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Borna Pegau: Baumpflanzaktion mit Königin für ein neues Storckwitzer Holz
Region Borna Pegau: Baumpflanzaktion mit Königin für ein neues Storckwitzer Holz
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20:57 09.04.2017
Olaf Kroggel (3.v.l.) von der Stiftung Wald für Sachsen erklärt den mit Spaten ausgerüsteten Pegauern, was beim Einpflanzen der jungen Bäumchen zu beachten ist. Quelle: Gislinde Redepenning
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Pegau/Wiederau

Sie kommen zu Dutzenden, Familien mit Kind und Kegel, Freunde und Nachbarn, allesamt ausgerüstet mit festem Schuhwerk und bewaffnet mit Spaten. Die Baumpflanzaktion am ehemaligen Sender Wiederau war ein voller Erfolg. Das langjährige Waldmehrungsprojekt der Stadt Pegau, entwickelt in enger Zusammenarbeit mit der Stiftung Wald für Sachsen und dem Forstbezirk Leipzig des Staatsbetriebes Sachsenforst, fand am Sonnabend einen gelungenen Abschluss. Fast 100 Unterstützer stapften ins vorbereitete Feld und griffen beherzt zur Schippe. Zwischen zahlreichen Ehrengästen sorgte die charmante Friederike Binder aus Dresden, die 7. Sächsische Waldkönigin, für Glanz.

„Es war eine weitsichtige Entscheidung der Stadt, die Flächen hier zu kaufen“, meinte Pegaus Bürgermeister Frank Rösel (parteilos). „Acht Hektar zusammenhängende Fläche mit der Chance zum Aufforsten, das ist einfach toll.“ Sein Vorgänger Peter Bringer, der ebenfalls mit einem Spaten angerückt war, sei der „Erfinder der Aktion“. Dass Pegau mit dem Grunderwerb in Vorleistung getreten sei, lobte Landrat Henry Graichen (CDU). Der Südraum von Leipzig sei eine der waldärmsten Regionen in Sachsen, mit 19 Prozent Waldanteil hinke er dem Ziel von 30 Prozent noch deutlich hinterher.

Die Bundestagsabgeordnete Katharina Landgraf (CDU) kennt den später abgeholzten Storckwitzer Wald und die unzugänglichen, bewachten Flächen rund um den ehemaligen Sender noch aus ihrer Kindheit. Sie freut sich über den Wandel ebenso wie Oliver Fritzsche als Vorsitzender des Landesverbandes Sachsen der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Als Förderer der Waldpädagogik verwies er augenzwinkernd in die Zukunft: „Ich freue mich auf die Jugendspiele 2040 im Storkwitzer Holz.“

Auf einem Hektar wird die vom Aussterben bedrohte Schwarzpappel eingesetzt, nicht zu verwechseln mit den schnellwachsenden, aber längst nicht so langlebigen Hybriden. „Die Anlage des Gen-Erhaltungsbestandes in Wiederau stellt die umfangreichste Maßnahme zur Wiedereinbringung der Schwarz-Pappel im Freistaat dar“, betonte Andreas Padberg, Leiter des Forstbezirkes Leipzig.

Auf der übrigen Fläche wurden für die Elsteraue typische Stieleichen, Sommer- und Winterlinden, Hainbuchen, Flatterulmen, Vogelkirschen, Spitzahorne, Ebereschen, Elsbeeren und Roterlen gepflanzt. Ein artenreicher Waldrand aus heimischen Sträuchern rundet das ab.

Bis aus den kleinen Bäumchen eine Oase der Ruhe und Erholung herangewachsen ist, wird es noch Jahrzehnte dauern. Die Umwandlung von Auenlandschaften oder landwirtschaftlich genutzter Flächen in Wald wird, wie vielerorts, auch kontrovers diskutiert. Der Wiederauer Ortschaftsrat hat sich mit dem bisherigen Stand angefreundet. Mehr Aufforstung ist nicht gewünscht, obwohl Walter Christian Steinbach, Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Wald für Sachsen, unterstrich: „Wir brauchen ein neues Nachdenken über den Klimawandel, für unsere Kinder und Enkel. Der Wald ist das wichtigste Biotop für den Klimaschutz und die Kohlendioxid-Bindung.“

Von Gislinde Redepenning

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