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Borna Pegauer Geschichtsverein „Route Napoleon de Saxe“ verliert seinen Vorsitzenden
Region Borna Pegauer Geschichtsverein „Route Napoleon de Saxe“ verliert seinen Vorsitzenden
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18:07 18.12.2015
Uwe Freudenthal bei der Eröffnung einer Sonderausstellung „Napoleon – Gesichter“ im Heimatmuseum Pegau. Quelle: Kathrin Haase
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Pegau

Wie erst jetzt bekannt wurde, ist der Vorsitzende des Geschichtsvereins „Route Napoleon de Saxe 1813“ und ehemalige Pegauer Gewerbevereinschef (2001-2009) Uwe Freudenthal am 21. November überraschend im Alter von 52 Jahren verstorben. Sein Tod löste in der Elsterstadt große Bestürzung und Trauer aus. Museumsleiter Hans-Hermann Koch hat Freudenthal als einen „guten, wichtigen und wertvollen Menschen für Pegau“ in Erinnerung. Mit seinen Ideen habe er das historische Altstadtfest erst zu dem gemacht, was es heute ist: neben dem Karneval eins der größten und beliebtesten Veranstaltungen in der Stadt. Auch Albrecht Landgraf, Vorsitzender des Gewerbevereins, lobt die Verdienste seines Vor-Vorgängers: „Er war ein sachlicher, engagierter, aber manchmal auch etwas unbequemer Mensch, der sich um die Stadt Pegau große Verdienste gemacht hat.“

Uwe Freudenthal war ein Macher, eine Ideenfabrik und ein Hans Dampf in allen Gassen: Gewerbeverein, Stadtrat, Historischer Freundeskreis, Friedensrichter – die Belange seiner Heimatstadt lagen ihm stets am Herzen. Überraschend leise und kindliche Töne schlug der Familienvater dagegen im Sommer 2006 in seinem Kinderbuch „Teafor und die geheimnisvollen Kristalle“ an, inspiriert durch Waldspaziergänge mit seinem Sohn Tony. Schon als Jugendlicher schrieb der Hobbyautor gerne Geschichten. Während der Armeezeit nahm er sogar einen Fantasyroman in Angriff, vollendete ihn aber nie. Zu Ostern 1995 erschien eine Kurzgeschichte von ihm in der Zeitschrift Glücksrevue.

Darüber hinaus schlüpfte der Geschichtsfreund zu Repräsentationszwecken gerne in die originalgetreue Uniform eines französischen Offiziers und gründete im April 2010 den Verein „Route Napoleon de Saxe 1813“ mit Gleichgesinnten aus Chemnitz, Dresden, Nossen, Leipzig, der Sächsischen Schweiz und der hiesigen Region. Historische Ereignisse, Zusammenhänge und Persönlichkeiten interessierten Uwe Freudenthal schon immer. „Irgendwann hat sich dann alles auf Napoleon konzentriert“, sagte er im April 2011 am Rande einer Ausstellung im Pegauer Heimatmuseum. „Ihm haben wir zum Beispiel den Rechtsverkehr auf unseren Straßen zu verdanken. Oder nehmen wir mal das Napoleonhaus in Pegau. Es interessiert offenbar keinen, dass dort auch Zar Alexander genächtigt hat. Der Franzosenkaiser fasziniert dann schon mehr.“

Das Kinderbuch von Uwe Freudenthal erschien 2006 im Engelsdorfer Verlag. Quelle: Verlag

Einer seiner wichtigsten Weggefährten war der Vorsitzende des Verbandes Jahrfeier Völkerschlacht bei Leipzig 1813, Michél Kothe. „Ich habe Uwe Freudenthal als einen verlässlichen Partner kennengelernt, der immer bereit war, neue Dinge auszuprobieren. Wir haben oft kontrovers, aber entspannt diskutiert und viele gemeinsame Ziele verwirklicht.“ Ob der Pegauer Verein ohne seinen Gründer und Motor seine Arbeit fortsetzt, sei fraglich. „Ich glaube, die Lücke, die er hinterlässt, ist kaum zu schließen.“ Zur Weihnachtsfeier des Dachverbandes Jahrfeier Völkerschlacht legten die Mitglieder eine Gedenkminute für den Verstorbenen ein.

Von Kathrin Haase

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