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Borna Pegau: Spendenbox für Pfarrscheune und Katze für die Oma – Kreative Kinder in Kitzen
Region Borna Pegau: Spendenbox für Pfarrscheune und Katze für die Oma – Kreative Kinder in Kitzen
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15:56 22.02.2018
Bildhauerin Jiang Bian-Harbort arbeitet mit Annika Lorenz, Letizia Terne und Frederike Schmidt an einer Spendenbox aus Ton für die Pfarrscheune Kitzen. Darin soll Geld für den Ausbau der Scheune gesammelt werden. Quelle: Kathrin Haase
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Pegau/Kitzen

Ein lauschiges Plätzchen zum Spielen und Arbeiten fanden in dieser Woche 24 Ferienkinder auf dem Pfarrhof in Kitzen. Im Schatten alter Bäume hatte der Theaterplastiker und Bildhauer Sebastian Harbort wie schon in den Jahren zuvor eine kleine Open-Air-Werkstatt für Hobbybildhauer eingerichtet. Parallel dazu gab seine Frau Jiang Bian-Harbort im Pfarramt einen Keramikkurs. „Die Nachfrage war dieses Mal so groß, dass wir die Kinder in Gruppen aufgeteilt haben. So konnten wir jedem gerecht werden“, erklärte die Künstlerin.

Mit einem Gottesdienst und Kaffeetrinken begann die kreative Ferienwoche am vergangenen Sonntag. Die Kinder blätterten in Büchern und Bildern, um sich Anregungen zu holen und ein Motiv festzulegen. „Ich habe ihnen ganz bewusst kein Thema vorgegeben, jeder sollte das für sich entscheiden“, sagte Sebastian Harbort. Aus Erfahrung wusste er, dass viele ihre Ideen schon von zu Hause mitbringen. Danach wurden Skizzen und Tonmodelle angefertigt, bevor es an die Steine ging.

Mit Hammer und Meißel, Klüpfel, Spitz- und Zahneisen bearbeiteten die jungen Künstler ihre Blöcke, formten aus dem weichen Cottaer Sandstein hübsche Tier- oder Fantasiefiguren. Jede hat ihre eigene Geschichte, wie der zehnjährige Alexander Dittrich aus Markkleeberg erzählte. Er entschied sich für eine süße Katze. „Meine Oma hatte zwei Katzen und eine davon ist gestorben. Jetzt will ich ihr diese hier schenken, damit sie nicht mehr traurig ist.“

Für seine 50 Guppys zu Hause hat Tobias Hildemann einen steinernen Fisch gehauen. Der soll einmal vor der Haustür stehen, damit jeder weiß, dass hier Guppys zu Hause sind, überlegte sich der Elfjährige aus dem Dorf Kaja bei Lützen. Sein Freund Kolya Frere wollte zunächst eine Ratte bildhauern, schwenkte dann aber auf ein Schneckenhaus mit Fenster und Schornstein um. Die Skulptur wird im heimischen Garten ihren Platz finden.

Für Sebastian Harbort macht die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen jedes Mal große Freude. Er stand dem Künstlernachwuchs mit Rat und Tat zur Seite, half bei kniffligen Stellen auch gerne selbst aus. „Ich muss mich nur zusammenreißen, dass ich nicht zu viel mache. Es soll ja ihr eigenes Kunstwerk werden und nicht meins.“ Alle Skulpturen werden wieder zum Tag des offenen Denkmals am 10. September im Pfarrgarten ausgestellt.

Im Pfarramt hatte indes seine Frau mit dem Keramikkurs alle Hände voll zu tun. Geduldig brachte sie den Kindern verschiedene Techniken bei, half beim Bemalen und Glasieren der Kunstwerke. Neben eigenen Motiven arbeiteten die Mädchen und Jungen auch an einem Gemeinschaftswerk: einer Spendenbox für die Pfarrscheune. Sie sieht aus wie die Fachwerkscheune und bietet ordentlich Stauraum für Scheine und Münzen.

Mit dem gesammelten Geld soll das verfallene Bauwerk Schritt für Schritt vor dem Einsturz gerettet und ausgebaut werden. „Wir haben in Kitzen extra ein Scheunenteam gebildet“, berichtete Sebastian Harbort über das ehrgeizige Projekt, das Heike Knappe aus Sittel und die Kitzener Pfarrersfrau Astrid Gebhardt maßgeblich in den Händen halten. Vorstellbar sei hier eine Art Kulturscheune für Workshops, Bauernmärkte, Ausstellungen oder Konzerte. In den vergangenen Monaten habe es bereits vier Aufräumaktionen gegeben, der nächste Arbeitseinsatz findet Ende August statt.

Von Kathrin Haase

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