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Borna Pegau ringt um mehr Betreuungsplätze
Region Borna Pegau ringt um mehr Betreuungsplätze
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00:21 28.07.2018
Wie die Stadt genügend Betreuungsplätze für Kinder schaffen kann, bereitet Kopfzerbrechen im Rathaus. Quelle: Jens Paul Taubert
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Pegau

Der Geburtenzuwachs in den Pegauer Familien bringt der Kommune immer neue Herausforderungen beim Thema Nachwuchsbetreuung. Sie reagiert mit dem Neubau einer Kindertagesstätte und der zusätzlichen Schaffung einer Krippe. Während sich das erstgenannte Vorhaben jedoch verzögert, soll das zweite Projekt möglichst schnell umgesetzt werden.

Die vier Kindereinrichtungen reichen nicht aus

Vier Kindereinrichtungen für Mädchen und Jungen bis zum Schuleintritt gibt es bereits, zwei in der Kernstadt, je eine in den Ortsteilen Kitzen und Wiederau; für letztere Kita ist derzeit eine Erweiterung in Arbeit. Die Auslastung des Quartetts und weitere Nachfragen veranlassten Bürgermeister und Stadtrat im Oktober 2016, mit dem Beschluss zum Grundstückskauf ein Neubauprojekt in Gang zu setzen.

Die Aussicht auf Fachfördermittel allerdings war und ist gering. Pegau steht bei insgesamt nur vier Millionen Euro pro Jahr, die der Landkreis vergeben kann, lediglich auf Rang neun der Dringlichkeitsliste, sagt Bürgermeister Frank Rösel (parteilos). Also wurde eine andere Zuschuss-Möglichkeit gesucht und im Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ gefunden. Deshalb wird das Bürogebäude der früheren Firma Autolackierung & Werbung Schmude in der Straße Vorwerk umgenutzt und mit einem Anbau ergänzt. Für zehn Krippen- und 20 Kindergartenplätze waren Anfang 2017 Kosten von knapp 1,3 Millionen Euro veranschlagt.

Kapazität für Neubau erneut aufgestockt

Allerdings zeichnete sich bald ab, dass diese Kapazität nicht ausreichen würde. Es musste aufgestockt werden. Der Bauantrag wurde für ein Vorhaben eingereicht, das 16 Mädchen und Jungen unter drei Jahre sowie 32 Steppkes darüber unterbringt. Circa 1,6 Millionen Euro wurden nun veranschlagt.

Doch aus dem avisierten Baubeginn in diesem Sommer wird wohl nichts. Kurz vor der erwarteten Baugenehmigung hat die Stadt noch eine weitere Vergrößerung angeschoben. Nun geht es um 30 Plätze für die Krippe und 60 für den Kindergarten, kündigt Bauamtsleiter Gunther Grothe an.

Warteliste wird immer länger

Damit dürfte es schwierig werden, dass das bereits als freier Träger ausgewählte Evangelisch-Lutherische Kirchspiel Pegau die Tagesstätte, die den Namen „Regenbogen“ tragen soll, Mitte 2019 übernehmen und betreiben kann. Allerdings wird die Warteliste immer länger. Für kurzfristige Abhilfe soll deshalb ein Gebäude sorgen, das von der Stadt eigentlich schon ausrangiert war – der ehemalige Hort am Schützenplatz.

Der war im Jahr 2013 in den Fluten versunken, dann wieder zur vorübergehenden Nutzung hergerichtet worden, ehe doch der Ersatzbau an der Ecke Vorwerk/Schulstraße geschaffen werden konnte. Der Umzug war im Februar 2017. Nun ist also eine Art Rückkehr in das seit 1968 betriebene Domizil vorgesehen.

Ausschreibung des Umbaus steht bevor

24 Krippenkinder sollen hier umsorgt werden. Wenn das in einem zeitlich begrenzten Rahmen erfolgt, wird das Bauordnungsamt des Landkreises wohl zustimmen, hieß es in einem Vorgespräch. Trotz des Überschwemmungsgebietes.

Die Stadtverwaltung will im August die Ausschreibung dieses Umbaus vorbereiten. Sie hofft darauf, dass sie im September die Baugenehmigung erhält. Allzu viel muss nicht getan werden, meint Grothe. Mit 100 000 Euro Aufwand ist dennoch zu rechnen, gerade bei den Baupreisen momentan. Aber es geht darum, die Warteliste abzuarbeiten. Es gibt doch nichts Schlimmeres, so der Bauamtsleiter, als wenn junge Leute und Familien nach Pegau geholt werden, und die finden dann keine Kinderbetreuung.

Von Olaf Krenz

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