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Pegau: Pfarrscheune in Kitzen soll kulturelle Begegnungsstätte werden

Scheunen-Räumen-Aktion Pegau: Pfarrscheune in Kitzen soll kulturelle Begegnungsstätte werden

Im Pegauer Ortsteil Kitzen gibt es eine weitere Baustelle: Die Pfarrscheune wird derzeit von Mitgliedern der Kirchgemeinde und den Bewohnern entrümpelt. Grund für die „Scheunen-Räumen-Aktion“ ist die geplante Sanierung und der Umbau in eine kulturelle Begegnungsstätte.

Drei Scheunen-Räumen-Tage haben die Helfer bereits hinter sich, aber leer ist die Pfarrscheune in Kitzen noch immer nicht.

Quelle: Andreas Döring

Pegau/Kitzen. Ein kaputter Kinderwagen, Bauschutt, Stroh zuhauf, ein Katzenskelett und ein Quelle-Katalog aus den 90er Jahren: Bei der Scheunen-Räum-Aktion in der Pfarrscheune des Pegauer Ortsteils Kitzen tauchten allerhand Gedöns und Müll auf. Mehrere Container voller Abfall kamen während der drei vergangenen Räumtage zusammen, ein vierter Teil schließt sich nach Ostern noch an, dann sollen auch die letzten Reste Müll verschwunden sein. „Wir haben wirklich alles gefunden – nur keinen Schatz“, sagt Astrid Gebhardt, Frau von Pfarrer Oliver Gebhardt und selbst Mitglied der Kirchgemeinde Kitzen.

Hintergrund vom Scheunen-Räumen ist es, aus der Scheune in absehbarer Zeit eine kulturelle Begegnungsstätte zu schaffen. Denn das alte Fachwerk steht seit Jahren leer, dümpelt vor sich hin und verfällt zusehends. „Es wurde über Generationen als Abstellraum und Müllhalde genutzt“, erklärt Gebhardt. Nun habe sich die Kirchgemeinde als Eigentümer vorgenommen, es auf Vordermann zu bringen und zu sanieren. Zumal durch die Sanierung der benachbarten Kirche deutlich mehr Leben in den Pfarrhof gekommen sei. Im September bereits begann die Suche nach einer Nutzungsmöglichkeit. Ideen und Vorschläge gab es auch reichlich – aber nicht alle wären tatsächlich umsetzbar gewesen. So brachte ein Besucher die Idee einer Privatbrauerei ins Spiel.

Letztlich aber setzte sich bei Kirchgemeinde, Förderverein der Nikolaikirche und den Kitzenern selbst der Wunsch nach einem Ort der Begegnung durch. In Zukunft sollen in der Scheune Lesungen stattfinden, Konzerte, Ausstellungen. „Entweder wir machen jetzt endlich was oder aber die Scheune fällt in nächster Zeit komplett zusammen“, macht auch Ingrid Riedel deutlich, Vorsitzende des Fördervereins. Im Gespräch seien laut Gebhardt auch weitere Räume für die Gemeinde selbst und ein Museum über das Schaffen des Maschinenbau-Unternehmers Rudolph Sack, ein gebürtiger Kitzener aus dem Örtchen Löben. 1850 baute dieser in Löben mit Unterstützung durch den Dorfschmied den ersten deutschen Pflug aus Eisen. Später gründete er die Landmaschinenfabrik Rudolph Sack in Leipzig-Plagwitz, die sich zu einem der bedeutendsten Unternehmen in dieser Branche entwickelte.

Architekten und Statiker haben die Scheune bereits in Augenschein genommen und begutachtet, derzeit erarbeiten sie die Planungen, was alles gemacht werden muss und welche Kosten auf die Bauherren zukommen. Bisher steht nur eine Zahl im Raum – von einer Architektin auf den ersten Blick geschätzte 200 000 Euro. Die Gemeinde hofft, einen Teil der notwendigen Kosten über die Leader-Förderung abdecken zu können.

Die Überlegungen in Bezug auf die Wiedererweckung des gesamten Ensembles reichen aber noch viel weiter. So können sich Gebhardt und Riedel durchaus vorstellen, das benachbarte Mehrzweckgebäude in Gästewohnungen umzubauen. „Radfahrer und Pilger sind hier viel unterwegs, Ferienwohnungen bieten sich daher an.“ Doch damit immer noch nicht genug: auch der Pfarrhof selbst bedarf einer Verschönerung. Hier müsse in Anbetracht des Gefälles eine neue Drainage verlegt und das Gelände begradigt werden, damit es anschließend teilweise gepflastert und dann unter anderem als Bühne genutzt werden könne. „Und wenn alles fertig ist, haben wir ein tolles Ensemble geschaffen.“

Von Julia Tonne

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