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Pegau im Jahr 2013

Pegau im Jahr 2013

Mit der Eingemeindung von Kitzen, dem Ausbau des Napoleonhauses und der Sanierung des sogenannten Hafenviertels hinterm Rathaus blickt die Stadt Pegau auf ein turbulentes und arbeitsreiches Jahr zurück.

Pegau. Doch wie steht es mit 2013? Was sind die Top Ten an baulichen und kulturellen Vorhaben für dieses Jahr? Bürgermeister Peter Bringer (parteilos) blickt für unsere Zeitung in die Glaskugel.

Frage: Wie stark ist das Band zwischen Pegau und Kitzen mittlerweile geworden? Sind die zwei Einzelkämpfer ein Paar?

Peter Bringer: Unsere Zusammenarbeit funktioniert sehr gut, ohne große Konflikte oder Spannungen. Die ehemaligen Gemeinderäte von Kitzen sind im Pegauer Stadtrat und in den Ausschüssen integriert, und der Bürgermeister Wolfgang Körner arbeitet ehrenamtlich als Ortsvorsteher. Je nach Bedarf bieten wir Sprechstunden im Kulturhaus an. Ein gutes Beispiel der Zusammenarbeit war die 1000-Jahr-Feier in Werben. Dort haben der Heimatverein und viele Pegauer am großen Umzug mitgewirkt, und das Museum hat historisches Schulzubehör zur Verfügung gestellt.

Hinter welche Projekte konnten Sie 2012 ein besonders dickes Häkchen machen?

Die Straßen- und Kanalerneuerung in Kleinschkorlopp. Dort ist nahezu das gesamte Straßennetz auf Vordermann gebracht; im Sommer haben wir es zusammen mit den Bürgern eingeweiht. In Eisdorf wurden die Kirche mit Ile-Mitteln saniert und ein Spielplatz neu aufgebaut. In Pegau war die Friedensstraße an der Reihe, außerdem wurden das alte Bahnhofsgebäude und die Nebengelasse abgerissen, der Vorplatz begrünt und neue Parkplätze geschaffen. 

Eine Dauerbaustelle hatte sich auch hinter dem Rathaus aufgetan...

Ja, das sogenannte Hafenviertel mit Marien- und Salzgasse, Topfmarkt und Frankeplatz. Hier sind seit dem Frühjahr Kanäle verlegt, die Straßen und Gehwege mit der Straßenbeleuchtung erneuert und die Ufermauer errichtet worden. Jetzt ist es ein richtiges Schmuckstück geworden. Einige Hausbesitzer wollen nun nachziehen und ihre Häuser sanieren.

Was geht von 2012 noch in die Stadtgeschichte ein?

Mit dem Napoleonhaus sind wir weit vorangekommen. Im November ist hier im Obergeschoss die Stadtbibliothek eingezogen und hat sich auf 300 Quadratmeter erweitert. Im Erdgeschoss soll später einmal die Volkshochschule und ein Schülerfreizeittreff einziehen, so lautet die Konzeption. Außerdem wurden zwei Brücken saniert, die Mühlgrabenbrücke neben dem Rathaus und die Brücke über den Floßgraben in Eisdorf. Diese ist jetzt wieder für höhere Tonnagen geeignet. Insgesamt haben wir 2012 eine Menge auf den Weg gebracht. Ob wir jedes Jahr so viel bauen können, ist fraglich und hängt natürlich vom Haushalt ab. Wichtig ist auf jeden Fall, dass wir für alle unsere Vorhaben keine neuen Schulden gemacht haben.

Gutes Stichwort: Haushalt! Pegau steht vor der Doppik-Einführung...

Ja, das ist eine komplizierte buchhalterische Sache. Deshalb wird der Haushalt in diesem Jahr auch ein bisschen anders aussehen als sonst. Nur mal ein Beispiel: Es müssen ab sofort alle Straßen erfasst sein, wann sie erneuert wurden und wann welche Straßenlaterne wo dazukam. Jede einzelne Veränderung ist zu dokumentieren. Das bedeutet für unsere Mitarbeiter einen enormen Aufwand. Übrigens wird die Doppik, also die doppelte Buchführung mit Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, in den USA gerade wieder abgeschafft, weil sie sich nicht bewährt hat.

Welche Wünsche lässt der Haushalt 2013 zu?

Unter dem Vorbehalt, dass der Stadtrat zustimmt, möchten wir die Kreuzgasse in Pegau sanieren und dort ein Kanal-Trennsystem einbauen. Daneben möchten wir das städtische Wohngebiet „Mühlweg" richtig ins Laufen bringen. Vier Kaufverträge sind bereits abgeschlossen, elf Parzellen werden es insgesamt. Geplant ist außerdem der Bau einer Bootsanlegestelle an der Weißen Elster am Schützenplatz. Ab Mai will dort ein Leipziger Kanuverleih jeden Sonntag sechs bis zehn Boote zu Wasser lassen und Tagestouren anbieten.

Nach den beiden Paddeltouren im vergangenen Jahr ist das nur eine logische Konsequenz...

Ja, die beiden Schnuppertouren hatten einen enormen Zuspruch. Viele Menschen waren begeistert von der Wasserstrecke bis nach Zitzschen an den Zwenkauer See, vorbei am Schloss Wiederau, inmitten einer wunderschönen Landschaft. Künftig wollen wir damit Touristen nach Pegau locken. Wer hier aussteigt, kann zum Beispiel einen Abstecher ins Museum machen, in einer Gaststätte einkehren oder sich die Altstadt anschauen. So sind zumindest unsere Vorstellungen.

Wie ist es um das Stadtbad bestellt? Die Pläne für eine Modernisierung des Stadtbades sind weit fortgeschritten. Wir hoffen dabei auf eine Zwei-Drittel-Förderung über den Stadtumbau Ost. Ob das Vorhaben aber noch 2013 realisiert werden kann, ist fraglich. Vorgesehen ist eine ganz neue Bäderlandschaft mit verkleinerten Becken, Rinnen aus Edelstahl und der Rutsche. Wir möchten in Pegau kein Luxus- oder Spaßbad errichten, aber es soll auf dem neuesten Stand der Technik sein, und wir möchten die Betriebskosten senken. Die beiden Becken mit teilweise bis zu zweieinhalb Meter Tiefe fassen im Moment ein Riesenvolumen an Wasser, und das ist kaum noch bezahlbar. Außerdem sollen die Becken einen senioren- und behindertengerechten Einstieg erhalten.

Welches Fest muss man 2013 in Pegau unbedingt gesehen haben?

Es geht los mit dem Karnevalsumzug am 9. Februar, dann eine große Parade zum Völkerschlachtjubiläum am 2. Mai, unser Altstadtfest im August und das Oldtimertreffen im September. Das sind die größten Veranstaltungen, die weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt sind. Außerdem feiern wir dieses Jahr zwei Jubiläen: 110 Jahre Turn- und Sportverein Pegau im April und 50 Jahre Karnevalklub ab November.

Haben Sie ein persönliches Motto für dieses Jahr?

Wir hören nicht auf, Optimisten zu sein. Interview: Kathrin Haase

Kathrin Haase

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