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Borna Pegau: Förderverein Kreuzkirche Kitzen will Patronatsloge sanieren
Region Borna Pegau: Förderverein Kreuzkirche Kitzen will Patronatsloge sanieren
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00:16 28.02.2017
Die Patronatsloge an der Kreuzkirche Kitzen soll als nächstes saniert werden. Im Erdgeschoss sollen Toiletten eingebaut und das Obergeschoss künftig als Vereinsraum genutzt werden. Quelle: Verein
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Pegau/Kitzen

Manchmal könnte ein Tag 25 Stunden haben, und selbst das ist noch zu wenig, um alle wichtigen Dinge zu erledigen. Ingrid Riedel und Siegwald Bielesch widmen ihre gesamte Zeit und Kraft dem Förderverein der Kreuzkirche Sankt Nikolai Hohenlohe-Kitzen und damit dem einzigartigen Kulturdenkmal in ihrem Dorf. „Wir sind beide Rentner und Frühaufsteher“, meint die 70-Jährige scherzhaft, „wir haben also die Zeit dafür.“ Die Arbeit reiche locker für zwei Vollzeitjobs.

Seit der Gründung 2007 steht Ingrid Riedel dem Förderverein vor, der seine Kreise sogar bis nach Koblenz, Köln und Hameln zieht. 52 Mitglieder zählt er gegenwärtig. „Zum Tag des offenen Denkmals wollen wir unser Jubiläum feiern“, blickt sie voller Vorfreude auf den 10. September, an dem zeitgleich das 920-jährige Bestehen der Kirche begangen wird. Wie jedes Jahr organisiert der Verein tagsüber Führungen und eine Ausstellung von Laienkünstlern. „Wir möchten damit zeigen: Guckt mal, was Kitzen alles zu bieten hat, was die Menschen in ihrer Freizeit hier alles tun.“ Abgerundet wird der Denkmalstag mit einem Konzert und dem Kuchenbasar der Landfrauen. Am Abend lassen die Vereinsmitglieder dann in gemütlicher Runde die zurückliegenden zehn Jahre Revue passieren. „Das Vereinsfest ist ein Dankeschön an alle Helfer“, sagt die Vorsitzende.

Die Arbeit des Fördervereins war von Anfang an zweigeteilt – in die Sanierung der Kreuzkirche und die Organisation kultureller Veranstaltungen. Dafür wurde 2009 die Reihe „Kultursonntag Kitzen“ ins Leben gerufen, mit dem Ziel, ganzjährig Veranstaltungen anzubieten, selbst im Winter, wenn die Kirche eigentlich zu kalt für Vorträge und Konzerte ist. „Dann dürfen wir das Kulturhaus kostenlos nutzen“, ist Ingrid Riedel für das Entgegenkommen der Stadtverwaltung Pegau dankbar.

In diesem Jahr spannt sich der Bogen vom Lichtbildervortrag des Pegauer Heimatfreundes Heinz-Joachim Günther am 26. Februar bis zum Adventskonzert mit dem Grünauer Chor am 3. Dezember. Im Schnitt 120 bis 140 Personen strömen dann in die geschmückte Kirche. „Die Adventskonzerte sind neben dem Denkmalstag unser zweites großes Event im Jahr“, berichtet die Vorsitzende. Sie bilden den Auftakt in die Weihnachtszeit – mit dem Weihnachtsmarkt in Werben am zweiten Advent und im Wunderbrunnen am dritten Advent.

Auch die anderen Kultursonntage haben ihre Freunde gefunden. „Als wir 2009 mit den Veranstaltungen begonnen haben, saßen vielleicht 20 bis 25 Leute auf den Bänken. Wenn heute 50 Besucher kommen, sagen wir: Das ist aber wenig.“ Viele Gäste reisen sogar aus dem Erzgebirge, aus Leipzig, Halle oder Markkleeberg an – sie schätzen vor allem die familiäre Atmosphäre in der Kirche. Daneben gibt es bereits Überlegungen zu einer neuen Reihe mit klassischen Konzerten. Aber die Idee steckt noch in den Kinderschuhen, lenkt Ingrid Riedel ein.

Bei all der kulturellen Zerstreuung verliert der Förderverein auch sein zweites großes Ziel nicht aus den Augen. „Seit 2009 ist es mit der Ruhe in Sankt Nikolai vorbei“, heißt es passend auf dem Flyer des Fördervereins, der alle Aktivitäten chronologisch auflistet. Ursprünglich wollte das Bauamt die Kirche sperren lassen, denn das Dach und die Decke waren morsch und drohten einzustürzen. „Aber man kann doch eine Kirche nicht so einfach sperren“, fand Siegwald Bielesch und engagierte auf eigene Kosten einen Statiker und Tragwerksplaner. Der entschied: Erst einmal den Dachboden vom Schutt befreien, das nehme die größte Last. Rund 50 Helfer entrümpelten daraufhin den Boden und schmiedeten erste Pläne für die Kirchensanierung.

Mittlerweile ist die Außensanierung mitsamt der Fenster und Türen abgeschlossen, rund 750 000 Euro flossen dafür aus Fördertöpfen, Spenden, Stiftungs- und Vereinsgeldern. Als nächstes steht die Patronatsloge auf dem Plan, die sehr stark vermodert und vom Hausschwamm befallen ist. Hier soll das Erdgeschoss für Toiletten umgebaut und im Obergeschoss ein Vereinsraum eingerichtet werden, berichtet Ingrid Riedel. Für die denkmalpflegerischen Sanierungsarbeiten sind bereits 70 000 Euro Fördermittel bewilligt worden; für die Umnutzung wurden Gelder aus dem europäischen Leader-Programm beantragt. „Ich bin guter Hoffnung, dass wir 2017 damit zum Zuge kommen.“

Kultursonntage Kitzen 2017

26. Februar: Reisevortrag des Pegauer Heimatfreundes Heinz-Joachim Günther über Vietnam

26. März: Der Dresdener Autor Günter Hofmann stellt sein Buch „Flucht und Vertreibung vor 70 Jahren“ vor

22. April: Kabarettistischer Eintopf mit Stefan Linke „An Worten satt“

21. Mai: Konzert mit dem Crazy Generation Chor aus Leipzig

11. Juni: Brass-Konzert mit dem Leipziger Symphonie-Orchester

30. Juli: Jazz und Dixieland mit den Old Fair City Stompers aus Leipzig

19. August: Rockkonzert mit Tino Standhaft

10. September: Tag des offenen Denkmals und Jubiläumsfeier 10 Jahre Förderverein, 920 Jahre Kreuzkirche Kitzen

3. Dezember: Adventskonzert mit dem Grünauer Chor

Von Kathrin Haase

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