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Borna Pegau: Neues Leben zieht ein nach der Flut
Region Borna Pegau: Neues Leben zieht ein nach der Flut
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15:41 19.05.2015
Horst Willigalla (l.) überbringt den Wirtsleuten Karin und Manfred Aßmann gestern in Pegau als einer der ersten Blumengrüße zur Wiedereröffnung ihrer Badgaststätte. Quelle: Gislinde Redepenning

Leise Musik spielte gestern im Hintergrund, die Gläser standen poliert in Reih und Glied, letzte Handgriffe in der Küche: Inhaberin und Köchin Karin Aßmann, Ehemann Manfred und ihr Team mit Brigitte, Marion und Conny warteten auf die ersten Gäste. Die kurze Ruhe vor dem Ansturm zwischen reger Betriebsamkeit, Sanierung und Renovierung sowie dem ganz normalen Geschäftsalltag nach der Neueröffnung ließ ein wenig Zeit für einen bewegenden und bewegten Blick zurück auf die vergangenen Monate.

Im Juni überschwemmte das große Hochwasser die Gaststätte am Sportplatz, nahm Aßmanns über Nacht alles - das berufliche Auskommen und die Wohnung. "Früh morgens um vier merkten wir, dass wir im Wasser stehen, kurz darauf wurden wir mit Schlauchbooten abgeholt und in die Turnhalle gebracht", erinnerte sich Karin Aßmann. Dort habe man sich rührend um sie gekümmert, während Hab und Gut in den Fluten versanken. An eine schnelle Rückkehr war nicht zu denken - aber an einen Neuanfang in der Badgaststätte.

Viele Hände packten mit an, Handwerker arbeiteten mit Hochdruck, das Ambiente mit originellen Wandmalereien wirkt jetzt gemütlich und einladend. "Die hat ein befreundeter Kunststudent geschaffen", verriet Manfred Aßmann. Das Ergebnis der Motivsuche: eine Urlaubsstimmung verbreitende Strandszene mit Wasser und Wellen, Sand und Dünen im ersten Raum mit Theke, Tresen und rund 40 Plätzen. Im angrenzenden Zimmer haben 45 Gäste Platz, die sich unter den Augen des Weingottes Bacchus im Schein idyllischer Weinberge ganz im Zeichen des edlen Rebensaftes kulinarisch verwöhnen lassen können.

"Wir sind glücklich, dass alles so schön geworden ist", blickte die Wirtin in die Runde. Birgit Gottschalk habe die hübschen Gardinen genäht, Freunde wie Hans-Hermann Koch und "Mohrle" Hübner haben an allen Ecken und Enden geholfen, der Gewerbeverein Pegau hat eine Spende überbracht. "Wir sind allen Mitarbeitern der Stadt sehr dankbar, von Bürgermeister Peter Bringer über Kämmerer Frank Rösel bis zu Bauamtsleiter Gunther Grothe", betonte Karin Aßmann.

Stühle und Tische wurden vom Schimmel befreit und mit viel Mühe aufgearbeitet. Eine Wüstenrose, ein Geschenk von Gästen, zeigt farbenprächtige Blüten, der Gummibaum präsentierte sich schon mächtiger, doch beide haben das Hochwasser überlebt und erinnern an die schweren Zeiten.

Als einer der ersten Gratulanten überbrachte der stellvertretende Bürgermeister Horst Willigalla gestern Blumengrüße und versprach: "Ich bin einer von denen, die noch sehr oft hier sein werden." Mit Elan und voller Pläne geht der Betrieb nun los, Weihnachten und Silvester sind schon ausgebucht, pünktlich zur nächsten Badesaison wird der Kiosk aufgemacht. Nächster Höhepunkt ist der Schlachtebrunch am 3. November, dann kann deftig, aber nicht zu fett, gegessen werden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.10.2013

Gislinde Redepenning

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