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Borna Pegauer Berufsschüler feiern Wiedersehen – 60 Jahre nach ihrer Schulentlassung
Region Borna Pegauer Berufsschüler feiern Wiedersehen – 60 Jahre nach ihrer Schulentlassung
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00:17 19.07.2017
Die Pegauer Berufsschüler von 1957 feierten am Sonnabend großes Wiedersehen: Inge Wadewitz, Christa Begoihn, Gertraud Andrä, Ines Gottschling, Gerhard Schmidt (sitzend v.li.), Gudrun Kirmse, Lisa Jentsch, Rolf Penndorf, Gerlinde Eidner, Margrit Renker, Karin Bartsch, Ingrid Hahn, Anita Fiebig, Manfred Herrling, Gerhard Kröber, Wolfram Hiller (hintere Reihe v.li.). Quelle: Kathrin Haase
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Pegau/Werben

Ihren Klassenlehrer an der landwirtschaftlichen Berufsschule in Pegau, Waldemar Landmann, nannten sie liebevoll Waldi. „Bei ihm hatten wir gerne Unterricht, wir waren alles Musterschüler“, sagt Karin Bartsch und ihr fällt kein einziger Streich mit den Lehrern ein. Ihr Klassenkamerad Gerhard Schmidt erinnert sich jedoch an eine Episode, als er das Fahrrad eines Lehrers auseinandergeschraubt und falsch wieder zusammengesetzt hat: das Vorderrad nach hinten und das Hinterrad nach vorn. „Wir waren im Sport ein bisschen fläzig und mussten raus“, lacht er heute darüber. „Da haben wir eben die Räder gewechselt...“

Seitdem sind sechs Jahrzehnte vergangen und die Berufsschüler von einst feierten am Sonnabend im Gasthof Werben ihr großes Wiedersehen. Gerhard Schmidt aus Löben ist der Hauptorganisator hinter den Klassentreffen, die seit 1997 im Zwei-Jahres-Rhythmus stattfinden. „Bis auf einen Mitschüler in Bayern sind wir alle in der Umgebung geblieben“, freut sich der 76-jährige Diplom-Landwirt über den guten Zusammenhalt. „Bauern sind eben beständig.“

Von den einst 24 Schülern kamen am Sonnabend 16 zum Jubiläumstreffen. Sie frischten bei Kaffee und Kuchen und einem Spaziergang durch Werben die eine oder andere Episode aus dem Schulalltag auf und erzählten aus ihrem heutigen Leben. Gern erinnerte sich Gerlinde Eidner an die Klassenfahrt nach Hohnstein in die Sächsische Schweiz. „Wir haben schöne Ausflüge gemacht, auf die Felsenbühne Rathen oder zum Gondeln auf dem Amselsee. Dort sind wir bald abgesoffen, weil wir mit der Strömung nicht zurecht kamen“, lacht sie. Gertraud Andrä hat das Erlebnis sofort wieder vor Augen: „Wir sind mit dem Zug hingefahren, schon das war für uns eine Weltreise. Wir sind ja damals nicht groß fortgekommen von zu Hause. Das war etwas ganz besonderes.“

Zur Schule nach Pegau mussten die meisten Schüler – damals 15 und 16 Jahre alt – zu Fuß gehen oder mit dem Fahrrad fahren. „Früh habe ich noch die Tiere auf dem Hof gefüttert und dann ging es in die Schule. Da gab es kein Pardon“, sagt Gertraud Andrä, die in Obertitz zu Hause ist und viele Jahre in der LPG Großstolpen arbeitete. „Und das hat keinem von uns geschadet“, pflichtet ihr Ines Gottschling bei. Die 76-Jährige wohnt in Elstertrebnitz, war lange im Volksgut Pegau beschäftigt, und kümmert sich nun als Rentnerin gerne um die Enten und Hühner auf dem Hof. „Und um meinen Urenkel“, sagt sie.

Bei Wind und Wetter in die Berufsschule nach Pegau – für Lisa Jentsch aus Löbnitz-Bennewitz waren das acht Kilometer hin und wieder zurück. „Im Winter bin ich meistens gelaufen, aber das hat uns nicht weiter gestört. Das war eben so.“ Nach der Berufsschule absolvierte die Landwirtin noch eine Kochlehre in Leipzig und arbeitete dann als Köchin im Groitzscher Kindergarten und in der Kinderkrippe, später dann im Restaurant „Weißes Roß“. „Das war alles eine schöne Zeit“, denkt sie gerne zurück.

Von Kathrin Haase

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