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Pegau: Landfrauen Kitzen lassen Strick- und Häkelnadeln glühen und tauschen Rezepte

Dorfleben Pegau: Landfrauen Kitzen lassen Strick- und Häkelnadeln glühen und tauschen Rezepte

Einmal im Monat treffen sich die Kitzener Landfrauen. Dann lassen sie im Kulturhaus die Häkel- und Stricknadeln glühen, gehen auf Kräuterwanderung, besuchen die Eisenmühle oder eine Käserei. Vor sechs Jahren rief Ingrid Riedel die lustige Runde ins Leben, um näher zusammenzurücken und Harmonie im Dorf zu stiften.

Die Kitzener Landfrauen um Ingrid Riedel (2.v.li.) treffen sich einmal im Monat zu gemeinsamen Unternehmungen. Im Kulturhaus tauschen sie gerne Rezepte aus oder machen Handarbeiten.

Quelle: Kathrin Haase

Pegau/Kitzen. Einmal im Monat ist Landfrauentag in Kitzen. Dann verabreden sich die Frauen aus dem Dorf und den umliegenden Ortsteilen zu gemeinsamen Unternehmungen. Mal ist es eine Kräuterwanderung mit Andrea Auster vom Wunderbrunnen Seegel, mal ein Besuch des Leipziger Käsehauses Weitsch, das in Großschkorlopp seine Ursprünge hat, oder der Eisenmühle in Elstertrebnitz, mal ein Stadtbummel in Leipzig, Vorträge, Geburtstagsrunden oder lustige Grillabende mit ihren besseren Hälften.

Gerne lassen die Landfrauen auch im Kulturhaus Kitzen ihre Strick- und Häkelnadeln glühen, tauschen Handarbeitsmuster, Back- und Kochrezepte oder verkosten ihre jüngsten Kreationen an Brotaufstrichen und Marmeladen. „Alles Dinge, die Frauen auf dem Land gerne tun“, sagt Ingrid Riedel (70), die die illustre Runde vor sechs Jahren ins Leben rief. „Ich möchte im Dorf mehr als nur ein ‚Guten Tag’ oder ,Auf Wiedersehen’ über den Gartenzaun“, sagte sie über ihre Beweggründe, „ich möchte, dass sich die Frauen besser kennenlernen und miteinander ins Gespräch kommen. Mein Bestreben ist es immer, für Harmonie zu sorgen, und ich denke, dass ist mir ein stückweit auch gelungen.“

Annähernd 40 Frauen im Alter von Mitte 40 bis über 80 zählen zu dieser Runde, und je nachdem wie es ihre Zeit erlaubt, kommen sie zu den monatlichen Treffen. Von Anfang an dabei ist Gerlinde Wippert aus Kitzen. Die 55-Jährige schätzt vor allem die ungezwungene, lockere Art und „dass man sich über alles austauschen kann. Wenn man einen Rat braucht, findet man hier immer jemanden.“ Als Ausgleich zu ihrer körperlich anstrengenden Arbeit als Reinigungsfachkraft liebt es die Kitzenerin zu backen und zu kochen. Darüber hinaus betreut sie die Seniorengruppe im Ort und leitet eine Sportgruppe. „Ich bin der Vorturner für alle“, lacht die umtriebige Mittfünfzigerin.

Brunhild Johannsen stammt von der Insel Rügen, ihr Mann aus Leipzig. 1986 sind sie nach Kitzen gezogen und haben sich schnell eingelebt. „Ich bin selbst im Dorf groß geworden und habe Landwirtschaft studiert. Für mich käme ein Großstadtleben deshalb nie in Frage“, sagt die 60-Jährige. Von Anfang an gehört sie zu den Landfrauen und tauscht am liebsten Rezepte aus. „Hier bekommt man schöne Anregungen“, freut sich die Kitzenerin, die auch im Förderverein der Kreuzkirche St. Nikolai sowie bei den Senioren aktiv ist.

Vor zwei Jahren ist Petra Nobis (59) aus dem Ortsteil Sittel zu den Landfrauen gestoßen. „Ich mag unsere Treffen, weil das halbe Dorf zusammenkommt und man mal was erfährt.“ Außerdem könne sie sich in der Runde Anregungen für Handarbeiten holen und Rezepte ausprobieren. 1995 war Petra Nobis mit ihrem Mann Claus von Leipzig aufs Land gezogen. „Hier haben wir eine ruhige Ecke erwischt, es ist fast wie im Urlaub.“

Das Schöne am Landleben ist für Dorle Taubert (80): „Wenn man aus der Haustür tritt, steht man sofort im Grünen und an der frischen Luft.“ Jeden Tag, bei Wind und Wetter, läuft sie mit ihrem Mann Konrad eine drei Kilometer lange Runde durchs Dorf. „Wir hatten noch keine Grippe“, lacht die rüstige Seniorin, die viele Jahre als Verkäuferin in der Familienbäckerei arbeitete. Heute führt ihr Sohn Torsten den Handwerksbetrieb in vierter Generation. Bei den Landfrauen ist Dorle Taubert seit zwei Jahren aktiv und liebt die gemütlichen Handarbeitsabende. „Dabei kann ich mich vergessen. Wir haben ganz schönen Spaß.“

Das nächste Mal kommen die Landfrauen am 26. April zusammen. Dann wollen sie die Pegauer Altstadt zu Fuß erkunden.

Von Kathrin Haase

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