionen Euro), indem er einen Kredit aufnimmt und das Geld in Form einer Gesellschaftereinlage der PVM zur Verfügung stellt. Die wiederum muss sich am Kapitalmarkt 1,7 Millionen Euro besorgen, um acht neue Busse anzuschaffen. Sie geht davon aus, dass für die Verkehrsleistung im Zwenkauer Raum 45 Fahrzeuge notwendig sind. Neben dieser Investition muss die PVM ein Drittel der rund 900 000 Euro für die weitere Ausstattung des Betriebshofes und die Erweiterung des Rechnergestützten Betriebsleitsystems aufbringen, Vorhaben, die gefördert werden.

Neben diesem Kaufmodell gab der Kreistag auch grünes Licht für den Vertrag zum "Öffentlichen Dienstleistungsauftrag über die Erbringung von Personenverkehrsdiensten im Landkreis Leipzig an die PVM". Er regelt die zu erbringende Verkehrsdienstleistung und den finanziellen Ausgleich für die Jahre 2014 bis 2023. Die PVM wird ab dem kommenden Jahr im Landkreis insgesamt 79 Buslinien bedienen, außerdem die Stadtverkehre in Grimma, Wurzen und Colditz.

Durch die neue Organisation erbringen die PVM und die Thüsac Personennahverkehrsgesellschaft mbH künftig 90 Prozent der Busleistungen im Landkreis, "transparent und steuerbar", wie Voigt betonte. Eine neue Qualität werde auch durch das einheitliche Rechnergestützte Betriebsleitsystem erreicht.

Kreisrat Peter Lipinski (Linke), auch Mitglied im PVM-Aufsichtsrat, lobte die getroffenen Entscheidungen. Beim Kaufpreis des Leobus-Betriebsteils sei ein Kompromiss gefunden worden, es sei eine akzeptable finanzielle Lösung, sagte er. Für die PVM gebe es noch viel zu tun, "mit dem Beschluss geben wir aber den Startschuss für eine große Verkehrsgesellschaft".

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.10.2013
Frank Prenzel

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