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Borna Pegau: Schottische Galloway-Rinder leben auf ehemaligem Tagebaugelände
Region Borna Pegau: Schottische Galloway-Rinder leben auf ehemaligem Tagebaugelände
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18:05 03.04.2018
Gerd Müller von der Agraprodukte Kitzen e.G. kümmert sich um die Galloway-Rinder auf dem ehemaligen Tagebaugelände bei Werben. Quelle: Kathrin Haase
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Pegau/Kitzen

Schottische Galloway-Rinder brauchen nicht viel zum Glücklichsein: saftiges Gras, junge Triebe von den Bäumen, Wasser, ordentlich Auslauf, fertig. „Sie sind sehr genügsam und robust“, kennt Thomas Druskat, Leiter Tierproduktion beim Landwirtschaftsbetrieb Agrarprodukte Kitzen die Vorteile der langlebigen Rinderrasse. Er muss es wissen, denn seit Herbst vergangenen Jahres weiden elf Kühe mit zwei Jungtieren auf dem Aufschlussgraben Werben-Sittel, einem 35 Hektar großen ehemaligen Tagebaugelände bei Pegau. Weiterer Nachwuchs hat sich angekündigt.

„Hier hatte der Bagger einst Stopp gemacht, und hier sollte er 1989 wieder anfangen und nach Seegel übersetzen. Aber dazu ist es nicht mehr gekommen“, erläutert Vorstand Hans-Uwe Heilmann. Für die Galloways ist das neue Zuhause – vorher grasten sie an der ehemaligen Stallanlage in Kitzen – ein riesiges Schlaraffenland. Davon überzeugten sich vor wenigen Tagen ein gutes Dutzend Naturfreunde der Fachgruppe „Ornithologie und Naturschutz Groitzsch“ während ihrer abendlichen Exkursion. „Die Tiere haben hier alles, was sie brauchen“, sagte Druskat zu den Gästen, „wir müssen nichts zufüttern.“

Mit Fördermitteln aus dem Programm „Natürliches Erbe“ hatte die Genossenschaft Agrarprodukte Kitzen im vergangenen Jahr einen Zaun im Wert von 35 000 Euro um das Weideland errichtet. Zusätzlich wird das Gelände von einem breiten Buschstreifen umzogen. Für die Naturschützer ist das Musik in den Ohren, immerhin handelt es sich dabei um ein europäisches Vogelschutzgebiet. „Der Artenreichtum hat in den letzten Jahren leider stark nachgelassen“, stellte Peter Windolph, Vorsitzender der Regionalgruppe Südraum des Naturschutzbundes, fest. „Unser Ziel lautet deshalb, ein Refugium für die Feldvögel zu schaffen. In den Büschen und Sträuchern können sie gut nisten, wir sind sehr zufrieden.“

Aus einem anderen Topf wird das Weideprojekt selbst mit jährlich 10 000 Euro gefördert, angelegt auf fünf Jahre. Gerd Müller arbeitet hier als „Cowboy“, schaut täglich nach dem Rechten und verteilt auch mal die eine oder andere Streicheleinheit an die Galloways. Mit ihrem feinen dichten Unterhaar, der Fettschicht und dem langen Deckhaar können die Tiere mühelos Temperaturunterschiede bis zu 25 Grad Celsius im Freien überstehen und sind deshalb für Landwirte so interessant.

Ein zweites Weideprojekt befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft. Auf 85 Hektar leben vier Heckrinder mit drei Kälbchen sowie vier Koniks, eine Ponyrasse aus dem osteuropäischen Raum. Das Gelände wird vom Unternehmen Mitteldeutschen Umwelt- und Entsorgung (Mueg) gepachtet und dient als Ausgleichsmaßnahme für den geplanten Bau der Mineralstoffdeponie Profen-Nord. Betreut werden die Tiere von der Firma Heilmann-Zeutschel.

Von Kathrin Haase

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