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Pegau will Stadtmauer aus dem Dornröschenschlaf wecken

Stadtratsbeschluss Pegau will Stadtmauer aus dem Dornröschenschlaf wecken

Die Stadt Pegau bringt ihr Entwicklungskonzept unter Dach und Fach. Es sieht unter anderem vor, die Stadtmauer aus ihrem Dornröschenschlaf zu wecken und Wasserwege für den Tourismus zu erschließen. 4,4 Millionen Euro sollen alle Maßnahmen zusammen kosten. Doch Fördermittel sind in Sicht.

Die Pegauer Stadtmauer wurde im 15./16. Jahrhundert in Ziegelbauweise errichtet. Sie war etwa 1,5 km lang und hatte einen überdachten Wehrgang.

Quelle: Julia Tonne

Pegau. Das Rad muss die Stadt Pegau hinsichtlich ihrer weiteren Entwicklung nicht neu erfinden. Nur quasi ins Rollen bringen. Und da hilft es schon, über die Stadtgrenzen hinweg zu schauen, um sich Anregungen in anderen Kommunen zu holen. Unter anderem bei der Aufwertung der derzeit im Dornröschenschlaf liegenden Stadtmauer. Eben diese ist Teil des städtebaulichen Entwicklungskonzepts (Seko) „Lebendiges Stadtzentrum, Erlebnis Stadtmauer“, das der Pegauer Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen hat.

Vorgestellt und erarbeitet wurde es in den letzten Wochen vom Sanierungsträger Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK). „Dass die Stadtmauer nicht erlebbar ist, ist eine große Schwäche der Stadt“, macht Christian Haendel von der DSK deutlich. Dabei sei zum Beispiel in dem Ort Haldensleben gut zu erkennen, was machbar ist, wenn denn eine Kommune schon solch ein imposantes Bauwerk vorweisen kann. „Denkbar sind beispielsweise ein Rundweg zum Flanieren, eine umfangreiche Beleuchtung, die die Mauer in Szene setzt, und Bauwerke, die von dort gut zu erreichen sind“, erklärte Haendel. Um den Zugang zur Mauer überall gewährleisten zu können, seien jedoch Grundstückszukäufe von Seiten der Stadt nicht auszuschließen.

Die DSK schlägt zudem sogenannte Innenstadtfonds vor, mit denen verschiedene Projekte finanziell gefördert und auch private Engagements gestärkt werden können. „Denn auch wenn schon viel saniert worden ist, so bleiben noch immer Lücken in der Stadt, die einer Aufwertung bedürfen“, so Haendel.

Doch mit der Erweckung der Stadtmauer und den Fonds ist es laut Haendel noch nicht getan. Zur weiteren und zukunftsfähigen Entwicklung der Stadt sei unter anderem ein Händlernetzwerk unerlässlich. „Der beginnende Leerstand im historischen Stadtzentrum ist nicht zu übersehen“, sagt er. Einen Grund dafür sieht er im sich abzeichnenden Generationenwechsel. Für Stadtrat Horst Gutzschebauch spielt noch etwas anderes eine Rolle: zu wenig Kunden, erst recht zu wenig Touristen.

Um den Tourismus sozusagen nach Pegau zu bringen, könne die Verwaltung laut des Planers jedoch nicht nur die Stadtmauer in den Fokus ihrer Bemühungen rücken, sondern müsse auch auf die Gestaltung des Schützenplatzes großen Wert legen. Hierfür schlägt die DSK unter anderem die Beseitigung der Wehrschwelle vor, Abstellmöglichkeiten für Wohnmobile und Campingwagen sowie Sanitäreinrichtungen. Pegaus Bauamtsleiter Gunther Grothe sieht gerade in der Entwicklung auf und um das Wasser großes Potential, um mehr Touristen in die Stadt zu locken. Auf die Frage, ob sich die Stadt solche Varianten auch leisten könne, antwortet er: „Wir müssen uns das leisten, die Stadt muss diesen Weg einschlagen.“

Haendel kalkuliert, dass all die genannten Maßnahmen, die von 2016 bis 2023 umgesetzt werden sollen, mit etwa 4,4 Millionen Euro zu Buche schlagen. Gelingt es der Stadt, in das Förderprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ aufgenommen zu werden, seien Fördermittel von 80 Prozent möglich, was in etwa 3,5 Millionen Euro entspricht. Doch um in eben dieses Förderprogramm aufgenommen zu werden, ist das Seko notwendig. Und das haben die Räte nun auf den Weg gebracht. Sie haben zudem das Fördergebiet genau definiert. Es reicht im Westen bis an die Carsdorfer und Lindenstraße, im Osten bis zum Schützenplatz, im Norden in etwa bis an das Schulzentrum und im Süden bis zum Schlossplatz und Mühlgraben.

Und das Potential, das die Stadt habe, sei nicht von der Hand zu weisen. Allein das Schulzentrum und der öffentliche Nahverkehr seien Stärken, die dazu beigetragen hätten, dass der Bevölkerungsstand in den vergangenen Jahren stabil geblieben sei. „Doch diese Stärken kann man noch weiter ausbauen“, betont Haendel.

Von Julia Tonne

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