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Borna Pegau legt nach im Rewe-Streit mit Groitzsch
Region Borna Pegau legt nach im Rewe-Streit mit Groitzsch
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11:54 13.07.2018
Das Thema Rewe sorgt für Streit zwischen Pegau und Groitzsch. Quelle: Jens Paul Taubert
Pegau/Groitzsch

 Wer eine Feindschaft zwischen den Nachbarstädten Groitzsch und Pegau in der Versenkung verschwunden wähnte, sieht derzeit ein Gegenbeispiel. Der Streit dreht sich um einen, nein, zwei Lebensmittel-Supermärkte. Gerade hat der Groitzscher Bürgermeister Maik Kunze (CDU) mit dem Hinweis auf mehr Beachtung des Bürgerwillens Kritik von der anderen Seite der Weißen Elster an der in der Schusterstadt geplanten Rewe-Filiale zurückgewiesen. Das veranlasst seinen Pegauer Amtskollegen Frank Rösel (parteilos) sogar zu einer Reaktion aus dem Urlaub heraus.

Rösel: Wünsche der Pegauer werden gehört und beachtet

„Die Pegauer Stadträte und der Bürgermeister hören in die Bevölkerung hinein und das schon seit vielen Jahren“, geht Rösel auf Kunzes wörtliche Formulierung ein. „Denn sonst hätten wir nicht ein wunderschönes Volkshaus, ein saniertes Freibad und…“, deutet er eine Vielzahl von Einrichtungen und Aspekten an, mit denen die Kommune Ideen und Forderungen der Menschen umgesetzt hat. „Ein derartiger Hinweis ist schon sehr befremdlich“, befindet der Chef der Elsterstadt über die Äußerung seines Pendants.

Nicht nur bei Kultur-, Freizeit- und Sportanlagen werden Vorstellungen der Einwohner aufgegriffen. Auch hinsichtlich des Einzelhandels kennen die Verantwortlichen die Wünsche der Bürger, erklärt Rösel und zählt auf: „Der Rewe-Markt in Pegau soll bleiben. Ein Drogeriemarkt wird gewünscht. Der innerstädtische Handel soll gestärkt werden (attraktive Geschäfte auch in der Innenstadt). Ein Lebensmittelmarkt in Kitzen sollte entstehen (als Ersatz für das geschlossene Lebensmittelgeschäft).“

„Schließung in Pegau ein Unding“

Jedoch lassen sich nicht alle Punkte verwirklichen. Es ist bereits „die Schließung des Rewe-Marktes in Pegau zum Ende des Jahres“ angekündigt worden, so Rösel. „Eigentlich ein Unding, weil der Markt von den Kunden gut genutzt wird, – und doch leider Realität. Und das nur, weil Rewe und die Stadt Groitzsch auf den großen Markt in Groitzsch ,zocken‘“, meint der Bürgermeister. Der Grund für seine Zuspitzung ist, dass „in Kleinstädten, wie Maik Kunze richtig erwähnte, ein Markt nicht größer als 800 Quadratmeter sein“ soll. Für den Lebensmittel-Supermarkt in der Nachbarkommune sind allerdings bis zu 1600 Quadratmeter vorgesehen. Das Thema „Rewe in Groitzsch“ begleite die Region seit mehreren Jahren. „Und genau so lange schon ignoriert die Stadt Groitzsch die Bedenken der Stadt Pegau.“

Gemeinsame Arbeit an Einzelhandelskonzept abgebrochen

Was Kunze zurückweist. Schließlich hatten beide Städte schon an einem „Einzelhandelskonzept für den grundzentralen Verbund Groitzsch-Pegau“ gearbeitet, das die Landesdirektion Sachsen und die Industrie- und Handelskammer 2014 gefordert hatten. Dabei sollte es um Ist-Zustand und Bedarf gehen und untersucht werden, wie sich ein neuer Einkaufsmarkt auf die zwei Innenstädte auswirkt und ob die Kaufkraft ausreicht. Doch dann, so Kunze, hat Pegau die Mitwirkung abgebrochen, wodurch das Konzept bisher nicht veröffentlicht wurde.

Rewe selbst hält sich weitgehend bedeckt. „Tatsächlich sehen wir mittelfristig keine wirtschaftlich vertretbare Perspektive im Bestandsobjekt Pegau“, war vor Monaten mitgeteilt worden. Der Markt sei nicht mehr zeitgemäß, und es gebe dort keine Erweiterungsmöglichkeiten. Das Unternehmen suche nach einem Verlagerungsstandort, „und Groitzsch wäre eine gute und sinnvolle Option“. Eine aktuelle Anfrage ist noch ohne Antwort.

Von Olaf Krenz

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