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Pegau: Kitzener sind sauer – Ortsdurchfahrt ist eine Zumutung

Kreisstraßen Pegau: Kitzener sind sauer – Ortsdurchfahrt ist eine Zumutung

Die Ortsdurchfahrt von Kitzen ist ein Alptraum mit tiefen Löchern und Unebenheiten. Vor allem für Radfahrer kreuzgefährlich, kritisierten Anwohner in der Ortschaftsratssitzung. Doch die Kreisstraße mit ihrem Investitionsbedarf von 570 000 Euro steht auf der Prioritätenliste nicht ganz oben. Es gibt noch schlimmere Pisten...

Loch an Loch und hält doch: Die Ernst-Thälmann-Straße in Kitzen ist für Kraftfahrer und Anwohner eine Zumutung.

Quelle: Jens Paul Taubert

Pegau/Kitzen. Wer die Ernst-Thälmann-Straße im Pegauer Ortsteil Kitzen befährt, hätte Gefahrenzuschlag verdient. Darin sind sich Anwohner und Kraftfahrer einig, denn die Ortsdurchfahrt ist ein Alptraum mit tiefen Löchern, fehlenden Pflastersteinen, Unebenheiten und gemeinen Flickstellen. „Kreuzgefährlich vor allem für Radfahrer“, brachte Falk Rasper das Problem in der Ortschaftsratssitzung auf den Tisch. Seinen Worten zufolge lassen viele Familien ihre Kinder schon gar nicht mehr dort langfahren, aus Angst, dass sie auf der Gewölbe-Fahrbahn hinstürzen. „Die Straße ist eine Zumutung, besonders wenn noch Traktoren hier langfahren. Es muss dringend etwas getan werden.“

Für den Pegauer Bürgermeister Frank Rösel (parteilos) ist das Anliegen nicht neu. Er habe sich schon mehrfach an das Landratsamt in Borna gewandt und eine Sanierung angeraten, immerhin befindet sich die Ernst-Thälmann-Straße in Hoheit des Kreises. „Im Doppelhaushalt für 2017/2018 ist sie jedenfalls nicht mit enthalten“, gab er die Auskunft weiter. Eingeteilt nach einem Punktesystem gebe es dringendere Löcher im Leipziger Land zu stopfen. Sibylla Schumann kann über die Hinhaltetaktik nur den Kopf schütteln. „Diese Antworten hören wir seit fast 25 Jahren, das ist eine Frechheit. So kann es nicht weiter gehen.“

Wird es aber vermutlich, denn nach der Kreisstraßenkonzeption, die der Landkreis Ende 2014 in Auftrag gegeben hat, befinde sich die Ortsdurchfahrt von Kitzen teilweise in einem „befriedigenden respektive der benannte Bereich in einem schlechten Zustand“, so die Auskunft von Behördensprecherin Brigitte Laux. Die Instandsetzungskosten wurden in den zwei Teilen A und B mit 290 000 beziehungsweise 280 000 Euro kalkuliert. „Leider gibt es im Landkreis aber noch eine Vielzahl von Straßen, die sich gegenüber der Kitzener in einem kritischen, das heißt sehr schlechten Zustand befinden und damit eine höhere Priorität haben“, heißt es weiter. Aus diesem Grund könne die Sanierung nicht kurzfristig, sondern nur mittelfristig erfolgen.

Nach einer Befahrung und Bewertung aller Kreisstraßen hatte der Landkreis im Jahr 2014 eine Straßenkonzeption erarbeitet, die ständig aktualisiert werde und aus der hervorgeht, dass sich 22 Prozent der Fahrbahnen in einem kritischen und 22 Prozent in einem schlechten Zustand befinden. Der Instandsetzungsbedarf belaufe sich auf insgesamt 68 Millionen Euro, so Brigitte Laux weiter. Er könne nur abschnittsweise und „regional möglichst verteilt sowie nach Dringlichkeit vorgenommen werden“.

Die Einstufung der Dringlichkeit erfolge nach dem Straßenzustand und der Verkehrsbedeutung. Darüber hinaus sollen die vielerorts zu schmalen Straßen grundhaft ausgebaut, verbreitert und mit den notwendigen Entwässerungseinrichtungen versehen werden. „Unabhängig von einer grundlegenden Sanierung können auch kleinere Maßnahmen zunächst weiterhelfen, die Situation und Verkehrssicherheit zu verbessern“, gibt die Behördensprecherin Auskunft. Was hierfür notwendig und sinnvoll sei, werde für die Ortsdurchfahrt in Kitzen gerade geprüft.

Carsten Iwan vom Siedlerverband Kitzen-Rodeland regte in der Ortschaftsratssitzung sogar die Gründung einer Bürgerinitiative an, um die Sanierung der Ernst-Thälmann-Straße mehr in den Fokus zu rücken. „Es ist besser, wenn sich jeder einzelne Bürger an das Landratsamt wende und sein Problem mit der Straße schildert“, meinte jedoch der Ortschaftsrat Uwe Bartsch. „Nur so werden wir gehört und ernst genommen.“

Von Kathrin Haase

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