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Borna Parkende Laster sorgen in Espenhain für Probleme
Region Borna Parkende Laster sorgen in Espenhain für Probleme
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13:27 05.02.2019
LKW-Fahrer entdecken den Netto-Parkplatz in Espenhain als Parkplatz für die nächtliche Pause. Quelle: André Neumann
Rötha/Espenhain

Der Netto-Markt in Rötha ist seit knapp zwei Monaten offen und gut besucht. Dennoch beschäftigt er auch jetzt noch den Röthaer Stadtrat. Der gab auf seiner jüngsten Sitzung dem Bebauungsplan nachträglich seine Zustimmung. Da der Markt aufgrund einer vorzeitig erteilten Baugenehmigung schon steht, war das weitgehend eine Formalie. Trotzdem gibt es noch einige praktische Probleme.

Die drehen sich unter anderem um die Bahnhofstraße. Die zweigt von der kurzen Überführung zwischen Bundesstraße 95 und Staatsstraße (S) 242 ab und dient als rückwärtige Zu- und Abfahrt der nahe gelegenen Tankstelle. Zugleich wird sie als zweite Zufahrt zum Markt-Parkplatz genutzt. Das ist eigentlich inoffiziell, denn die eigentliche Marktzufahrt befindet sich an der S 242. Stattdessen soll die Bahnhofsstraße eigentlich geschlossen werden.

Fahrbahn soll verbreitert werden

Das aber wäre ein Problem für alle die Tankstellenkunden, die nicht auf der B 95 in Richtung Leipzig weiterfahren wollen. Die müssten dann über den Parkplatz fahren, wenn sie nicht bis Rötha auf der B 95 fahren und dort wenden wollen. Was wiederum für den Bauherren und Eigentümer, die Immobiliengesellschaft Leo und Schwarz, spätestens dann ein Problem ist, wenn Lkw über den Parkplatz rollen, der für das Gewicht der Fahrzeuge nicht ausgelegt ist.

Kommentar: „Noch einmal ist Pragmatismus nötig“

Man könnte es den Fluch der guten Tat nennen. Weil der neue Einkaufsmarkt in Espenhain so schnell und so zeitig fertig wurde und eröffnete, gibt es jetzt ein einigermaßen kniffliges Verkehrsproblem.

Wäre der Bau des Marktes den üblichen bürokratischen Weg gegangen, er wäre noch längst nicht fertig. Viel wahrscheinlicher ist: Der Bau hätte noch gar nicht begonnen.

So aber ist er schon in Betrieb, lange bevor die Autobahn bis Rötha fertig ist und lange bevor die nachrangigen Straßen in Espenhain umgebaut sind. Erst wenn die jetzige B 95 hier nur noch eine zweispurige Straße ist, können Fahrzeuge von der Vorderseite der Tankstelle in beide Richtungen fahren. Jetzt brauchen alle die, die in Richtung Ort, in Richtung Störmthal oder in Richtung Chemnitz wollen, die Bahnhofstraße.

Die wiederum sollte es jetzt, da Markt und Parkplatz fertig sind, gar nicht mehr geben. Das Dilemma dabei: Wäre die Bahnhofstraße dicht, würde der rückwärtige Verkehr von der Tankstelle den Parkplatz zur Durchgangsstraße machen. Das ist nicht im Sinne des Erfinders und würde, wenn auch LKW die Route nutzen, wohl rasch den Belag schädigen. Würde dagegen der Weg für LKW unpassierbar gemacht, hätte die Tankstelle den Nachteil, weil vermutlich Kunden wegfielen.

Um alle Interessen für den Übergangszeitraum unter einen Hut zu bringen, ist eine pragmatische Lösung gefragt. Die Beteiligten sollten darin schon geübt sein. Denn anders als mit wohlwollendem Pragmatismus wäre das Tempo bei Planung, Genehmigung und Bau des Marktes nicht möglich gewesen.

Noch gibt es offenbar eine Frist. Dietmar Schwarz von Leo und Schwarz sagt, mit der Landesstraßenbauverwaltung (Lasuv) sei abgestimmt, dass die Bahnhofsstraße bis zur „Fertigstellung der Gesamtbaumaßnahme“ offen bleiben kann. Das heißt, bis zum noch ausstehenden Umbau der Staatsstraße an der Hauptzufahrt zum Markt. Hier soll die Fahrbahn verbreitert werden, so Schwarz, damit Geradeausfahrer an den links abbiegenden Marktkunden vorbeikommen.

Lkw-Verbotsschilder

Problematisch für den Parkplatz ist auch die Tatsache, dass den Parkplatz zunehmend Lkw-Fahrer für die nächtlichen Ruhepausen nutzen. Auch die, so die Befürchtung, tun dem Parkplatz nicht gut. Deswegen sollen demnächst Lkw-Verbotsschilder aufgestellt werden, wobei Schwarz vermutet, dass deren Wirkung nicht besonders hoch sein werde. „Wir müssen sehen, welche Maßnahmen wir noch ergreifen“, deutet er an. Wobei ihm klar sei, dass auch die Interessen der Tankstelle berücksichtigt werden müssen.

Gefährliche Schotterkante an der inoffiziellen Zufahrt zum neuen Netto-Markt in Espenhain. Quelle: André Neumann

Vorläufig wird die Bahnhofsstraße also weiterhin als Zufahrt zum Markt und zur Tankstelle genutzt werden. Weswegen im Stadtrat eine Situation angesprochen wurde, die Gefahrenpotenzial birgt: Hinter einer Parkfläche ragt ein Schotterstreifen in die Fahrbahn hinein. Eine breite Spur verrät, dass da kürzlich ein Lkw drüber gefahren ist. Einem Pkw, dessen Fahrer die Stelle im Dunkeln nicht sieht, würde das eventuell schlecht bekommen. Dies sei ein Bauhindernis, „das Autofahrern nicht zugemutet werden darf“, meinte deswegen Stadtrat Tobias Thieme (Rötha Land).

Allerdings dürfte das wohl kaum noch einmal umgebaut werden. Dietmar Schwarz verweist in dem Zusammenhang darauf, dass diese Zufahrt ohnehin nur eine provisorische sei.

Von André Neumann

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