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Pegauer Flutbrücke braucht Betonpfeiler: Straße nach Groitzsch bis Jahresende dicht

Ortsverbindung Pegauer Flutbrücke braucht Betonpfeiler: Straße nach Groitzsch bis Jahresende dicht

Die kurze Ortsverbindung zwischen Pegau und Groitzsch unterhalb der Wiprechtsburg könnte noch bis zum Jahresende gesperrt bleiben. Das neue Verfahren bei der Sanierung der sogenannten zweiten Flutbrücke geht nur langsam voran. Nach einem mehrmonatigen Baustopp laufen die Arbeiten inzwischen wieder.

Brückensanierung zwischen Pegau und Groitzsch: Die Firma Sachsen-Säge bohrt Löcher durch das Widerlager für eine neue Gründung der zweiten Flutbrücke.

Quelle: Jens Paul Taubert

Pegau. Die kurze Ortsverbindung zwischen Pegau und Groitzsch unterhalb der Wiprechtsburg könnte noch bis zum Jahresende gesperrt bleiben. Das neue Verfahren bei der Sanierung der sogenannten zweiten Flutbrücke geht nur langsam voran. Zudem hatte, wie berichtet, der Fund von Holzresten im Gründungsbereich in Verbindung mit den Winterauswirkungen bereits für einen mehrmonatigen Baustopp gesorgt. Ende Mai wurden die Arbeiten fortgesetzt.

Ursprünglich war vorgesehen gewesen, die Stabilität der Brücke zu verbessern, indem Bohrungen mit einer aushärtenden Emulsion gefüllt werden, erklärt Bauamtsleiter Gunther Grothe. Das alte Holz, das zwischen Brücke und Boden entdeckt worden war, ließ allerdings an der Tragfähigkeit dieser HDI-Pfähle zweifeln.

Die Planänderung sieht nun 184 Betonpfeiler vor, wobei diese berechnete Anzahl bei einer Belastungsprobe überprüft werden soll. „Hoffentlich können wir sie reduzieren“, so Grothe. Schließlich sei es trotz mehrerer Maschinen vor Ort nur möglich, dafür vier Löcher pro Tag, also 20 pro Woche zu bohren, die dann mit Beton ausgefüllt werden. Allein für diese Gründung wären also mehr als zwei Monate erforderlich. „Erst im Anschluss kann die Sanierung des Aufbaus, der eigentlichen Brücke, beginnen.“

Der erforderliche Wechsel des Verfahrens sei nicht von jetzt auf gleich möglich gewesen. Alles musste statisch überprüft werden, und es war eine Spezialfirma zu finden, die auch noch Zeit für die Übernahme des Projekts haben musste. „Da sind schnell zwei Monate weg“, sagt der Bauamtsleiter.

Nicht von ungefähr hatte er in der jahrelangen Diskussion um die Brücke, die schon vor ihrer zusätzlichen Beschädigung beim Hochwasser 2013 saniert werden sollte, für einen Neubau plädiert. „Bei einer solchen alten Brücke ist man nie vor Problemen gefeit“, so Grothe. „Zu sehen sind diese jedoch erst, wenn das Bauwerk geöffnet wird.“ Im besten Falle komme man mit den berechneten Kosten weg, häufig aber werde es deshalb mehr. Letztlich jedoch hatte sich der Denkmalschutz durchgesetzt. Den Zuschlag für den Auftrag hatte im Vorjahr die Firma BIB Beton- und Ingenieurbau Böhlen mit ihrem Angebot von rund 850 000 Euro erhalten. Im April war aufgrund des veränderten Verfahrens von einem Anstieg um 100 000 Euro die Rede gewesen. Inzwischen sprach der Groitzscher Bürgermeister Maik Kunze (CDU), dessen Kommune auch beteiligt ist, sich mit dem Nachbarn aber auf eine Pegauer Projektführung geeinigt hatte, von etwa 1,1 Millionen Euro Kosten.

Das Bauunternehmen hatte mit weiteren Schwierigkeiten zu kämpfen: Vandalismus. Nicht nur, dass die Baustellenabsperrungen umgestürzt und in der Gegend verteilt wurden. Bei Einbrüchen wurden die beiden Container zerschlagen, die Fenster, die Inneneinrichtung, nach zwischenzeitlicher Reparatur erneut. Es wurden Werkzeuge gestohlen, das Betonsilo leergelassen und das Notstromaggregat zerstört. „Inzwischen räumen die Firma BIB und der von ihr beauftragte Spezialbetrieb jeden Abend die Baustelle weitgehend ab“, weiß der Bauamtsleiter.

Von Olaf Krenz

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