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Borna Pegau wehrt sich gegen geplante Mineralstoffdeponie
Region Borna Pegau wehrt sich gegen geplante Mineralstoffdeponie
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00:16 27.09.2016
Die Stadt Pegau finanziert die Klage von Umweltverbänden, um sich gegen die Mineralstoffdeponie zu wehren. Quelle: Mathias Bierende
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Pegau

Kaum ist der geplante Kiesabbau im Abbaufeld Großdalzig vom Tisch, muss sich die Stadt Pegau mit einer neuen Hiobsbotschaft auseinandersetzen. Die mitteldeutsche Umwelt- und Entsorgung GmbH (Mueg) plant die Errichtung und Betreibung der Mineralstoffdeponie Profen Nord zwischen Weben und Größgörschen hinter der Landesgrenze in Sachsen-Anhalt. Der Burgenlandkreis hat diese Maßnahme bereits genehmigt. Doch weil Pegau erhebliche Auswirkungen auf seine Ortsteile befürchtet, finanziert die Stadt nun die Klagen der Landesverbände Sachsen und Sachsen-Anhalt des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

„Wir haben uns bereits in den vergangenen Jahren gegen die Errichtung der Deponie ausgesprochen“, macht Pegaus Bürgermeister Frank Rösel (parteilos) deutlich. Den Bewohnern seien neben dem Tagebau nicht auch noch mehr Staub, Lärm und stündliche Transporte zuzumuten. Die Mueg, die jeweils zur Hälfte dem Bergbauunternehmen Mibrag und Remondis gehört, plant auf der Gemarkung Großgrimma eine Deponie über Tage, die nach Abschluss eine Fläche von rund 37 Hektar einnimmt (das entspricht in etwa 52 Fußballfeldern), die 30 Jahre lang betrieben werden soll und sich 50 Meter hoch über das Gelände erhebt.

Der entsprechende Planfeststellungsbeschluss flatterte der Stadt Pegau Anfang August ins Haus. „Und der hat uns kalt getroffen, schließlich stand im Nachbarschaftsvertrag mit der Mibrag nichts von einer Mineralstoffdeponie“, betont Rösel. Auch in Gesprächen zwischen Mibrag und Stadt sei von einer Deponie nie die Rede gewesen. Geschweige denn seien die Bürger beteiligt worden. Dabei wären wegen der Hauptwindrichtung gerade die Bewohner der Ortsteile Kitzen, Werben, Sittel und Thesau betroffen. Die Deponie solle laut Beschluss 7,5 Millionen Tonnen Mineralstoffe aufnehmen, was einem Volumen von etwa fünf Millionen Kubikmetern entspricht. „Und die Stoffe, die dort abgelagert werden, sind nicht ohne“, sagt der Rathauschef. Neben Abfällen aus Kraftwerken und Verbrennungsanlagen sollen unter anderem auch Bitumengemische, Kohlenteer, Dämmmaterial und asbesthaltige Baustoffe gelagert werden.

Pegau hatte bereits Ende August Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss eingereicht. „Da aber im Ergebnis der Vorprüfung die Erfolgsaussichten der Stadt eher gering einzuschätzen sind, weil die Deponie in Sachsen-Anhalt liegt, hat sich der Stadtrat einstimmig dafür ausgesprochen, gemeinsam mit dem BUND Sachsen-Anhalt und Sachsen gegen die Deponie vorzugehen“, erklärt Rösel. Heißt: die beiden Umweltverbände klagen, Pegau übernimmt die Kosten. Der Stadtrat hatte erst in einer Sondersitzung am Mittwoch entsprechende Beschlüsse gefasst. Pegau erhofft sich dadurch höhere Erfolgschancen. Da allerdings die Klage keine aufschiebende Wirkung hat und der Planfeststellungsbeschluss mit einem Sofortvollzug, also sofortigem Baubeginn, einhergeht, sei ein Eilverfahren unerlässlich.

Pegau rechnet mit Kosten für das Verfahren „weit im fünfstelligen Bereich“. Da die Genehmigung der Deponie die Stadt aber völlig unvorbereitet getroffen habe, konnten keine finanziellen Mittel für einen Rechtsstreit angesammelt werden. Deshalb greift die Kommune zu einer eher ungewöhnlichen Maßnahme und sammelt Spenden. „Wir bitten alle Einwohner der Stadt und der Ortsteile, aber auch die Bewohner der Nachbargemeinden um Spenden zur Finanzierung der Klagen“, ruft Rösel auf. Alle, die die Umwelt und die Menschen vor der Deponie bewahren wollen, sollten sich daran beteiligen.

Unter dem Kennwort „Gegen die Deponie“ können auf das extra eingerichtete Konto bei der Sparkasse Leipzig, IBAN DE66 8605 5592 1090 1492 35, Spenden eingezahlt werden.

Von Julia Tonne

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