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Borna Pegau: Freibad-Sanierung verschoben
Region Borna Pegau: Freibad-Sanierung verschoben
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16:44 24.01.2013

Die Kosten liegen bei 1,2 Millionen Euro. „Wir waren davon ausgegangen, dass dieses Bauvorhaben zu zwei Dritteln gefördert wird", sagte Bauamtsleiter Gunther Grothe. Doch es sei anders gekommen.

Das Förderprogramm Stadtumbau Ost wolle nach eingehender Prüfung nur 40 Prozent der Kosten beisteuern. Das bedeute, dass die Stadt 800 000 Euro Eigenmittel stemmen müsste. „Das können wir uns nicht leisten. Deshalb muss die Sanierung verschoben werden", erklärte der Amtsleiter. Wann nun gebaut wird, könne er nicht sagen.

Jetzt gehe es darum, ein anderes Förderprogramm zu finden. Das sei nicht einfach, weil es spezielle Fördertöpfe für Freibad-Sanierungen nicht gibt. Dennoch wolle sich die Stadt bemühen, zum Beispiel über die so genannte Paragraf-4-Maßnahme Geld zu erhalten. Damit werden vorrangig die Tagebau-See finanziert. Auf die Frage, warum der viel geringere Anteil der Förderung nicht vorher bekannt war, verweist Gunther Grothe auf die spezielle Prüfung der einzelnen Anträge. Und er räumt ein: „Wir waren zu optimistisch."

Also bleibt erst mal alles beim Alten im Freibad, das inzwischen mächtig in die Jahre gekommen ist. 1964 eröffneten die Pegauer stolz ihr selbst erbautes Bad, vor 20 Jahren erneuerte die Stadt eine Filteranlage. Viel mehr ist bisher nicht passiert und die Mängel nehmen zu. Risse im großen Becken lassen massenhaft Wasser versickern, was die Betriebskosten in die Höhe treibt. Auch das Haus der Badgaststätte ist heruntergekommen. Das Freibad kostet der Stadt jedes Jahr rund 72 000 Euro, obwohl sie es nicht mehr selbst betreibt, sondern an einen privaten Betreiber verpachtet hat.

Die Sanierung wird Pegau wohl oder übel weiter beschäftigen. Gelingt kein Finanzierungsmodell, steht die Existenz des Freibades auf dem Spiel. Und damit würde sich die Elsterstadt in eine traurige deutschlandweite Entwicklung einreihen. Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) spricht von einem Bädersterben seit Mitte der 1990er Jahre mit der Folge, dass die Wasserfläche für die Schwimmausbildung immer kleiner werde und immer weniger Leute schwimmen könnten. Zunächst waren es die Hallenbäder, in den vergangenen zehn Jahren wanken immer mehr Freibäder, sagte DLRG-Sprecher Henning Bock der Nachrichtenplattform news.de. Die Deutsche Gesellschaft für das Bäderwesen sieht dies nicht so skeptisch und verweist darauf, dass es häufig Alternativen gibt.

Das Problem ist auch in der hiesigen Region zu bemerken: Die Freibäder in Borna und Bad Lausick haben geschlossen, in Regis-Breitingen engagiert sich ein Verein, damit das Bad erhalten bleibt – und in Pegau steht die Zukunft der Schwimmoase derzeit in den Sternen. Dafür wächst im Leipziger Südraum die Zahl der Tagebauseen.

Claudia Carell-Domröse

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