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Borna Paten helfen Familien seit fünf Jahren in Notlagen
Region Borna Paten helfen Familien seit fünf Jahren in Notlagen
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13:56 19.05.2015
Corinna Franke ist die erste Ansprechpartnerin für Ehrenamtliche und Hilfesuchende. Quelle: Julia Tonne

Die Freiwilligenzentrale der Diakonie Leipziger Land hilft dabei, Hilfesuchende und Helfer zusammenzubringen. Seit nunmehr fünf Jahren gibt es bereits das Patenprojekt sowie den Besuchs- und Begleitdienst. "Gerade das Patenprojekt entwickelt sich richtig gut", macht Corinna Franke von der Diakonie deutlich. Gegenwärtig würden 23 Ehrenamtliche etwa 30 Kinder betreuen, deren Familien Unterstützung brauchen.

Alleine in diesem Jahr seien zahlreiche Familien hinzugekommen, die um Hilfe gebeten haben. Angesprochen werden unter anderem Familien mit mehreren Kindern, Alleinerziehende, die Arbeit und Kinderbetreuung unter einen Hut kriegen müssen, und Eltern von Kindern mit Behinderungen. Auch Eltern, die arbeitslos sind, einen Migrationshintergrund haben oder im Schichtdienst arbeiten, spricht der Freiwilligendienst an. "In vielen Fällen geraten Eltern schnell an ihre Grenzen und schaffen es einfach nicht mehr alleine", begründet Franke die Nachfrage. Zudem sei es schon lange nicht mehr so, dass die Generationen an einem Ort leben würden. "Viele Familien sind durch die Arbeit auseinandergerissen. Da können Oma und Opa nicht mal eben einspringen, wenn Not am Mann ist." Dann kommen Helfer zum Einsatz, die zum Beispiel einem Kind besondere Aufmerksamkeit geben, wenn es mehr Geschwister hat, die es bei Bedarf zu Therapien begleiten oder auch einfach nur mal zum Reden sind.

Ziel soll es sein, eine Art Großeltern- oder Paten-Beziehung zu den Familien aufzubauen. "Für die Eltern und die Kinder ist es schön, wenn jemand da ist, der am Alltag mit teilnimmt, der unterstützt und auch mal Tipps hat, wenn das gewünscht wird", sagt Franke. Mit den Eltern werde abgesprochen, wie die Hilfe konkret aussehen soll. "Über die Köpfe der Familien hinweg wird nichts gemacht." Zielgruppe der Freiwilligenzentrale sind Eltern, die mindestens ein Kind haben, das bis sieben Jahre alt ist. Allerdings sind natürlich Ausnahmen möglich, gerade wenn Kinder beispielsweise schwer krank seien.

Auch der Besuchs- und Begleitdienst hat in den vergangenen Monaten regen Zulauf erfahren. Allerdings ist hierbei das Angebot manchmal noch höher als die Nachfrage. Was nicht daran liegt, dass es keine älteren Menschen gibt, die Hilfe suchen. "Vielmehr ist die Scheu bei Senioren groß", begründet Franke. Viele von ihnen hätten Angst, sich Fremde ins Haus zu holen. Dabei lernen sich Helfer und Hilfesuchende vorab erst einmal in Ruhe kennen, unternehmen vielleicht Spaziergänge und treffen sich zunächst auf neutralem Boden. "Und wenn dann alles stimmt, bleibt der Kontakt bestehen und wird daraus Hilfe im Alltag."

Bei der Unterstützung gehe es aber nicht um pflegerische und hauswirtschaftliche Hilfe, sondern darum, "Nähe zu geben". Dazu gehören gemeinsame Ausflüge, Vorlesen und Kaffeenachmittage. Allerdings können die Ehrenamtlichen auch einkaufen gehen oder mal abwaschen, "wenn sie das wollen". Meist sei der Kontakt auf lange Zeit angelegt und daher ein Geben und Nehmen. Was auch dazu führe, dass die Senioren mit in die Familien der Helfenden aufgenommen werden.

Dass ältere Menschen nicht alleine sind, ist zentrales Anliegen der Freiwilligenzentrale. Die Helfer unterstützen sie dabei, so lange wie möglich in ihrem Zuhause zu bleiben und am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Franke betont, dass sowohl das Patenprojekt als auch der Besuchs- und Begleitdienst für die Hilfesuchenden kostenfrei seien.

Wer Hilfe sucht oder selbst Zeit hat zum Helfen, kann sich an Franke wenden. Sie vermittelt und stellt Kontakte her. Das Patenprojekt als auch der Besuchs- und Begleitdienst werden im gesamten Leipziger Land angeboten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.01.2015
Julia Tonne

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