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Pegau beantragt Fördergelder für Kindereinrichtungen und Vereinsstätte

„Brücken in die Zukunft“ Pegau beantragt Fördergelder für Kindereinrichtungen und Vereinsstätte

Drei Projekte nimmt die Stadt Pegau mit Hilfe des Investitionskraftstärkungsgesetzes in Angriff. Die Kommune plant für 1,8 Millionen Euro den Neubau der Kindertagesstätte „Vorwerk“, die Erweiterung der Kita „Zwergenstübchen“ in Wiederau und Schaffung einer Bürgerbegegnungsstätte in dem Ortsteil. Sie hofft dabei auf Fördermittel von 1,6 Millionen Euro.

Die Erzieherinnen Fabienne Bublitz und Ute Ebersbach mit den „Zipfelmützen“ und „Heinzelmännchen“ im Spielgarten der Wiederauer Kindertagesstätte vor den bisherigen Vereinsräumen, die ja schon mal von der Einrichtung genutzt wurden und nun wieder an sie zurückgehen sollen.

Quelle: Mathias Bierende

Pegau. Drei Projekte hat die Stadt Pegau mit Hilfe des Sächsischen Investitionskraftstärkungsgesetzes in Angriff genommen. Dieses Programm „Brücken in die Zukuft“ soll der Kommune wesentliche Finanzmittel liefern, um die Kindertagesstätte „Vorwerk“ zu errichten, die Kindertagesstätte „Zwergenstübchen“ in Wiederau zu erweitern sowie ebenfalls in diesem Ortsteil eine neue Bürgerbegegnungsstätte zu schaffen. Über mehrere Jahre soll dieses Vorhaben-Trio für mehr als 1,8 Millionen Euro umgesetzt werden, wobei sich Pegau über 1,6 Millionen Euro an Zuschüssen erhofft. Der Stadtrat bestätigte diese Zahlen in seiner jüngsten Sitzung und nahm die Projekte in die Haushaltpläne auf, damit jetzt die Fördergelder bei der Sächsischen Aufbaubank beantragt werden können.

Der größte Brocken ist dabei die Kindereinrichtung in der Innenstadt. Sie wird benötigt, weil die bisherigen Kitas stark ausgelastet sind und die Kommune weitere Zuzüge, vor allem von jungen Familien, in die neu erschlossenen Wohngebiete erwartet. Es gibt bereits eine Warteliste für 18 Steppkes, sagte Bürgermeister Frank Rösel (parteilos). Der Neubau für zehn Krippen- und 20 Kindergartenplätze soll nicht auf der grünen Wiese entstehen, sondern sich an den Hort anschließen, der gerade erst frisch in Betrieb genommen wird; zum Komplex gehören die Grund- und Oberschule gleich auf der anderen Straßenseite. Die Kita „Vorwerk“ wird in einer Bestandsimmobilie geplant, speziell das Bürogebäude der ehemaligen Firma Autolackierung & Werbung Schmude. Der eigentliche Bau soll im nächsten Jahr erfolgen. Die Gesamtkosten sind derzeit mit knapp 1,3 Millionen Euro angegeben. Die Förderung von mehr als 1,2 Millionen Euro soll neben „Brücken“-Geldern in wesentlich größerem Maße Mittel des Programms „Städtebaulicher Denkmalschutz“ enthalten.

Der Stadtrat hatte das Vorhaben beim Kauf-Beschluss fürs Objekt im Herbst kennengelernt. Nun entzündete sich die Debatte am Umfeld. „So ideal die Lage im Zentrum ist, so schlecht ist die Verkehrsanbindung“, sagte Kurt Brause (Wählergemeinschaft Pro Pegau). Die Straße An der Schule sei ebenso schmal wie die Straße Vorwerk. „Viele Eltern bringen ihre Kinder zu den Einrichtungen, Lehrer stellen ihre Autos ab. Wenn dann noch Lieferfahrzeuge kommen... Das wird extrem. Da müssen wir uns was einfallen lassen.“ Bauamtsleiter Gunther Grothe erklärte, dass so viele Stellplätze geschaffen werden sollen, wie das Areal hergibt. Brauses Fraktionskollegin Margot Neubacher schlug eine Einbahnstraße vor.

Wiederaus Ortsvorsteher Michael Buth (Freie Wählervereinigung Wiederau) wandte ein, dass die Bedenken „nicht unerheblich“ sind. Er kenne das Problem von der Wiederauer Kita. „Immerhin haben wir hier eine 1,3-Millionen-Euro-Investition. Da sollten wir uns kein Verkehrsproblem schaffen?“ Reinhard Döring (SPD) plädierte dafür, einen Kompromiss zu suchen. „Die generelle Lage ist günstig, das Gebäude gehört Pegau, das Vorwerk ist keine Hauptstraße. Sicherlich wird es in Spitzenzeiten eng. Aber ich sehe den Verkehr nicht so dramatisch.“ Das Problem müsse bei der Planung eben beachtet werden. Was Bürgermeister Rösel zusagte. „Das wird intensiv beleuchtet. Zudem sind die Stellflächen am Kirchplatz durch Huhns Gässchen nicht weit entfernt. Das ist zumutbar. Aber ich weiß schon: Es muss heutzutage wie bei McDrive sein.“

Ohne wesentliche Diskussion ging es dann bei den zwei anderen Vorhaben weiter, die in engem Zusammenhang stehen. Dem Wiederauer „Zwergenstübchen“ soll nun wieder der hintere Teil des Flachbaus zugeschlagen werden, den es in den 90er-Jahren, als die Geburtenzahl rapide gesunken war, an die Vereine im Dorf abgeben musste. Die Stadt hatte mit den Planungen zur Erweiterung der Kindertagesstätte zwar im Vorjahr begonnen, dennoch wird sich das Vorhaben wohl bis 2019 hinziehen. Insgesamt sind für Einrichtung in Trägerschaft der Volkssolidarität, Kreisverband Borna, gut 400 000 Euro veranschlagt, wobei drei Viertel Zuschüsse sein sollen.

Weil mit dem Umbau unter anderem der Kulturverein und der DRK-Ortsverband ihren Treffpunkt verlieren, will die Stadt nach Rücksprache mit den Betroffenen und dem Ortschaftsrat eine Bürgerbegegnungsstätte einrichten. Das soll möglichst in diesem Jahr auf dem Gelände des ehemaligen (Rundfunk-)Senders Wiederau er­folgen. Für das Projekt sind 134 000 Euro eingeplant, darunter 100 000 Euro Fördermittel.

Von Olaf Krenz

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